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Gänsehaut für die Ohren: Die 13 besten Titeltracks aus Horrorfilmen

"Ich möchte einen Song mit Ihnen hören, Detective."
"Ich möchte einen Song mit Ihnen hören, Detective." Bild: © StudioCanal 2017

Ohne einen schaurigen Soundtrack ist ein Horrorfilm nahezu wirkungslos. Blut, Eingeweide, eklige Monster – alles egal, wenn sich die Ohren nicht mitgruseln. Wir haben ein paar der besten Horror-Themes zusammengestellt. Und zwar welche, an denen man sich noch nicht sattgehört hat. Licht aus, Musik an!

"Oh Gott, eine Liste mit Horrorfilm-Musik, gab's das nicht schon tausendmal?" Doch! In dieser Liste sind zur Abwechslung aber mal ein paar vergleichsweise frische Tracks, die nicht schon bis zum Erbrechen totgenudelt wurden – also: kein "Das Ding", kein "Psycho", kein "A Nightmare on Elm Street"!

Aber okay, damit Ihr nicht gleich wieder wegklickt und wir mit was Vertrautem starten, hier halt das unvermeidliche "Halloween"-Thema. Aber dafür wenigstens in einer recht unbekannten Version von einer meiner absoluten Lieblingsbands, dem französischen Electropop-Duo Zombie Zombie. Zum Reinkommen.

"Under The Skin"

"Under The Skin" vom englischen Regisseur Jonathan Glazer ging 2013 an den Kinokassen zu Unrecht ziemlich unter, aber der Soundtrack von Mica Levi ist ein Werk für die Ewigkeit. Bedrohlich, sphärenhaft und verstörend fremdartig, gibt er die Atmosphäre dieses sehr ungewöhnlichen Horrorfilms perfekt wieder. Wenn man von Scarlett Johansson zum Sex verführt wird, aber sich plötzlich als ausgesaugte Menschenhülle in einem ewigen Meer aus Dunkelheit schwebend wiederfindet, dann klingt das wohl so.

"It Follows"

Wann genau "It Follows" spielt, erfahren wir bis zum Ende des Films nicht – aber der Soundtrack von Rich Vreeland alias Disasterpeace zieht seine Inspiration eindeutig aus den Synthesizer-Sounds der 80er. John Carpenter lässt schön grüßen – originell ist das zwar nicht, aber ohne Frage extrem effektiv. Wie das unaufhaltsame Sex-Monster im Film schleicht sich auch der Soundtrack nahezu unbemerkt an und füttert die eigene Paranoia. Das Resultat klingt fast bittersüß – und passt damit perfekt zum Thema des schmerzhaften Erwachsenwerdens. Daran ändert auch das beknackte Finale nix.

"Stranger Things"

Okay, wenn wir schon bei (Fake)-80er-Synthiemucke sind, dann landen wir natürlich ganz schnell bei "Stranger Things". Die Netflix-Seriensensation hat für eine wahre Retro-Renaissance gesorgt und das extrem simple Titelthema von Kyle Dixon und Michael Stein hat sich schon längst ins popkulturelle Bewusstsein gegraben. Es braucht nicht immer ausgefallene Arrangements oder bizarre Hipster-Instrumente, um unsterbliche Musik zu erschaffen.

"28 Days Later"

Okay, genug jetzt mit diesem lauwarmen Synthie-Geklimper – es ist Zeit für einen richtigen Brecher! Und nur wenige Tracks brechen mehr als "In the House – In a Heartbeat" aus John Murphys Soundtrack zu Danny Boyles "28 Days Later". Und was für ein Biest dieses Ding ist. Das Stück beginnt melancholisch mit leisem Klaviergeklimper, um sich zu einem wahren Inferno aus sägenden Metal-Gitarren und scheppernden Drums zu steigern. Die Zombie-Apokalypse klang nie brachialer.

"The Shining"

Ja ja, ich weiß, der Soundtrack von "The Shining" ist nicht gerade ein Underground-Tipp. Aber komischerweise ist Stanley Kubricks stilbildender Horror-Klassiker nie ganz vorne dabei, wenn es um die Filme mit den besten Scores geht. Dabei ist schon das Titelthema von Wendy Carlos und Rachel Elkind ein Meisterstück: Von der ersten Sekunde an erzeugt der Track ein dumpfes, irritierend vages Gefühl der Bedrohung und des Unwohlseins – in diesem Film lauert etwas, sagt uns die Musik. Bei aller berechtigten Kritik an Kubricks "Shining"-Version: Die beklemmende Atmosphäre ist so dicht, dass man sie fast mit einer Axt zerhacken muss. Und das liegt eben auch an der Musik.

"The Wicker Man"

Nein, "Gently Johnny" ist eigentlich nicht das Titelstück des legendären Horror-Meilensteins "The Wicker Man" von 1973. Aber das ist meine Liste und ich kann sie befüllen, wie ich will, so. "Gently Johnny" vom Komponisten Paul Giovanni ist ein skurriler Mix aus Lagerfeuer-Romantik, psychedelischer Folk-Musik und Kinder-Abzählreim, abgeschmeckt mit einem Schuss Melancholie und einer gewissen sexuellen Spannung. Was übrigens auch der Untertitel für den eigentlichen Film sein könnte.

"Saw"

War klar, oder? Ohne das ikonische "Hello Zepp" aus den "Saw"-Filmen wäre die Liste so unvollständig wie ... na ja, wie ein "Saw"-Film ohne beknackten "Aber eigentlich war es ganz anders!"-Twist am Ende. "Saw" dürfte auch die einzige Horrorfilm-Reihe sein, deren unvermeidliche Twists eine eigene Erkennungsmelodie haben, und das ist irgendwie auch schon wieder bewundernswert. Ob man "Saw" nun feiert oder hasst: Dieser Industrial-Track von Charlie Clouser hat die Wucht eines Schlages in die Magengrube.

"Zombi 2"

Ein Holzsplitter bohrt sich langsam in ein weit aufgerissenes Frauen-Auge. Ein Zombie kämpft Unterwasser mit einem Hai. Lucio Fulcis "Zombi 2" von 1979 hat einen dünnen Plot und vertrödelt im Mittelteil viel Zeit mit Leerlauf, hat dafür aber ein paar legendäre Szenen, die das ganze Genre geprägt haben. Die Musik vom italienischen Komponisten Fabio Frizzi tut ihr Übriges dazu – pulsierend, schlurfend, eben wie ein Zombie. Fun Fact: Ich habe Fabio Frizzi letztes Jahr live im Konzert gesehen und (nicht nur) bei dem Track waren die Fans ganz aus dem Häuschen. Schön war das.

"Hereditary"

Ari Asters 2018er Schocker "Hereditary" ist ein Meisterwerk, für mich persönlich wohl der beste Horrorfilm der letzten zehn Jahre. Dabei ist mir der fantastische Soundtrack beim ersten Gucken gar nicht so aufgefallen. Das Stück "Reborn" kulminiert die ganze Brillanz des Films in knapp vier Minuten: Was entspannt und friedfertig beginnt, wandelt sich zu einer Sinfonie des Grauens – die aber gleichzeitig erhaben, engelsgleich, fast göttlich klingt. Ein YouTube-Kommentar fasst es am besten zusammen: "Das ist das auditive Äquivalent zu einer Panikattacke, während man sich den Sonnenaufgang ansieht."

"Suspiria"

Wir bleiben bei etwas aktuelleren Horrorfilmen. Neben dem oben angesprochenen "Hereditary" war 2018 die Neu-Interpretation von "Suspiria" mein Liebling. Die Neuauflage von Luca Guadagnino orientiert sich nur noch in Grundzügen an dem legendären Original von 1977. Sie macht aus einer inhaltlich recht dünnen Hexengeschichte ein hochemotionales Okkultismus-Drama. Der Soundtrack von Radiohead-Sänger Thom York veredelt den ohnehin schon nahezu perfekten Arthouse-Horror: Melancholisch, zärtlich, nicht von dieser Welt. Ein großartiger Film. Ein preisverdächtiger Score.

"Bram Stoker's Dracula"

Vielen Dracula-Fans gilt die Verfilmung von Francis Ford Coppola als beste Adaption des blutrünstigen Stoffes: Sein Kinofilm von 1992 ist opulent, theatralisch, schwülstig – kurz: pures Kino. Der polnische Komponist Wojciech Kilar schneiderte Gary Oldman als dem Oberhaupt der Vampire einen ebenso opernhaften Soundtrack auf den bleichen Körper. "The Beginning" ist so voller Sehnsucht, Schmerz, Zorn und schließlich rasender Wut, dass mich die pure Kraft des Stückes immer wieder in den Sessel presst. Einer der meistunterschätzten Horror-Soundtracks aller Zeiten.

"Fürsten der Dunkelheit"

Jetzt haben wir den Godfather of Horror-Soundtracks, John Carpenter, schon ein paar Mal in diesem Artikel erwähnt. Da ist es keine große Überraschung, dass wenigstes ein Track aus seinem Schaffen hier Eingang findet: das Opening von meinem absoluten All-Time-Schon-Seit-Der-Kindheit-Lieblingshorrorfilm, "Fürsten der Dunkelheit" von 1987. Ich kann weder den Film noch die Musik dazu unvoreingenommen besprechen, deswegen einfach nur mein Tipp: Anschauen. Anhören. Gern geschehen.

"Geschichten aus der Gruft"

Diese Anthologieserie lief von 1989 bis 1996 und hatte insgesamt 93 Episoden. Davon waren nicht alle super, aber eines änderte sich nie: die ohrwurmverdächtige Titelmelodie vom Über-Komponisten Danny Elfman. Man hört sie einmal und findet sie ein bisschen lustig, erinnert an "Beetlejuice" (und jetzt rate mal, wer den Soundtrack dafür geschrieben hat). Man hört sie zweimal und wippt ein bisschen mit. Man hört sie ein Dutzend Mal und ertappt sich dabei, wie man die Melodie vor sich hinpfeift. Die ist nämlich so unverwüstlich wie der schimmelige Crypt Keeper und seine grottigen Wortwitze.

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