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Ins TV! 7 Filme, die als Serie besser funktionieren als im Kinoformat

Der Punisher macht in der Netflix-Serie mit Jon Bernthal (links) in der Hauptrolle eine bessere Figur als im Kinofilm mit Thomas Jane (rechts).
Der Punisher macht in der Netflix-Serie mit Jon Bernthal (links) in der Hauptrolle eine bessere Figur als im Kinofilm mit Thomas Jane (rechts). (©Jessica Miglio / Netflix; Artisan Pictures Inc. All Rights Reserved. 2018)

Während noch vor 20 Jahren das Kino das Nonplusultra in der Unterhaltungsindustrie war, laufen qualitativ hochwertige Fernsehserien dem großen Bruder langsam aber sicher den Rang ab. Das geht manchmal sogar so weit, dass die TV-Formate besser ankommen als die Originale für die große Leinwand. Diese sieben Beispiele sind der beste Beweis dafür.

1. "Daredevil" (2003) vs. "Marvel's Daredevil" (2015 – heute)

Der Film: Bevor Ben Affleck für DC in den Batsuit schlüpfte, versuchte er sich als blinder Marvel-Held Daredevil, dessen andere Sinne übermenschlich geschärft sind. Doch das erste Leinwandabenteuer des Helden geriet etwas lieblos und entlockte dem Tomatometer von Rotten Tomatoes nur müde 44 Prozent.

Die Serie: Im Serienformat "Marvel's Daredevil", diesmal mit dem Briten Charlie Cox in der Hauptrolle, stolperte der heldenhafte, blinde Anwalt weniger ungeschickt durch die Handlung. Nah an den Originalcomics gehalten liefert die Netflixserie eine originelle und spannende Origin-Story im Film-Noir-Gewand. Kein Wunder, dass inzwischen schon die dritte Staffel in Arbeit ist.

2. "Buffy, der Vampirkiller" (1992) vs. "Buffy – Im Bann der Dämonen" (1996 - 2003)

Der Film: Selbst an hartgesottenen Fans der späteren TV-Serie wird "Buffy, der Vampirkiller" vorbeigegangen sein. Dabei ist es der erste Auftritt der Jägerin, einer jungen Teenagerin, deren Schicksal es ist, Vampiren den Garaus zu machen. Neben Hauptdarstellerin Kristy Swanson spielten Teenie-Schwarm Luke Perry, Hilary Swank und Donald Sutherland. Dennoch floppte Joss Whedons Fantasykomödie.

Die Serie: Doch Whedon glaubte an sein Konzept und brachte es im Serienformat zurück von den Toten. Mit Sarah Michelle Gellar als Titelfigur erarbeitete sich die Show in sieben Staffeln eine große Fangemeinde – Golden-Globe- und Emmy-Nominierungen folgten.

3. "Westworld" (1973) vs. "Westworld" (2016 – heute)

Der Film: Michael Crichton ist vor allem als Autor von "Jurassic Park" bekannt. Doch schon 1973 verwirklichte er mit dem Film "Westworld" als Drehbuchautor und Regisseur eine ganz andere Vision eines Freizeitparks, der statt von Dinosauriern von Androiden bevölkert ist. Mit seiner zweiten Regiearbeit gelang ihm ein Beachtungserfolg. Die Fortsetzung "Futureworld" und eine Miniserie namens "Beyond Westworld" folgten.

Die Serie: Auch wenn der Film bei den Kritikern größtenteils positiv angenommen wurde, erhob HBO, Heimat von "Game of Thrones", das Grundmaterial mit "Westworld" auf ein neues Level. Im Serienformat wird der intellektuell und philosophisch herausfordernde Plot tiefer ausgelotet und natürlich ist auch rein optisch über 40 Jahre nach dem Original viel mehr möglich.

4. "The Punisher" (1994) vs. "Marvel's The Punisher" (2017 – heute)

Der Film: Der Marvel-Antiheld Punisher durfte auf der großen Leinwand schon mehrmals das Gesetz in die eigene Hand nehmen. 1989 schlüpfte Dolph Lundgren, 2004 Thomas Jane und 2008 Ray Stevenson in die Rolle des kompromisslosen Rächers, der den Mord an seiner Familie rächen will. Doch nur die Version mit Thomas Jane war ein finanzieller Erfolg, auch wenn sie bei den Kritikern durchfiel.

Die Serie: Eher zufällig bekam der Punisher eine zweite Chance auf seine Rache. Nach einer denkwürdigen Rolle in der zweiten Staffel der Netflixserie "Daredevil", in dem seine moralische Integrität infrage gestellt wurde, bekam Frank Castle aka The Punisher seine eigene Spin-off-Serie. Und die Zuschauer sind begeistert, wie der Audience-Score von 93 Prozent auf Rotten Tomatoes beweist.

5. "Fargo – Blutiger Schnee" (1996) vs. "Fargo" (2014 – heute)

Der Film: Mit "Fargo" ist den Coen-Brüdern ein gekonnter Genremix gelungen, der gleich zwei Oscars einstrich. Darin läuft ein vermeintlich harmloser Entführungsfall in der Kleinstadt Fargo aus dem Ruder, was viele Tote und noch mehr Probleme auf den Plan ruft. Die hochschwangere Polizistin Marge (Frances Mc Dormand) ermittelt.

Die Serie: Zugegeben, "Fargo" ist als Film schon sehr gelungen. Doch im Serienformat kann man umso tiefer in die schwarzhumorige Welt von Fargo und seiner verschrobenen Einwohner eintauchen. Da jede Staffel für sich steht, wird das "Fargo"-Universum ständig um neue Figuren erweitert.

6. "Stargate" (1994) vs. zahlreiche "Stargate"-Serien (1997 – heute)

Der Film: In "Stargate" verband Starregisseur Roland Emmerich geschickt die ägyptische Götterwelt mit Science-Fiction. Das US-Militär bekommt ein mit Hieroglyphen übersätes Artefakt in die Hände, das sich als Sternentor herausstellt, das verschiedene Welten verbindet. Auch wenn die Reviews mittelmäßig ausfielen, überzeugte das Konzept an den Kinokassen und bescherte dem Studio Einnahmen von fast 200 Millionen US-Dollar.

Die Serie: Kein Wunder, dass die Story bald auch für die Fernsehserie "Stargate – Kommando SG-1" weiter ausgebaut wurde. Dass mit "Stargate Atlantis" und "Stargate Universe" weitere Serien sowie Fernsehfilme folgten, spricht für den anhaltenden Erfolg der Reihe. Und ein Ende ist offenbar noch lange nicht in Sicht. Die Prequelserie "Stargate Origins" führt die Erfolgsgeschichte auch 2018 weiter.

7. "M.A.S.H." (1970) vs. "M*A*S*H" (1972 – 1983)

Der Film: Mit "M.A.S.H." trat 1970 eine Militärklamotte ihren Siegeszug an. Im Mittelpunkt steht ein mobiles Feldlazarett, das 1951 in der Nähe der koreanischen Front steht. Doch statt Trübsinn herrscht bei US-Militär und der zynischen Ärzteschaft Feierstimmung. Die übertrug sich offenbar auch auf de Kinozuschauer, denn der Klamauk war ein großer finanzieller Erfolg.

Die Serie: Diesen konnte auch die Fernsehserie "M*A*S*H" fortführen, die die Geschichte nur zwei Jahre später mit nahezu komplett ausgetauschtem Cast weitersponn. Elf Jahre war das Lazarett im Einsatz und entwickelte sich über die Jahre zum Kulthit. "M*A*S*H" gewann zahlreiche Golden Globes und Emmys.

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