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Kurios: 6 Filme, die trotz mauer Kritiken einen Oscar gewannen

Harley Quinn hat gut Lachen: Ihr Film "Suicide Squad" darf sich mit einem Oscar schmücken.
Harley Quinn hat gut Lachen: Ihr Film "Suicide Squad" darf sich mit einem Oscar schmücken. (©YouTube/WarnerBrosPictures 2018)

"And the Oscar goes to: 'Wolfman'!?" Manche Filme sind regelrecht ins Oscarrennen reingerutscht – weil sie unter einem speziellen Aspekt tatsächlich ganz gut waren oder weil es schlicht nicht viel Konkurrenz gab im betreffenden Jahr.

Wir haben sechs Filme gefunden, die von der Kritik verschmäht wurden und teils auch längst vergessen sind – sich aber dennoch das Prädikat "Oscargewinner" auf die Blu-ray kleben dürfen. Begleite uns auf eine kuriose Reise durch die Filmgeschichte.

Ranking
Sortiert sind die Filme nach ihrer Bewertung beim amerikanischen Rezensionsportal Rotten Tomatoes – absteigend.

1. "L.A. Crash" (2004)

Mehrere Geschichten überschneiden sich in Los Angeles, alle behandeln den alltäglichen Rassismus in den USA. Die Charaktere sind ambivalent, Täter und Opfer sind nicht immer gleich klar zu erkennen ...

  • Score auf Rotten Tomatoes: 75%
  • Gewann den Oscar dennoch: 2006 für besten Film, besten Schnitt und bestes Original-Drehbuch – außerdem war er nominiert für beste Regie, bester Nebendarsteller und bester Filmsong
  • Verdient? Eine breite Starbesetzung (u. a. Sandra Bullock, Matt Dillon) und das sensible Thema sorgten für großes Aufsehen beim Filmpublikum und größtenteils wohlwollende Kritiken."L.A. Crash" ist sicher kein schlechter Film, allerdings lassen ihn die Auszeichnungen für besten Film und bestes Drehbuch besser aussehen, als er ist. Mit Filmen wie "Brokeback Mountain", "Good Night, and Good Luck" oder "Capote" gab es bei den Academy Awards 2006 genug Konkurrenz, die die goldene Statue eher verdient hätte.

2. "Alice im Wunderland" (2010)

Die wundersame Geschichte von dem Mädchen Alice, das einem weißen Kaninchen folgt, und sich in einem unvorstellbar verrückten Märchenland wiederfindet, wurde unzählige Male verfilmt. Unvergessen ist Disneys animierte Version von 1951, übertroffen wurde dieses Meisterwerk von seinen Nachfolgern bislang nicht.

Auch nicht von Kultfilmer Tim Burton,  dessen Version 2010 erschien – abermals über Disney. Die Neuverfilmung des wunderbar absurden Stoffs sieht zwar Burton-typisch klasse aus, wurde aber etwas zu sehr auf Massenkompatibilität getrimmt.

  • Score auf Rotten Tomatoes: 52%
  • Gewann den Oscar dennoch: 2011 für bestes Szenenbild und Kostüm – nominiert war der Film außerdem für beste visuelle Effekte
  • Verdient? Durchaus. Die Kostüme in "Alice im Wunderland" sind tatsächlich wie von einem anderen Stern. Größte Konkurrenten für das Szenenbild waren 2010 sicherlich "Inception" und "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes I".

3. "Der Geist und die Dunkelheit" (1996)

Ein irischer Colonel, gespielt von Val Kilmer, wird Ende des 19. Jahrhunderts nach Afrika versetzt, um den Bau einer Eisenbahn zu überwachen. Doch die dort ansässigen Löwen scheinen etwas dagegen zu haben und verköstigen sich regelmäßig an den Bauarbeitern. Zusammen mit dem hartgesottenen Jäger Remington (Michael Douglas) macht er sich auf die Jagd …

"Der Geist und die Dunkelheit" basiert auf einer wahren Geschichte, die vor diesem 1996er-Anlauf bereits zweimal verfilmt worden war: "Bwana Devil" und "Killers of Kilimanjaro", beide aus den 1950er Jahren, beide inzwischen verstaubt und vergessen. Ein ähnliches Schicksal ist wohl auch dieser Version von Regisseur Stephen Hopkins ("Predator 2") bestimmt.

Der okaye Abenteuerfilm sorgte für mäßigen Erfolg an den Kinokassen und für Schulterzucken bei den Kritikern – darf sich kurioserweise aber dennoch mit einem Oscar schmücken.

  • Score auf Rotten Tomatoes: 50%
  • Gewann den Oscar dennoch: 1997 für den besten Tonschnitt
  • Verdient? Anscheinend ja. Direkte Konkurrenz für "Der Geist und die Dunkelheit" war 1996 unter anderem die Actionklamotte "Eraser" (!) mit Arnold Schwarzenegger. Offensichtlich gefiel der Academy das Gewehrknallen von Michael Douglas besser als Arnies Maschinengewehrrattern.

4. "Wolfman" (2010)

Der Wolfsmensch gehört neben Dracula, Frankensteins Monster und der Mumie zu den klassischen Filmmonstern der Universal Studios. Entsprechend holt das Studio sein haariges Biest immer mal wieder aus dem Archiv, um ihm zu neuem Ruhm zu verhelfen.

2010 schlüpfte Benicio del Toro ("Die letzten Jedi") in diese Rolle und hatte mit Anthony Hopkins, Emily Blunt und Hugo Weaving erstklassige Kollegen an seiner Seite. Der "Wolfman" brachte das Publikum aber leider eher zum Gähnen und floppte.

  • Score auf Rotten Tomatoes: 35%
  • Gewann den Oscar dennoch: 2011 für bestes Make-up
  • Verdient? Benicio Del Toros Maske ist tatsächlich schaurig anzuschauen und mit "The Way Back" und "Barney’s Version" stand er mit zwei Dramen in Konkurrenz, die eher durch andere Qualitäten als durch spektakuläres Make-up bestachen.

5. "Suicide Squad" (2016)

Suicide Squad sollte DCs Comicuniversum von einer coolen Seite zeigen, weg von Supermans Saubermann-Image, hin zu zynischen Antihelden. Aber das Endergebnis wollte nicht so richtig überzeugen. Der Plot wurde aufgrund von Konflikten hinter den Kulissen etliche Male auseinandergenommen und neu zusammengesetzt – was man als Zuschauer durchaus merkt. Kurz gesagt fehlt "Suicide Squad" leider der rote Faden.

  • Score auf Rotten Tomatoes: 26%
  • Gewann den Oscar dennoch: 2017 für bestes Make-up
  • Verdient? Auf lange Sicht: ja. Allein das Kostüm bzw. Make-up von Margot Robbie als Harley Quinn ist mittlerweile Kult.

6. "Pearl Harbor" (2001)

Zwei flugbegeisterte und draufgängerische Freunde (Ben Affleck und Josh Hartnett) treten der US-Armee bei und erleben den japanischen Angriff auf Pearl Harbor mit ...

Michael Bay wollte hier Anno 2001 anscheinend den Erfolg von James Camerons "Titanic" wiederholen. Eine historische Begebenheit, eine Liebesgeschichte und epische Breite beherrschen den Film. Die Kritiker waren weniger angetan, sprachen von einer Ansammlung von Kriegsfilmklischees.

  • Score bei Rotten Tomatoes: 25%
  • Gewann den Oscar dennoch: 2002 für besten Tonschnitt, außerdem nominiert für besten Ton, beste visuelle Effekte und besten Filmsong
  • Verdient? Eins muss man Michael Bay lassen: Krachen lassen kann er es. Wer seine Surround-Anlage mal tüchtig durchpusten möchte, ist mit Pearl Harbour sicherlich nicht schlecht beraten.
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