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Neuner-Nostalgie: 9 One-Hit-Wonder der 90er

"A little bit of...": Lou Begas "Mambo No. 5" darf auf keiner Neunziger-Party fehlen.
"A little bit of...": Lou Begas "Mambo No. 5" darf auf keiner Neunziger-Party fehlen. (©Youtube/Filtr Germany 2017)

One-Hit-Wonder gibt es in jedem Jahrzehnt, doch die 90er sind besonders berüchtigt für die lange Liste ihrer musikalischen Eintagsfliegen. Von "What is Love?" bis "Macarena", von Rock bis Eurodance – hier sind unsere neun liebsten Exemplare.

1. Haddaway – "What is Love?" (1993)

Der gebürtig aus Trinidad und Tobago stammende deutsche Sänger Alexander Nestor Haddaway schaffte mit seiner tanzbaren Vertonung einer der existenziellen Menschheitsfragen den Sprung in die ewige Liste der größten Hits des Jahrzehnts. Die Bekanntheit dieses One-Hit-Wonders wirkt bis heute nach: Ohne "What is Love?" kommt keine 90er-Party aus, 2010 sampelte Eminem den Song für seinen Track "No Love" und 2016 schaffte es ein Cover des belgischen DJs Lost Frequencies in die Charts. Haddaway selbst konnte den Erfolg seines größten Hits aber nie wiederholen.

2. Crash Test Dummies – "Mmm Mmm Mmm Mmm" (1993)

Die kanadischen Folkrocker Crash Test Dummies lieferten mit diesem entspannten Track ein in vielerlei Hinsicht ungewöhnliches Stück Musik ab. Statt eines "richtigen" Texts gibt es im Refrain nur ein murmeliges "Mmm Mmm Mmm Mmm", dazu fällt Sänger Brad Roberts mit seinem markanten Bass-Bariton zwischen anderen zeitgenössischen Rockbands ziemlich auf. Für den durchschlagenden Erfolg dieses One-Hit-Wonders waren die Seltsamkeiten aber sicherlich eher förderlich.

3. Culture Beat – "Mr. Vain" (1994)

Zugegeben: Mit ihrem Album "Serenity" konnten Culture Beat in den Jahren 1993 und 1994 mehrere Charterfolge landen. Bekannt sind sie bis heute aber wohl vor allem für die erste Single "Mr. Vain", die mit einem knackigen Beat, bissigen Synthesizern, Rap-Parts und ohrwurmverdächtigen Gesangsmelodien als perfekte Blaupause für den in den 90ern populären Eurodance-Stil durchgeht. Kein Wunder, dass der Song die internationalen Charts wochenlang anführte.

4. Deep Blue Something – "Breakfast at Tiffany's" (1995)

Wie kittet man eine Beziehung, wenn man nichts gemeinsam hat? Die US-Band Deep Blue Something schlug in "Breakfast at Tiffany's" eine Besinnung auf die kleinen Dinge vor – zum Beispiel auf diesen Film mit Audrey Hepburn, den beide Partner doch eigentlich ganz okay fanden. Die charmante Poprock-Nummer landete weltweit in den Top-Ten-Listen. Für die Frage, wie man ein One-Hit-Wonder zu dauerhaftem Erfolg in den Charts ausbaut, hatten Deep Blue Something leider keine Antwort parat – und gerieten in Vergessenheit.

5. Los Del Rio – "Macarena" (1996)

Wer in den Neunzigern annähernd im musikaufnahmefähigen Alter war, hat sich unter Garantie schon einmal zu diesem One-Hit-Wonder ein wenig Pseudospanisch zusammengestammelt, das in einem lauthals gerufenen "Heeey Macarena!" gipfelte. Dazu noch die passenden Tanzschritte und fertig ist ein Hit, der auch mehr als 20 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung noch jede Tanzfläche zum Kochen bringt.

6. The Verve – "Bitter Sweet Symphony" (1997)

Der Titel "Bitter Sweet Symphony" passt so unglaublich gut zu diesem One-Hit-Wonder, dass es sich kein Drehbuchautor besser ausdenken könnte. Bittersüß war der einmalige Über-Hit nämlich nicht nur dank der seufzenden Streicher und des melancholischen Textes. Auch für die Band The Verve war er Segen und Fluch zugleich – leider vor allem Letzteres. Besagte Streicher stammen nämlich aus der Orchesterfassung eines Rolling-Stones-Songs. Die britischen Rock-Urgesteine gaben zwar die Erlaubnis für das Sample, fackelten aber nicht lange, als sie den Erfolg des Tracks sahen, und verlangten die gesamten Einnahmen, die mit dem Song erzielt wurden – und das ist eine ganz schöne Stange Geld, die The Verve bis heute nie zu sehen bekamen.

7. Liquido – "Narcotic" (1998)

So viel Dusel muss man erst einmal haben: Liquido-Sänger Wolfgang Schrödl spielte 1996 in seiner Heidelberger Wohnung mit einem gebrauchten Keyboard herum, das er sich neu gekauft hatte, und ließ sich von den eingespeicherten Sounds des Vorbesitzers inspirieren. Dabei kam eine Melodie heraus, die zwei Jahre später maßgeblich dafür sorgen sollte, dass "Narcotic" zu einem weltweiten Erfolgshit wurde. Allein 700.000 Mal verkaufte sich die Single in Deutschland. Wiederholen konnte die Band die Durchschlagskraft ihres One-Hit-Wonders bis zur Auflösung im Jahr 2009 nie mehr.

8. Semisonic – "Closing Time" (1999)

Beim ersten Hinhören handelt dieses One-Hit-Wonder aus der Feder der US-Alternative-Rocker Semisonic vom letzten Drink in einer Kneipe und der darauf folgenden nächtlichen Aufbruchsstimmung. Laut Sänger Dan Wilson handelt der Rocksong aber auch von der bevorstehenden Geburt seines Kindes, was ihm aber erst beim Schreiben des Textes auffiel. Die Doppeldeutigkeit soll aber sehr dabei geholfen haben, "Closing Time" den Bandkollegen schmackhaft zu machen, die von einem Song übers Vaterwerden ansonsten eher wenig erbaut gewesen wären.

9. Lou Bega – "Mambo No. 5" (1999)

"Ladies and Gentlemen ... this is Mambo No. 5!" Mit dieser Ankündigung gab der deutsche Latin-Pop-Sänger Lou Bega Ende der 90er den Auftakt zu einem Sommerhit-Erfolg, den er nie mehr wiederholen konnte. Dass er heute als One-Hit-Wonder gilt, ärgert den umtriebigen Musiker, der nach wie vor neue Musik veröffentlicht, übrigens ein wenig. "Natürlich ist jeder andere Song neben 'Mambo No. 5' ein Misserfolg", beklagte er 2013 in einem Interview mit der Zeitung Express. Stimmt leider.

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