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Not amused! Die 7 größten Fehler in Staffel 4 von "The Crown"

Fernsehen ist eben keine Geschichtsstunde: "The Crown" nimmt sich einige Freiheiten heraus.
Fernsehen ist eben keine Geschichtsstunde: "The Crown" nimmt sich einige Freiheiten heraus. Bild: © Courtesy of Sophie Mutevelian / Netflix 2020

Mit Staffel 4 nähert sich "The Crown" Begebenheiten, an die sich viele noch erinnern: die Heirat und Ehe von Diana und Charles, Margaret Thatcher als britische Premierministerin und der Falklandkrieg. Doch wie genau nehmen es die Macher rund um Serienschöpfer Peter Morgan bei der Inszenierung mit der Wahrheit? In diesen sieben Fällen sind – absichtlich oder nicht – einige Schnitzer passiert!

Achtung, Spoiler!
Wer Staffel 4 von "The Crown" noch nicht gesehen hat, muss sich auf Spoiler einstellen.

Diana: Alleingelassen im Buckingham Palace

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Diana wird in "The Crown" von den Royals links liegengelassen. Bild: © Des Willie/Netflix 2020

Die Liebesgeschichte zwischen Prinz Charles und Lady Diana wird in "The Crown" sehr schnell entromantisiert. Kaum sind sie verlobt, begibt sich Charles auf eine Auslandsreise und meldet sich bis zu seiner Rückkehr nicht mehr bei Diana. Seine Zukünftige bleibt in ihrem eigenen Trakt im Buckingham Palace zurück, wo sich keiner der Royals blicken lässt und sie nach und nach vereinsamt.

Die Serie widmet diesem Kapitel eine komplette Folge. Laut Royalbiografin Penny Junor ist das übertrieben dargestellt. "Diana wurde nicht einfach im Palast abgeladen, es gab Leute, die sich um sie kümmerten", erklärt Junor im Gespräch mit History Extra. Eine alte Familienfreundin von Diana sei eine Hofdame der Queen gewesen und die Beziehung zu Charles' persönlichem Assistenten sei, anders als in der Serie, sehr freundschaftlich gewesen.

Camilla & Charles: Ein Liebespaar ohne Unterbrechung

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Charles und Camilla haben sich in "The Crown" nie aus den Augen verloren. Bild: © Courtesy of Des Willie / Netflix 2020

Es gibt von Lady Di den berühmten Ausspruch, dass es "drei Personen in ihrer Ehe gab", ein klarer Hinweis auf Camilla, Charles' langjährige Geliebte. In "The Crown" wird kaum ein Zweifel daran gelassen, dass die beiden während der gesamten Ehe von Charles und Diana in Kontakt blieben und das offenbar nicht nur platonisch. Das ist jedoch nur eine Sichtweise.

Laut Charles begann die Affäre mit Camilla erst 1986, als seine damals fünfjährige Ehe mit Diana unwiederbringlich zum Scheitern verurteilt war, wie laut Town & Country in einer unautorisierten Biografie über den Kronprinzen zu lesen ist. Royalexpertin Junor bekräftigt das im Interview mit Spiegel. Charles habe fünf Jahre keinen Kontakt zu Camilla gehabt. Erst wegen seiner schlechten psychischen Verfassung und durch Einschreiten seiner Freunde wären die beiden wieder in Verbindung getreten.

Margaret Thatchers missglückter Besuch auf Balmoral

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Nein, das ist nicht das richtige Outfit für die Jagd, Mrs. Thatcher! Bild: © Sophie Mutevelian/Netflix 2020

Gillian Anderson gibt als Margaret Thatcher aka "The Iron Lady" eine echte Glanzleistung ab. Ein Highlight von Staffel 4 ist, als die Premierministerin die Royals das erste Mal auf ihrem Landsitz Balmoral besucht. Während die naturliebenden Windsors in Outdoorkleidung auf Pirschjagd gehen, stöckelt die Iron Lady in leuchtend blauen Kostümen ziellos durch die Gegend und kann sich für das Landleben und das privilegierte Leben der Königsfamilie so gar nicht erwärmen.

Und dann setzt sie sich auch noch auf den Stuhl von Königin Victoria, auf dem niemand sitzen darf. Schließlich reist die Politikerin früher als geplant ab. Die Geschichte mit Victorias Stuhl stimmt zwar, aber als treue Royalistin hätte Thatcher ihren Besuch wohl nie vorzeitig abgebrochen. Zudem erscheint es unwahrscheinlich, dass ihr die Queen und ihr Umfeld so kühl entgegentraten und sich die patente Politikerin bei diesem Besuch so ungeschickt anstellte.

Berühmtes Familienfoto in Australien statt Neuseeland

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Klein-William reist schon mit neun Monaten ans andere Ende der Welt. Bild: © Des Willie/Netflix 2020

Für uns eine Kleinigkeit, für Neuseeland ein echter Fauxpas! Es gibt ein berühmtes Foto von Charles, Diana und Klein-William, das 1983 während der Royaltour des Paares in Australien und Neuseeland aufgenommen wurde. Diana sorgte damals für Aufsehen, als sie den neun Monate alten William auf die über 40-tägige Tour mitnahm, statt ihn bei einer Nanny in England zu lassen. Das Foto zeigt die Familie auf einer Picknickdecke im Garten des Generalgouverneurs von Neuseeland. In "The Crown" wurde der Schnappschuss, der um die Welt ging, stattdessen nach Australien verlegt. Das bedeutet trockenes Outback statt grünem Rasen. Der süßen Familienszene tut das keinen Abbruch.

Kein Ruhestand für den Privatsekretär der Queen

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Nein, Martin, keine Rente für Dich. Ich muss schließlich auch durchhalten. Bild: © Liam Daniel/Netflix 2020

Der Dienst für das britische Königshaus ist eine echte Lebensaufgabe. Das wird auch in "The Crown" immer wieder thematisiert, zum Beispiel wenn der ehemalige Privatsekretär Alan "Tommy" Lascelles trotz Ruhestand bei brenzligen Fragen immer wieder um Rat gefragt wird. Seit Beginn der Serie befindet sich Martin Charteris im Umfeld von Elizabeth II., zunächst als ihr Privatsekretär vor ihrer Krönung, dann als assistierender Privatsekretär der Königin und schließlich als Privatsekretär.

In Staffel 4, die sich von 1979 bis 1990 erstreckt, tut der britische Oberstleutnant weiter brav seinen Dienst. Mit der Realität hat das jedoch nichts zu tun, denn Charteris ging bereits 1977 im Alter von 64 Jahren in Rente. Seinen Nachfolger Philip Moore bekommen wir in "The Crown" wohl gar nicht zu sehen, er diente der Königin von 1977 bis 1986.

Hitziges Telefonat zwischen Charles und Onkel Dickie

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Prinz Charles sagt Onkel Dickie die Meinung. Bild: © Des Willie/Netflix 2020

Lord Mountbatten aka Onkel Dickie spielt in "The Crown" vielleicht keine sehr präsente, aber dafür eine umso wichtigere Rolle. Der Onkel von Philip und Großonkel von Charles war für beide Männer ein Vaterersatz. "The Crown" nimmt sich jedoch, wie so oft, ein paar Freiheiten heraus. So gibt es in der ersten Episode ein hitziges Telefonat zwischen Dickie und Charles, in dem der väterliche Freund den Kronprinzen von Camilla loseisen will und ihn an seine Pflichten erinnert.

Schließlich schreibt Dickie kurz vor seinem tragischen Tod einen Brief an Charles, in dem er ihn auffordert, sich eine passende Braut zu suchen. So unterhaltsam beides auch ist, es ist vollkommen fiktional. Serienschöpfer Peter Morgan hat zugegeben, dass er sich die Szenen ausgedacht hat, aber er glaube, sie spiegeln Mountbattens wahre Ansichten wieder, wie The Sun berichtet.

Fehler oder Absicht? Eine Maus im Buckingham Palace

Unser letzter Fehler könnte sich sogar als wahrheitsgetreuer erweisen, als man glauben würde. Sehr aufmerksame Zuschauer haben in Episode 3 eine Maus entdeckt, die unbemerkt von der Queen Mum über einen Teppich im Buckingham Palace läuft. Hierbei handelt es sich wohl um einen unbeabsichtigten Besuch, der beim Filmen offenbar nicht auffiel. Die Macher nehmen es jedoch mit Humor und teilten einen Screenshot davon auf Twitter mit den Worten: "Herausragender Gastdarsteller in einer Dramaserie?". So weit hergeholt ist der Nagerbesuch allerdings nicht. Erst vergangenes Jahr litt der Palast unter einer Rattenplage, wie The Sun berichtete.

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