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Oscars: 7 Filme & Stars, die längst eine Trophäe verdient hätten

In "Pulp Fiction" zog Samuel L. Jackson alle Blicke auf sich. Einen Oscar gewann er trotzdem nicht.
In "Pulp Fiction" zog Samuel L. Jackson alle Blicke auf sich. Einen Oscar gewann er trotzdem nicht. (©picture alliance/Mary Evans Picture Library 2017)

Die Oscars sind der renommierteste Filmpreis der Welt und wer die goldene Trophäe in Händen hält, zehrt davon oft auf Lebenszeit. Doch die Academy, die die Preise jährlich vergibt, hat auch schon zahlreiche große Filme und Talente sträflich übersehen. Hier sind sieben Kandidaten, denen wir den einen oder anderen Oscar gegönnt hätten.

1. Alfred Hitchcock

Fragt man jemanden heute nach den größten Regisseuren aller Zeiten, wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der Name von Spannungsmeister Alfred Hitchcock fallen. Umso erstaunlicher ist es, dass er in seiner sechs Jahrzehnte umspannenden Karriere zwar fünfmal als bester Regisseur für den Oscar nominiert war, ihn aber nie gewonnen hat. Immerhin: Viele seiner Filme räumten bei den Academy Awards in anderen Kategorien ab, wenn auch oft "nur" in technischen Rubriken. "Psycho", der oft als sein bedeutsamster und einflussreichster Film angesehen wird, kam dagegen nicht einmal über vier Nominierungen hinaus! Immerhin bekam Hitchcock im Jahr 1968 den Irving G. Thalberg Memorial Award, der als "Ehren-Oscar" gilt. Seine Dankesrede in voller Länge: "Danke... vielmals". Das spricht Bände.

2. "Shining"

Stanley Kubricks Verfilmung eines Stephen-King-Romans ist heute ein echter Klassiker des Horror-Genres. Im Erscheinungsjahr 1980 sah zumindest die Oscar-Jury diese nachhaltige Wirkung nicht kommen. Nicht einmal eine Nominierung konnte "Shining" einstreichen – weder für den Film an sich noch für Stanley Kubricks minutiös-perfektionistische Regie oder für den unnachahmlich dämonisch aufspielenden Hauptdarsteller Jack Nicholson. Apropos Kubrick: Der einflussreiche Regisseur, der auch noch Meisterwerke wie "2001: Odyssee im Weltraum" und "Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben" verantwortete, hat den Oscar für die beste Regie in seiner langen Karriere nicht ein einziges Mal gewonnen.

3. "The Big Lebowski"

Die Coen-Brüder können sich über zu wenig Aufmerksamkeit bei den Oscars eigentlich nicht beschweren: Ihr düsterer Neo-Western "No Country for Old Men" gewann vier Trophäen und auch die finstere Komödie "Fargo" ging mit zwei Awards nach Hause. Ein ganz bestimmter Film, der den Kultstatus des Regie-Duos maßgeblich mitgeprägt hat, flog aber völlig unter dem Radar: "The Big Lebowski" holte nicht einmal eine Nominierung. Ein antriebsloser Hippie als Hauptcharakter und die nur mühsam entwirrbare Handlung waren für die Academy wohl einfach zu unattraktiv – im Unterschied zu den zahlreichen Fans, die die als Klassiker geltende Komödie heute hat.

4. Samuel L. Jackson in "Pulp Fiction"

Quentin Tarantinos "Pulp Fiction" ist ein Kult-Feuerwerk auf vielen Ebenen, doch eine der eindrücklichsten Performances des Films liefert zweifellos Samuel L. Jackson als bibelfester Killer Jules Winnfield ab. Tatsächlich wurde er bei den Oscars 1995 immerhin als bester Nebendarsteller nominiert, musste sich aber Martin Landau geschlagen geben, der die Trophäe für seine Darstellung von Horror-Ikone Bela Lugosi in Tim Burtons Biopic "Ed Wood" erhielt. Manche Kritiker behaupten, der damals 66-Jährige habe damit einen "Karriere-Oscar" eingeheimst, der mit seiner eigentlichen Leistung wenig zu tun hatte. Die popkulturelle Sprengkraft von Jacksons Winnfield hatte er jedenfalls nicht.

5. Leonardo DiCaprio

Viele Jahre lang war Leonardo DiCaprio der Running Gag der Academy Awards. "Kriegt er ihn dieses Jahr?", lautete die Frage immer wieder aufs Neue – und regelmäßig blieb der Schauspieler wieder ohne Oscar. Ein Ende nahm die Tortur erst, als DiCaprio bei den Oscars 2016 tatsächlich für seine Hauptrolle in "The Revenant – Der Rückkehrer" ausgezeichnet wurde. Das heißt aber nicht, dass seine Filmrollen in den vorigen Jahren weniger Oscar-würdig gewesen wären: "The Wolf of Wall Street", "Inception", "Shutter Island", "Departed – Unter Feinden" – die Liste ist lang und die Nominierungen zahlreich. Oft wäre der Oscar wohl sogar verdienter gewesen als die Anstands-Trophäe für "The Revenant".

6. "Goodfellas"

Martin Scorseses Mafia-Drama "Goodfellas" gilt heute als einer der besten Filme, die je über das organisierte Verbrechen gedreht wurden. Der Streifen trumpfte mit einem spielfreudigen Cast, exquisiter Regie und visuellen Meisterleistungen auf. Von sechs Nominierungen bei den Oscars 1991 gewann der Film schließlich nur eine einzige Trophäe – Joe Pesci wurde als bester Nebendarsteller ausgezeichnet. In gleich zwei Kategorien ("Bester Film" und "Beste Regie") mussten sich Scorsese und seine "Goodfellas" Kevin Costners Western "Der mit dem Wolf tanzt" geschlagen geben.

7. Amy Adams

Dass Amy Adams bei den Oscars 2017 nicht einmal mit einer Nominierung bedacht wurde, ist durchaus skandalös zu nennen – schließlich lieferte die US-Amerikanerin nicht nur im Kritikerliebling "Nocturnal Animals" eine beeindruckende Performance ab, sondern begeisterte auch im Sci-Fi-Hit "Arrival". Überhaupt hätte Adams den Preis langsam mal verdient. Nominiert war sie seit 2006 bereits für fünf Rollen als Haupt- und Nebendarstellerin – und steht immer noch ohne Oscar da.

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