"Requiem for A Dream", "Blow" & Co.: Diese Filme sind ein echter Trip

Ein Drogen-Trip der ganz besonderen  Art ist auch in "Fear and Loathing in Las Vegas" zu sehen.
Ein Drogen-Trip der ganz besonderen Art ist auch in "Fear and Loathing in Las Vegas" zu sehen. (©Universal Pictures 2018)
Meliha Dikmen Gruselt sich auch bei FSK-12-Filmen.

Wenn der richtige Filmemacher es in die Hand nimmt, können selbst bewusstseinserweiternde Erfahrungen in Drogen-Filmen einzigartig auf die Leinwand gebannt werden. Dank schnellen Schnitten, ungewöhnlichen Kameraperspektiven, Verzerrungen und vielen anderen Stilmitteln vermag es der Bildschirm, einen tranceartigen Zustand zu imitieren. Zur Meisterschaft in diesem Genre haben es einige dieser Werke gebracht. Hier kommen die acht besten Drogen-Filme.

1. "Transpotting – Neue Helden"

Mit "Trainspotting – Neue Helden" feierte Regisseur Danny Boyle, der sich auch bald des Bond-Franchise annimmt, nicht nur 1996 seinen Durchbruch, sondern schuf einen absoluten Kultfilm. Nach der Romanvorlage von Irvine Welsh inszenierte er mit trockenem und sehr schwarzem Humor das Leben einer punkigen Männerclique rund um Mark (Ewan McGregor) in Edinburgh, die sich komplett dem Heroin verschrieben hat. Die Drogenerfahrung wird suggestiv bebildert und als halluzinatorisch-surreale Erfahrung dargestellt. Dabei schafft es "Trainspotting" – auch wenn er häufig als "lustiger Drogen-Film" gilt – die harten Schattenseiten der Drogensucht zu zeigen. 

Gut zu wissen: 2017 erschien mit "T2 Trainspotting" nach 21 Jahren ein Sequel des Klassikers mit dem alten Cast.

2. "Requiem for a Dream"

Wenn es einen Preis für den besten inoffiziellen Antidrogen-Film von Hollywood gäbe – "Requiem for a Dream" wäre mit großem Abstand der Gewinner. Was als Gesellschaftssatire rund um vier aus den unterschiedlichsten Gründen den Drogen verfallenen Protagonisten startet, wird zunehmend zu einem echten Albtraum, dem sich der Zuschauer nicht entziehen kann. Regisseur Darren Aronofsky nutzt für die Darstellung des Drogenkonsums und dem damit einhergehenden Kontrollverlust seiner Figuren sogenannte Hip-Hop-Montagen, in denen sich wiederholende Bilder in kurzen und schnellen Schnitten zusammengefügt werden.

Gut zu wissen: Um den Drogenabhängigen überzeugend darstellen zu können, freundete sich Hauptdarsteller Jared Leto mit echten Junkies in Brooklyn an. Außerdem riet Aronofsky ihm und seinem Kollegen Marlon Wayans für 30 Tage auf Sex und Zucker zu verzichten, um eine Sucht besser nachvollziehen zu können.

3. "Blow"

Johnny Depps Vorliebe für schräge Charaktere ist bekannt. Wahrscheinlich auch deswegen ist er in unserer Liste von Drogen-Filmen gleich zweimal vertreten. In "Blow" schlüpft er in die Rolle des realen George Jung, der sich in den 1970er- und 1980er-Jahren zum größten Kokaindealer in den USA mauserte. "Blow" liefert faszinierende Einblicke in den Drogenhandel und selbst der legendäre, kolumbianische Drogenbaron Pablo Escobar, der in der Netflix-Serie "Narcos" so erfolgreich wiederbelebt wurde, gehörte zu Jungs Bekanntenkreis. 

Gut zu wissen: Als Vorbereitung auf seine Rolle besuchte Johnny Depp den echten George Jung im Gefängnis. Jung verbrachte von 1994 bis 2014 20 Jahre hinter Gittern.

4. "Jim Carroll – In den Straßen von New York"

Auch "Jim Carroll – In den Straßen von New York" beruht ebenso wie "Blow" auf einer wahren Begebenheit. Erzählt wird die Geschichte des 13-jährigen Jim (Leonardo DiCaprio), der zwar aus ärmlichen Verhältnissen stammt, sich aufgrund seines Talents auf dem Basketballplatz jedoch ein Stipendium für eine renommierte, katholische Highschool in New York sichert. Diese Chance verspielt er jedoch, als er mit seinem Freund Mickey immer tiefer in den Drogensumpf abtaucht. Eine Abwärtsspirale aus Sex, Verbrechen und Gewalt setzt ein.

Gut zu wissen: Ursprünglich war River Phoenix daran interessiert, Jim Carroll zu spielen, fühlte sich aber schon zu alt, um die Rolle zu übernehmen. Er starb noch vor der Verwirklichung des Filmes 1993 an einer Überdosis.

5. "Ohne Limit"

Im Gegensatz zu den anderen Filmen in dieser Liste wirft "Ohne Limit" einen weitestgehend positiven Blick auf eine vermeintliche Wunderdroge, die der verlotterte und erfolglose Autor Eddie (Bradley Cooper) in die Hände bekommt. Nach dem Schlucken der Pille werden alle seine Sinne um ein vielfaches geschärft. Er schreibt innerhalb weniger Stunden sein Buch fertig, steigt in den Börsenhandel ein und macht den erfolgreichen Geschäftsmann Carl van Loon (Robert De Niro) auf sich aufmerksam. Die Wirkung der Wunderdroge hat Regisseur Neil Burger mit Speed-Zooms, Montagesequenzen und Filtereinsatz visualisiert.

Gut zu wissen: Shia LaBeouf sollte eigentlich die Hauptfigur spielen, musste aber wegen einer Handverletzung absagen. Er wurde durch Bradley Cooper ersetzt.

6. "A Scanner Darkly – Der dunkle Schirm"

In "A Scanner Darkly", einer Verfilmung eines Romans von Sci-Fi-Autor Philip K. Dick, wird der Drogenkonsum von der Warte des Gesetzes aus beleuchtet – zumindest zunächst. Der Drogenfahnder Fred (Keanu Reeves) ermittelt verdeckt im Drogenmilieu von Kalifornien. Seine wahre Identität kennt nicht mal seine Polizeidienststelle, denn er schützt sich durch einen sogenannten Jedermanns-Anzug, einem Ganzkörperanzug, der fortwährend die Erscheinung wechselt. Verfahren wird es, als er von der Behörde auf sich selbst angesetzt wird und dank seiner eigenen Sucht nach Substanz D den Bezug zu sich selbst verliert. 

Gut zu wissen: "A Scanner Darkly" wurde nach dem Filmen per Rotoskopie (ein spezielles Verfahren zum Zeichnen von Bilderfolgen) digitalisiert. Anders hätte sich der futuristische Jedermann-Anzug nicht umsetzen lassen.

7. "Fear and Loathing in Las Vegas"

Ein Drogenexzess par excellence wird in "Fear and Loathing in Las Vegas" auf die Leinwand gebannt. Wieder mit von der Partie ist Johnny Depp, diesmal als Sportjournalist Raoul Duke, der über ein Rennen in Las Vegas berichten soll. Doch schon auf der Hinfahrt in Begleitung des skurrilen Rechtsanwalts Dr. Gonzo (Benicio del Toro) sorgt ein Kofferraum voller Drogen für gehörig Ablenkung. Regisseur Terry Gilliam macht aus der Buchvorlage von Hunter S. Thompson ein wirres und bizarres Spektakel mit fantasievollen Bildern.

Gut zu wissen: Johnny Depp war gut mit Hunter S. Thompson befreundet. Seine Devise, die auch auf seinem Grabstein zu finden ist, war: "Es war mir nie seltsam genug".

8. "Scarface"

Auf unserer Liste von Drogen-Filmen darf natürlich auch der Mafiosi-Klassiker "Scarface" nicht fehlen. Darin spielt Al Pacino den kubanischen Einwanderer Antonio "Tony" Montana, der im Miami der 1980er-Jahre sein Glück finden will. Dort bringt es der hitzige Ex-Sträfling vom Tellerwäscher zum Drogenbaron. Doch schon bald steigt ihm seine neue Position zu Kopf und auch die Polizei ist Montana bald auf den Fersen – und das Drama nimmt seinen Lauf ...

Gut zu wissen: Ein Remake von "Scarface" mit Diego Luna in der Hauptrolle ist schon in Planung.

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