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"Star Trek": 5 populäre Fakten, die eigentlich falsch sind

Fans wissen: Nicht alle gängigen Fakten, die durchs "Star Trek"-Universum wabern, sind wahr!
Fans wissen: Nicht alle gängigen Fakten, die durchs "Star Trek"-Universum wabern, sind wahr! (©Kimberley French 2016)

Um das Science-Fiction-Flaggschiff "Star Trek" ranken sich viele Mythen und Geschichten – wie das eben so ist, wenn eine Serie vom Kult zur Popkultur aufsteigt. Seitdem J.J. Abrams dem Raumschiff Enterprise mit seinem Reboot wieder jede Menge Aufmerksamkeit beschert hat, kursieren aber auch einige Halbwahrheiten und falsche Gerüchte um die Ur-Serie "Raumschiff Enterprise" sowie den Nachfolger "The Next Generation". Die Seite Grunge.com hat einige dieser Irrtümer aufgeklärt. Hier die fünf populärsten, vermeintlichen "Star Trek"-Fakten:

1. Captain Kirk, der Aufreißer

 Frauenheld oder doch pragmatischer Raumschiff-Captain? Chris Pine spielt eine neue Interpretation von Captain James T. Kirk. fullscreen
Frauenheld oder doch pragmatischer Raumschiff-Captain? Chris Pine spielt eine neue Interpretation von Captain James T. Kirk. (©Kimberley French 2016)

Heutzutage wird William Shatner, der erste Captain James T. Kirk in der Ur-Serie "Raumschiff Enterprise", gerne mal aufs Korn genommen – und zwar wegen seiner damals manchmal roboterhaften Bewegungen und dezent verpeilten Art. Trotzdem galt er damals (1966 bis 1969) als echtes Sexsymbol. Vielleicht lag es an der hautengen Uniform? Jedenfalls hält sich deshalb auch hartnäckig das Gerücht, Captain Kirk wäre in der Original-Serie ein interstellarer Weiberheld gewesen, der weibliche Aliens aller Couleur in sein Privatquartier locken konnte. In den drei Staffeln von "Raumschiff Enterprise" lief allerdings erstaunlich wenig zwischen den Kapitänslaken.

Auch Kirks angeblicher Fetisch für grünhäutige Frauen bestätigte sich hier nicht. Kirk ließ sogar einige Interessentinnen eiskalt abblitzen und flirtete meist nur, um an Informationen zu kommen. Dennoch hielt sich das Bild von Jim Kirk als Womanizer so hartnäckig, dass J.J. Abrams "seinen" Kirk (Chris Pine, "Hell or High Water") tatsächlich als Frauenheld darstellte – eine echte selbsterfüllende Prophezeiung.

2. Captain Picard, der Saubermann

 War Jean-Luc Picard wirklich so ein regelkonformer Captain, wie alle Welt meint? Natürlich nicht! fullscreen
War Jean-Luc Picard wirklich so ein regelkonformer Captain, wie alle Welt meint? Natürlich nicht! (©KPA 2016)

Während Kirk auch mal auf die Kacke haut und sich im All so richtig austobt, ist Captain Picard ein absoluter Saubermann, der immer nach den Regeln der Sternenflotte spielt? Falsch. Tatsächlich wirkt Captain Jean-Luc Picard (Patrick Stewart, "X-Men: Zukunft ist Vergangenheit") in "Star Trek: Das nächste Jahrhundert" (1987 bis 1994) gegen Kirk fast wie ein Intellektueller. Er gibt sich ruhig, konzentriert, strahlt Seriosität aus. Dass seine Kapitänsweste allerdings alles andere als weiß ist, zeigt sich unter anderem in einer Folge der vierten Staffel: Hier ermittelt die Sternenflotte gegen Picard, weil er gleich neunmal gegen die oberste Direktive verstoßen haben soll. Diese verbietet es den Mitgliedern der Sternenflotte, sich in das Leben auf fremden Planeten einzumischen – vor allem, wenn diese noch als "primitiv" gelten, das Warp-Zeitalter also noch nicht erreicht haben.

Zu Picards Verteidigung: In den Fällen, in denen er tatsächlich gegen die Hauptdirektive verstößt, passiert das immer aus gutem Grund. So muss er ein ums andere Mal entführte Crewmitglieder retten oder helfend eingreifen, wenn ganze Planeten kurz vor der Zerstörung stehen.

3. Mr. Spock, der emotionslose Eisschrank

 Auch Zachary Quinto verlieh Mr. Spock eine kalte, fast abweisende Art. fullscreen
Auch Zachary Quinto verlieh Mr. Spock eine kalte, fast abweisende Art. (©Kimberley French 2016)

Vulkanier werden nur von Logik gesteuert, Emotionen zeigen sie niemals. Bestes Beispiel ist Mr. Spock, der allein schon vom Anflug eines Lächelns sicher Gesichtsmuskelkater bekäme. Auch diese Ansicht gehört zu den "Star Trek"-Fakten, die sich immer noch wacker halten. Prinzipiell stimmt es natürlich, dass der zuerst von Leonard Nimoy (1931–2015) gespielte Spock ein Vorbild an emotionaler Beherrschung ist. Allerdings gab es zahllose Momente in der Original-Serie, in der Spock sehr wohl lebhaft Gefühle zeigte. Das passierte zum Beispiel, als er von einer Alienpflanze high wurde, oder als er wegen des Gedankens durchdrehte, dass ihm Tierfleisch geschmeckt hat. Sogar ein breites Grinsen zeigte er, als Captain Kirk zunächst seinen eigenen Tod vortäuschte und letztlich aufklärte, dass er doch noch lebt.

In den neuen "Star Trek"-Filmen von J.J. Abrams zeigt Zachary Quinto ("Heroes") in der Rolle des jungen Spock ebenfalls eine Reihe von Emotionen. Allein die Trauer und die Wut, die ihn übermannen, als er Kirks Tod in "Star Trek: Into Darkness" mitansehen muss, sprechen Bände. Es sind diese Momente, in denen immer wieder deutlich wird, dass Spock eben nur zur Hälfte Vulkanier, zur anderen Hälfte jedoch Mensch ist.

4. "Beam mich hoch, Scotty"

 James Doohan verkörperte als Erster den Chefingenieur Montgomery Scott an Bord der Enterprise. fullscreen
James Doohan verkörperte als Erster den Chefingenieur Montgomery Scott an Bord der Enterprise. (©picture-alliance / Mary Evans Pi 2016)

Experiment Straßenumfrage: Welchen Standardspruch verbindet so ziemlich jeder mit der ersten Staffel von "Raumschiff Enterprise"? Klar, "Beam mich hoch, Scotty", oder im O-Ton: "Beam me up, Scotty". Sprachpedanten werden aber nicht müde anzumerken, dass Captain Kirk diesen Spruch in der Original-Serie so niemals zu seinem Cheftechniker gesagt hat. Es erklang zwar hin und wieder ein "Scotty, beam me up" oder "Scotty, beam us up". Die oft zitierte Satzstellung "Beam mich hoch, Scotty" war allerdings nie zu hören.

5. "Star Trek" war schon immer ein Hit

 Captain Kirk und die Crew der Enterprise waren nicht immer so beliebt, wie ihr heutiger Erfolg vielleicht vermuten lässt. fullscreen
Captain Kirk und die Crew der Enterprise waren nicht immer so beliebt, wie ihr heutiger Erfolg vielleicht vermuten lässt. (©picture alliance/United Archives 2016)

Dutzende Filme, mehr als 700 Serienepisoden, ein immer weiter wachsendes Franchise und damit quasi eine Gelddruckmaschine: Das war bei "Star Trek" schon immer so. Nein, auch das zählt zu den falschen Fakten, die sich vor allem in den Köpfen jüngerer Fans manifestieren. Denn bedenkt man, dass die erste "Star Trek"-Serie nur magere drei Staffeln hatte, wird klar: Die Einschaltquoten erreichten in den 60ern keine galaktischen Höhen.

Tatsächlich war schon damals eine Fankampagne nötig, um die Serie vor der Absetzung zu bewahren – seinerzeit noch klassisch mit Briefen an den Sender NBC. Das funktionierte zwar, aber die dann doch finale dritte Staffel fiel qualitativ merklich ab. Erst durch Wiederholungen kamen in den 70ern mehr und mehr neue Fans dazu, wodurch die ersten Kinofilme möglich wurden. "Star Trek: Der Film" floppte allerdings gewaltig und wurde von Kritikern zerrissen. Doch mit "Der Zorn des Khan" wendete sich das Blatt. Seitdem schreibt "Star Trek" Erfolgsgeschichte.

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