Übersicht

Vom Spielzeug zum TV- und Filmstar: "Winnie Puuh" im Wandel der Zeit

2018 erobert der "dumme alte Bär" im CGI-Look die große Leinwand.
2018 erobert der "dumme alte Bär" im CGI-Look die große Leinwand. (©Disney 2018)

Christopher Robin, Heffalumps, Wusel und ganz viel Hoooooonig –Winnie Puuh ist aus Film und TV längst nicht mehr wegzudenken. Doch wie hat die Geschichte vom Bär "von sehr geringem Verstand, aber großem Herzen" eigentlich angefangen? Wir blicken anlässlich des Kinostarts von "Christopher Robin" zurück – und zwar mindestens "drei-hoch-schnürzig" Zeitsprünge, wie Tigger sagen würde.

1. Plüschiges Original

Angefangen hat alles mit einem echten Teddy, genauer gesagt mit einem goldgelben Plüschbären der Marke "Alpha Farnell". Der gehörte dem Sohn des britischen Schriftstellers Alan Alexander Milne. Und jetzt rate mal, wie der Sohnemann hieß – genau, Christopher Robin Milne! Bis heute werden die Original-Stofftiere, zu denen neben dem Bären auch ein Ferkel, ein Känguru, ein Tiger – pardon, Tigger – und ein Esel zählen, in der New York Public Library ausgestellt.

95830011
So sehen die Original-Stofftiere aus, die A. A. Milne zu seinen Geschichten inspirierten. (© 2018 picture alliance / Everett Collection)

2. Kinderbuch "Pu der Bär" (1926)

In den 1920er-Jahren beschloss A. A. Milne ein Kinderbuch für seinen Sprössling zu schreiben, in dem dieser selbst Abenteuer mit seinem Stofftier erlebt. 1926 veröffentlichte er seine Geschichten unter dem Titel "Pu der Bär" – doch mit dem darauffolgenden Mega-Erfolg hatte Milne wohl selbst nicht gerechnet. Allein in den ersten zehn Jahren nach der Veröffentlichung wurde sein Buch in 40 Sprachen übersetzt.

Pu trug übrigens auf den ersten Skizzen des Roman-Illustrators E. H. Shepard noch kein rotes T-Shirt. Und Pu hieß er anfangs auch nicht: Zu Beginn des Buchs lautet der Name des Teddys noch Edward Bear. Erst im weiteren Verlauf wird er von Christopher Robin umgetauft.

3. "Die vielen Abenteuer von Winnie Puuh" (1977)

1961 kaufte Walt Disney die Rechte rund um Milnes Werk auf und schuf 1966 mit "Winnie Puuh und der Honigbaum" zunächst einen rund 25-minütigen Kurzfilm, um den Bären – der fortan offiziell Winnie Puuh hieß – auch dem amerikanischen Publikum näher zu bringen.

Zwei Jahre später folgte mit "Winnie Puuh und das Hundewetter" ein zweiter Kurzfilm und der wurde sogar mit einem Oscar als "Bester Kurzfilm (Zeichentrick)" ausgezeichnet. 1977 wurden diese Kurzfilme schließlich mit weiteren Geschichten zum ersten Spielfilm "Die vielen Abenteuer von Winnie Puuh" zusammengefasst. Optisch orientierten sich die Zeichner dabei noch stark an den Original-Illustrationen von Shepard.

4. "Welcome to Pooh Corner" (1983 - 1987)

Nach weiteren animierten Kurzfilmen produzierte Disney in den 80er-Jahren die erste "Winnie Puuh"-Serie. Puuh, Ferkel, Rabbit und Co. wurden für diese jedoch nicht wie zuvor gezeichnet, man steckte einfach Schauspieler in Kostüme – Disneyland lässt grüßen. Oder blicken wir hier auf den Vorgänger der Teletubbies zurück?

5. "Neue Abenteuer mit Winnie Puuh" (1988 - 1991)

Mit der darauffolgenden Zeichentrickserie "Neue Abenteuer mit Winnie Puuh" kehrte Winnie Puuh zum beliebteren Zeichentrick-Look zurück. Im englischen Original übernahm der Synchronsprecher Jim Cummings die Stimme von Puuh und wenig später auch die von Tigger. Bis heute sprach Cummings den "dummen alten Bären" und seinen gestreiften Freund in zahlreichen Adaptionen – auch in den Abenteuern in Spielfilmlänge, die ab 1997 folgen sollten.

6. "Meine Freunde Tigger und Puuh" (2007 - 2010)

2007 verpassten die Macher der Animationsserie "Meine Freunde Tigger und Puuh" den Bewohnern des Hundert-Morgen-Waldes einen moderneren Anstrich. Mit Darby (gesprochen von "Kick-Ass"-Star Chloë Grace Moretz) bekamen Puuh und Co. eine neue menschliche Freundin und auch auf tierischer Seite gab es Verstärkung: Unter anderem stieß die seeeehr gemääääächliche Schildkröte zur Truppe – und der lieh im englischen Original niemand Geringeres als "Star Wars"-Ikone Mark Hamill seine Stimme.

7. "Goodbye Christopher Robin" (2017)

2017 inszenierte Regisseur Simon Curtis die rührende Entstehungsgeschichte des Kinderromans "Pu der Bär" und die tragischen Folgen des Ruhms für Milnes Familie in seinem Drama "Goodbye Christopher Robin". Winnie Puuh und und seine Freunde treten hier als schlichte Stofftiere jedoch eher im Hintergrund auf – die Schattenseiten von Milnes Erfolg stehen im Fokus.

8. "Christopher Robin" (2018)

Mit "Christopher Robin" erscheint 2018 nun der erste Live-Action-Film rund um Puuh und seinen menschlichen besten Freund. Christopher (Ewan McGregor) ist allerdings erwachsen geworden und so ist die Zeit auch an dem Bären, Ferkel, Tigger und dem Rest der Waldbewohner nicht spurlos vorbeigegangen. Der "Used-Look" der Figuren sorgte im Netz prompt für hitzige Diskussionen – die einen fanden ihn authentisch, die anderen fühlten sich an Puppen aus einem Horrorfilm erinnert.

Regisseur Marc Forster ("James Bond 007: Ein Quantum Trost") hielt laut Variety lediglich fest, er habe das Gefühl vermitteln wollen, "dass dies ein geknuddelter Bär ist, dass es ein geliebter Bär ist und dass Christopher Robin [viel] mit ihm gespielt hat."

Kinostart
Ab dem 16. August können die Fans ebenfalls einmal mehr mit Winnie Puuh Abenteuer erleben, denn dann läuft "Christopher Robin" in den deutschen Kinos an.

Artikel-Themen
close
Bitte Suchbegriff eingeben
close
TURN ON Logo

Deine Meinung ist uns wichtig!

Wir wollen TURN ON weiter verbessern und möchten wissen, was du als Leser über TURN ON denkst. Nimm dir fünf Minuten Zeit und nimm an unserer Umfrage teil. Hilf uns, uns noch weiter zu verbessern.

Teilnehmen