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Von Schreck bis Nielsen: 6 Schauspieler, die Dracula waren

Max Schreck war der erste Dracula-Darsteller, auch wenn er Graf Orlok heißen musste. Hier in "Nosferatu" (1922).
Max Schreck war der erste Dracula-Darsteller, auch wenn er Graf Orlok heißen musste. Hier in "Nosferatu" (1922). (©Picture Alliance /Mary Evans Picture Library 2016)

Als berühmtester Vampir der Filmgeschichte wurde Dracula bereits von zahlreichen Darstellern verkörpert. Einige wurden durch die Rolle des transsylvanischen Blutsaugers weltberühmt. Wir stellen sechs der besten Dracula-Darsteller aller Zeiten vor.

1. Max Schreck

Die Ehre, der erste Dracula-Darsteller auf Erden gewesen zu sein, gebührt dem deutschen Schauspieler Max Schreck, der in F. W. Murnaus "Nosferatu – eine Symphonie des Grauens" (1922) einen ziemlich furchterregenden Blutsauger spielt. Weil er von den Erben des Dracula-Erfinders Bram Stoker nicht die Rechte für die Verfilmung des Stoffes bekam, benannte er die Rolle schlicht um in Graf Orlok. Bis heute gilt der Stummfilm als Klassiker des Horrorfilms und Max Schrecks Darstellung als eine der unheimlichsten Dracula-Darstellungen überhaupt.

2. Bela Lugosi

Der erste Dracula-Darsteller, der auch so hieß, war Bela Lugosi. Der gebürtige Ungar lebte einige Zeit in Berlin und drehte dort zufälligerweise auch einen Film mit F. W. Murnau, eine Art "Jekyll und Hyde"-Variation ("Der Januskopf", 1920). In den USA gelang Lugosi mit der Broadwayrolle als Dracula der Durchbruch. Gemeinsam mit Regisseur Todd Browning überredete Bela Lugosi Bram Stockers Witwe, die Rechte für die Verfilmung des "Dracula"-Stoffes zu genehmigen – mit Erfolg. Die Rolle in "Dracula" (1931) machte Lugosi zum Hollywoodstar, der vor allem in Horrorfilmen wie "Mord in der Rue Morgue" (1932) oder "The White Zombie" (1932) eingesetzt wurde. Als der Horrorboom der 1930er Jahre nachließ und die Rollenangebote ausblieben, verfiel Bela Lugosi dem Morphium. Am Ende seines Lebens drehte er in den 1950ern noch einige Filme mit dem als "schlechtestem Regisseur der Welt" verschrienem Edward D. Wood jr.. Über die Freundschaft der beiden skurrilen Charaktere gibt es auch den wunderbaren Film von Tim Burton "Ed Wood" (1995) mit Johnny Depp. Bela Lugosi starb 1956 und ließ sich mit einem Dracula-Kostüm in seinem Sarg beerdigen.

3. Christopher Lee

Niemand verkörperte Dracula so oft wie Christopher Lee. Der britische Schauspieler stand insgesamt acht Mal in dieser Rolle vor der Kamera, ganze sieben Mal für die Filme der berühmten britischen Horrorschmiede der Hammer-Studios. Lee spielte den Vampir zum ersten Mal in "Dracula" (1958) und verlieh ihm neue Eigenschaften wie Eleganz, Charme und mit seinen grau melierten Schläfen eine magnetische Anziehungskraft auf Frauen. Ab Mitte der 1970er Jahre war Christopher Lee der Rolle überdrüssig und lehnte weitere Angebote ab, dafür entwickelte er sich in den folgenden Jahren immer mehr zum Charakterdarsteller, der bis zu seinem Tod im Jahr 2015 als Schauspieler aktiv war. Zu seinen bekanntesten Rollen neben Dracula zählen die des Killers Francisco Scaramanga in "James Bond – Der Mann mit dem goldenen Colt" (1974), des Zauberers Saruman in der "Herr der Ringe"-Trilogie von Peter Jackson und als Count Dooku in George Lucas "Star Wars"-Filmen.

4. Klaus Kinski

In Werner Herzogs Remake von Murnaus "Nosferatu" (1979) spielte Klaus Kinski den Grafen Orlok. Der für seine Tobsuchtsanfälle bekannte Schauspieler mimte den Grafen als ächzendes Geschöpf, das mehr Mitleid als Unheimlichkeit erregt. Weniger bekannt ist, dass Klaus Kinski den Grafen ein zweites Mal verkörperte, nämlich in dem billig produzierten italienischen Horrorfilm "Nosferatu in Venedig" (1987). Kinski koppelte seine Beteiligung an dem Exploitation-Quatsch, in dem es vor allem darum ging möglichst viel weibliche nackte Haut zu zeigen, mit der Finanzierung seines Herzensprojekts "Paganini" (1989). Kinski starb 1991.

5. Gary Oldman

Gary Oldman war auf die Rolle von Bösewichten abonniert, als Francis Ford Coppola den Briten für die Hauptrolle in "Bram Stoker's Dracula" (1992) verpflichtete. Oldman verlieh dem Grafen menschliche Züge, ließ ihn Liebe und Sehnsucht empfinden. Am Ende lehnt er das Blut ab, das er zum Überleben braucht, weil er für sich und seine geliebte Mina keine Zukunft mehr sieht.

6. Leslie Nielsen

Leslie Nielsens Darstellung in Mel Brooks "Dracula – Tod aber glücklich" öffnet sich dagegen einer anderen Facette des Blutsaugers: der komischen. "Die nackte Kanone"-Star Nielsen spielt den Grafen als vertrottelten Untoten, der beim Aufstehen aus dem Sarg gegen den Leuchter knallt und verwandelt als Fledermaus gegen Fensterscheiben fliegt. Dabei imitiert Nielsen mit seinem expressiven Schauspiel und dem osteuropäischen Akzent die Darstellungsweise von Ur-Dracula Bela Lugosi, was ziemlich lustig anzusehen und zu -hören ist. Leslie Nielsen war vor allem für seine Komödien mit dem Team um Jim Abrahams und Jerry und David Zucker bekannt, mit denen er neben der "Nackten Kanone"-Reihe (1988 – 1994) noch "Kentucky Fried Movie" (1977), "Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug" (1980) oder "Scary Movie 4" (2006) drehte. Leslie Nielsen starb 2010.

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