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Wenn Darth Vader Kölsch redet: Die besten Synchro-Gags

Synchros ist nichts heilig – erst recht keine galaktischen Erzbösewichte.
Synchros ist nichts heilig – erst recht keine galaktischen Erzbösewichte. (©Facebook/StarWars.de 2016)

In sogenannten Fandubs oder Synchros zollen Fans ihren Lieblingsfilmen und -serien aufwändig Tribut: Indem sie dem Filmmaterial eine neue Tonspur verpassen, erschaffen sie mal absurde, mal geistreiche und oft schreiend komische Neufassungen. Diese sechs Beispiele sind besonders gelungen.

1. "Sinnlos im Weltraum"

Mit "Sinnlos im Weltraum" fing der Synchro-Wahnsinn im deutschen Sprachraum an. Mitte der 1990er-Jahre vertonten ein paar findige Star-Trek-Fans aus Siegen mit einfachsten Mitteln (Videorekorder, Mikrofon und Soundeffekte aus einem Star-Trek-Schlüsselanhänger) zahlreiche Folgen der Kultserie neu. Dabei entstanden gleichermaßen anarchische wie schimpfwortreiche Meisterwerke der Fandub-Kunst mit beeindruckend stimmigen Charakteren: Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass Patrick Stewarts friedliebender Captain Picard als dauerfluchender Alkoholiker mit Vorliebe für angedrohte Faustkämpfe derart schlüssig erscheint?

2. "Harry Potter und ein Stein"

Kathrin Fricke alias Coldmirror gehört zu den Pionieren der deutschen Youtuber-Szene. Bekanntheit erlangte sie vor allem durch ihr ambitioniertes Vorhaben, mehrere "Harry Potter"-Verfilmungen beinahe komplett neu zu synchronisieren. Klar, dass ihre Neuvertonungen mit dem Original nicht mehr viel zu tun haben und sich dafür knietief in spinnerten Ideen und vulgären Dialogen ausleben. Vor allem eine Idee hat dabei echtes Kultpotenzial: Die Interpretation des weisen Schulmeisters Albus Dumbledore als Gangster-Rapper "Fresh Dumbledore".

3. "Pac Mantrix"

Neo als begriffsstutziger Pac-Man-Profi ("Level eins in zwei Minuten – ohne Monitor") und Agent Smith und seine Kollegen als Crossover-Charaktere aus Mittelerde? In diesem absurden Fandub kein Problem! Technisch merkt man "Pac Mantrix" sein fortgeschrittenes Alter mittlerweile zwar deutlich an und insgesamt versprüht die Synchro einen eher amateurhaften Charme. Die Akribie, mit der hier auf Lippenbewegungen Rücksicht genommen wurde und der clevere Einsatz von Musik und zwischengeschnittenen neuen Inhalten hebt "Pac Mantrix" aber dennoch aus der Masse hervor.

4. "Star Wars op Kölsch"

Während viele Synchros zwar witzig sind aber technisch eher auf mäßigem Niveau  rangieren, ist dieser kölsche Fandub von "Star Wars" in jeder Hinsicht ein Leckerbissen. Soundeffekte und Musik sind vom Feinsten und sogar die Dialoge klingen beinahe schon nach professionellen Sprechern. Natürlich ist es aber auch eine dankbare Aufgabe, Darth Vader hinter seiner Maske neue Worte in den Mund zu legen – noch dazu in einem witzigen Dialekt. Trotzdem oder gerade deshalb ist zum Beispiel der Wortwechsel zwischen Vader und dem senilen Imperator zum Wegwerfen komisch.

5. "Dodokay"

Dominic Kuhn alias Dodokay schaffte mit seinen schwäbischen Neusynchronisationen von Filmen und Nachrichtensendungen sogar den Sprung ins Fernsehen. Nachdem er seine Fandubs zuerst auf Youtube veröffentlicht hatte, zeigte der SWR Interesse und produzierte zusammen mit Kuhn die Serie "Die Welt auf Schwäbisch". Die machte zum Beispiel eine Rede von Barack Obama zum rhetorischen Höhepunkt einer schwäbischen Hauseigentümerversammlung, bei der sich der Präsident lautstark über im Hausflur abgestellte Fahrräder beklagt.

6. "Bruce Lee im Interview"

Auch Interviews bieten findigen Synchro-Freunden allerlei Möglichkeit zur kreativen Betätigung. Hier lässt sich Martial-Arts-Legende Bruce Lee über seine Lieblingsbeschäftigung aus: Kämpfen – am allerliebsten mit möglichst vielen Gegnern gleichzeitig und unter Einsatz aller Gliedmaßen. Diesem Fandub verdanken wir auch die Erkenntnis, dass absurd schnelle Kampfszenen noch absurder wirken, wenn jeder Schlag aus dem Off kommentiert wird.

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