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Wenn diese 8 Bands Reunion feiern, werden die Fans ausrasten

Damals war Beyoncé noch Teil eines Trios – "Destiny's Child"
Damals war Beyoncé noch Teil eines Trios – "Destiny's Child" (©Facebook/Destiny's Child 2016)

Der Lebenszyklus einer Kultband verläuft in vier Phasen: Gründung, Erfolg, Auflösung, Reunion. Oft genug interessiert es aber niemanden, wenn sich Musiker von vorgestern noch einmal zusammen auf eine Bühne hieven. Anders bei diesen acht Bands:

1. Led Zeppelin

Eine vollständige Reunion einer der größten Rockbands der Geschichte ist zwar nicht möglich, denn Led Zeppelins Schlagzeuger John Bonham starb 1980. Im Anschluss löste sich die Band auf und fand nur sporadisch zusammen zurück auf die Bühne. Während Gitarrist Jimmy Page und Bassist John Paul Jones aber Interesse an einer dauerhaften Reunion der verbleibenden Mitglieder geäußert haben, weigert sich Sänger Robert Plant beharrlich. Wie groß die Nachfrage für eine Reunion wäre, zeigte sich 2007: Plant, Jones und Page kündigten zusammen mit Bonhams Sohn am Schlagzeug ein einmaliges Konzert in London an. 20 Millionen Fans registrierten sich online für Tickets, die dann verlost wurden.

2. Oasis

Oasis waren immer schon ein Pulverfass. Die Gallagher-Brüder Liam (Gesang) und Noel (Gitarre) lagen sich bereits seit den frühen Tagen der britischen Kultband regelmäßig in den Haaren. Gleichzeitig schrieben sie Songs wie "Wonderwall" und "Don't Look Back in Anger", die zu Rock-Klassikern wurden. 2009 war das Fass dann voll: Nach einem Streit, der Backstage zwischen den Brüdern ausgebrochen war, lösten sich Oasis auf. Beide Gallaghers gründeten im Anschluss eigene Bands. Seitdem kochen Fanforen und Musikmagazine regelmäßig über, sobald es kleine Anzeichen für mögliche gemeinsame Auftritte gibt. Die Brüder streuen in Interviews immer wieder gerne Reunion-Gerüchte, bewahrheitet hat sich davon allerdings noch nichts. Immerhin erklärte Noel Gallagher noch im Mai, er könne sich ein einziges Reunion-Konzert durchaus vorstellen – zum Preis von mickrigen 20 Millionen Pfund.

3. 'N Sync

Als sich 'N Sync 2002 auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs in die kreative Pause verabschiedeten, entpuppten sich die fünf Mädchenschwärme als Herzensbrecher erster Güte: Justin Timberlake startete eine Solokarriere und hatte keine Lust mehr auf seine ehemaligen Kollegen. Die geplante Pause entwickelte sich deshalb zur waschechten Auflösung der Boygroup, von deren verbleibenden vier Mitgliedern jeder seiner Wege ging. Trotzdem: Wenn sich die Fünf jemals wieder zusammenraufen sollten, werden ihnen sicher einige Herzen zufliegen – und sei es nur aus Nostalgiegründen.

4. Rage Against the Machine

Mit wütenden Songs wie "Killing in the Name" sicherten sich Rage Against the Machine einen Platz in den Annalen des Alternative Rock und einen Ruf als exzellente, energiegeladene Live-Band. Seit Sänger Zach De La Rocha die Band im Jahr 2000 verließ, bekamen die zahlreichen Fans das allerdings nur bei sehr vereinzelten Konzerten zu sehen. Offiziell aufgelöst haben sich RATM zwar nicht, drei Viertel der Band haben aber mittlerweile ein neues Projekt gegründet: Gitarrist Tom Morello, Bassist Tim Commerford und Drummer Brad Wilk gründeten 2016 zusammen mit Mitgliedern der Hip-Hop-Bands Public Enemy und Cypress Hill die Band Prophets of Rage, die vor allem RATM-Songs covert. Sänger Zach De La Rocha hat augenscheinlich wenig Lust darauf, wieder mit seinen Kollegen auf einer Bühne zu stehen.

5. The White Stripes

"Dööö-dö-döö-dö-dö-döööö-döööö!" Dank lautstarker Fußballfans kennt heute jedes Kind das Riff von "Seven Nation Army" der White Stripes. Das Duo aus Sänger, Gitarrist und Mastermind Jack White und Schlagzeugerin Meg White sorgte seit 1999 für Furore: mit krachigem Garagenrock, auffälliger visueller Ästhetik (alles von der Kleidung bis zu den Instrumenten folgte live dem Farbschema weiß-rot) und Gerüchten, nach denen die Bandmitglieder mal Geschwister, mal Ex-Partner gewesen sein sollten. 2011 lösten sich The White Stripes auf. Jack White blieb im Anschluss zwar umtriebig, veröffentlichte Soloalben und arbeitete mit anderen Bands zusammen. Trotzdem hat das Duo bis heute eine treue Fangemeinde, die sich nichts sehnlicher wünscht, als eine Rückkehr zu trauter Zweisamkeit. Vergeblich: Jack und Meg reden nicht einmal mehr miteinander.

6. Destiny's Child

Die Neunziger waren das Zeitalter der Boy- und Girlgroups. Destiny's Child waren ganz vorne mit dabei: Mit Hits wie "Say My Name" und "Survivor" kletterte das R'n'B-Trio die Charts hoch. Nach der Auflösung im Jahr 2006 startete Gründungsmitglied Beyoncé Knowles eine höchst erfolgreiche Solokarriere und mauserte sich zur Pop-Queen. Ihre Ex-Band gerät trotzdem einfach nicht in Vergessenheit: In schöner Regelmäßigkeit müssen sie und ihre ehemaligen Mitstreiterinnen Kelly Rowland und Michelle Williams sich zur Möglichkeit einer Reunion von Destiny's Child äußern. Letzter Stand: eher nicht.

7. The Smiths

In den 1980er Jahren waren The Smiths der Soundtrack zum Lebensgefühl trauriger, missverstandener Jugendlicher. Ihre kreative Energie bezogen die Briten zu nicht unwesentlichen Teilen aus den völlig entgegengesetzten Persönlichkeiten ihrer beiden Songwriter: Sänger Morrissey war ein empfindsamer Poet und Kopfmensch, Gitarrist Johnny Marr ein Rocker. 1987 führten die Spannungen zwischen beiden zur Auflösung der Band. Gerüchte um eine mögliche Reunion werden bis heute regelmäßig vehement bestritten – sehr zum Ärger der Fans von damals, die eine ganze neue Generation von traurigen, missverstandenen Jugendlichen mit zu den Konzerten bringen könnten.

8. ABBA

"Mamma Mia", "Super Trouper", "Thank You for the Music", "Waterloo" – die Liste der Abba-Hits ließe sich noch deutlich länger fortsetzen. Auch fast 35 Jahre nach ihrer Auflösung im Jahr 1982 ist die schwedische Pop-Band einer der bekanntesten und erfolgreichsten Musikexporte Skandinaviens. Die vier Bandmitglieder sind zwar mittlerweile alle im Rentenalter, gegen eine Reunion spricht aber sonst eigentlich nichts. Im Juni standen alle bei einer Privatparty erstmals seit der Auflösung sogar wieder gemeinsam auf einer Bühne. Kommt da noch was? Ausverkaufte Welttourneen wären ihnen wohl schon im Vorhinein sicher.

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