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Wer's glaubt ...: 6 bekannte Film-Mythen, die frei erfunden sind

Gar nicht creepy: Die folgenden Film-Mythen sind (leider) völlig falsch.
Gar nicht creepy: Die folgenden Film-Mythen sind (leider) völlig falsch. (©dpa 2018)

Hollywood gilt nicht umsonst als Traumfabrik, verkaufen die Filme ihren Zuschauern doch ein ganz besonderes Bild der Realität. Ebendiese wird von den Machern allerdings gerne auch mal ein wenig "gebeugt". Dann wieder entwickelt sich aus kreativen Fandiskussionen eine Art Selbstläufer im Internet – und schon haben wir es mit diversen Film-Mythen zu tun, die (fast) jeder für bare Münze nimmt. Sechs Beispiele (und ihre gnadenlose Auflösung) gefällig?

1. Edna "E" Mode aus "Die Unglaublichen" basiert auf Kostümdesignerin Edith Head

Der Mythos: Seit Edna Mode in "Die Unglaublichen" mit ihrer exzentrischen Art und Abneigung gegen Capes die Herzen der Fans erobert hat, dreht der Mythos unermüdlich seine Runden im Internet: Das Vorbild für Edna Mode soll niemand anderes als die legendäre Kostümdesignerin Edith Head sein. Bei der optischen Ähnlichkeit zugegebenermaßen nicht verwunderlich.

Die Wahrheit: Regisseur Brad Bird gab leider schon 2013 via Twitter Entwarnung: Geht es nach ihm, haben bereits zahllose Menschen aus über 27 Ländern das angeblich echte Vorbild für Edna Mode gefunden ...

Comicversion und Original? Auch das zählt zu den beliebten Film-Mythen aus Hollywood. (© 2018 picture alliance/Everett Collection; YouTube/Disney-Pixar)

2. "Zurück in die Zukunft 2": Hoverboards gibt es wirklich

Der Mythos: Als "Zurück in die Zukunft 2" 1989 die Kinos eroberte, wollte eine ganze Generation von Jugendlichen nichts lieber haben als ein echtes Hoverboard. Und obwohl es die fliegenden Skateboard-Verschnitte nirgendwo zu kaufen gab, waren alle fest von deren Echtheit überzeugt – immerhin hatte Regisseur Robert Zemeckis es im Making-off bestätigt.

Die Wahrheit: Natürlich sind Hoverboards nicht echt und jeder an heutige Special-Effects gewöhnte Mensch erkennt auf den ersten Blick, dass es sich bei den Filmszenen um gestellte Aufnahmen handelt. Drähte, Attrappen und diverse andere Spezialeffekte sorgten allerdings dafür, dass sich der (Irr)Glaube lange hielt.

3. Der Schuss, der Brandon Lee getötet hat, ist in "The Crow – Die Krähe" zu sehen

Der Mythos: Der tragische Tod von Brandon Lee am Set von "The Crow – Die Krähe" sorgte 1993 für Schlagzeilen. Der Schauspieler wurde während des Drehs von einem Munitionsfragment getroffen, das sich noch in einer Pistole befunden hatte. Natürlich gab es Aufnahmen von dem Unfall und zahllose Fans waren während der 1990er-Jahre fest davon überzeugt, dass der Moment auch im fertigen Film zu sehen sei.

Die Wahrheit: Das Filmmaterial, das den tragischen Schuss auf Brandon Lee dokumentiert, wurde natürlich umgehend der Polizei zur Sichtung übergeben. Danach wanderten die Aufnahmen in einen Safe – und wurden bis heute kaum einer Menschenseele vorgeführt. In den fertigen Film schafften sie es erst recht nicht. Vielmehr wurden die betreffende Szene und alle noch fehlenden Sequenzen mit Doubles und Computertechnik überarbeitet und fertiggestellt.

Der Tod von Schauspieler Brandon Lee am Set von "The Crow" wird von (Film-)Mythen und diversen Verschwörungstheorien umrankt. (© 2018 dpa)

4. Der MGM-Löwe hat während des Drehs mehrere Leute getötet

Der Mythos: Filmfans kennen ihn seit Jahren: den brüllenden Löwen im Logo von Filmstudio MGM. Tatsächlich kamen über die Jahre mehrere Raubkatzen bei den diversen Neudrehs der ikonischen Eröffnungsszene zum Einsatz. Und geht es nach dem Mythos, sind ihnen mehrere Menschen zum Opfer gefallen. Eine Geschichte will von ein bis zwei Gaunern wissen, die sich am Set herumschlichen und von dem aufgebrachten MGM-Löwen gefressen wurden. Eine andere unterstellt dem ersten Löwen, Slats, er habe seinen Trainer und zwei Assistenten getötet.

Die Wahrheit: Tatsächlich kam es beim Dreh zu MGMs bekanntem Logo zu keinerlei Todesfällen und aufgefressen wurde erst recht niemand.

5. "Blair Witch Project" ist eine echte Dokumentation

Der Mythos: Bevor "Blair Witch Project" im Kino durchstartete, machten Berichte über die angeblich echte Dokumentation dreier (nun) verschwundener Studenten die Runde. Filmstudio Artisan Entertainment machte sich den beginnenden Mythos zunutze und konzentrierte sämtliche PR zum Film auf die angebliche Tatsache, dass es sich um eine echte Dokumentation handeln würde.

Die Wahrheit: Nachdem "Blair Witch Project" erfolgreich in den Kinos angelaufen war, gaben die Verantwortlichen zu, dass es sich um einen fiktionalen Film aus der Feder von Daniel Myrick und Eduardo Sánchez handelt. Die drei angeblichen Filmstudenten waren tatsächlich die noch relativ unbekannten Schauspieler Heather Donahue, Michael Williams und Joshua Leonard, die sich während der gesamten Promotionphase nicht öffentlich zeigen durften.

6. "The Amityville Horror" basiert auf wahren Begebenheiten

Der Mythos: Die Entstehung dieses Mythos ist zugegebenermaßen keine große Überraschung, immerhin erklärte ein Schriftzug zu Beginn von "The Amityville Horror" 1979, der Film basiere auf wahren Begebenheiten. Kein Wunder, dass viele Kinogänger fest davon überzeugt waren, der Horrorfilm zeige die wahre Geschichte eines von bösen Geistern heimgesuchten Hauses.

Die Wahrheit: "The Amityville Horror" basiert auf dem gleichnamigen Buch von Jay Anson. Der Grundplot mit der vom eigenen Sohn erschossenen Familie und den neuen Besitzern des Hauses ist dabei tatsächlich so geschehen. Die übernatürlichen Elemente entsprangen aber alleine der blühenden Fantasie von Autor und Filmemachern.

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