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Wiederholungstäter Martin Scorsese: 11 Highlights des Regisseurs

Martin Scorsese arbeitet am liebsten mit Robert De Niro und Leonardo DiCaprio zusammen.
Martin Scorsese arbeitet am liebsten mit Robert De Niro und Leonardo DiCaprio zusammen. Bild: © REUTERS/Mario Anzuoni 2019

Seit über 50 Jahren dreht Martin Scorsese schon Filme. Der Italo-Amerikaner revolutionierte gemeinsam mit Francis Ford Coppola in den 1960er- und 1970er-Jahren in der Ära des sogenannten New Hollywoods das Kino. Bis heute zählt er zu den einflussreichsten Regisseuren überhaupt. Doch welches sind eigentlich die Highlights seiner Karriere?

"Hexenkessel" (1973)

Aggressiv, temporeich und mit Blick aufs Detail ist "Hexenkessel" – ein Gangsterfilm, den der Regisseur im Alter von 30 Jahren dreht. Er ist der erste von vielen Mafia-Filmen von Martin Scorsese, die noch folgen sollten.

"Hexenkessel", durch den sowohl Martin Scorsese als auch Schauspieler Robert De Niro einem internationalen Publikum bekannt werden, spielt im Little Italy der 1960er-Jahre und handelt von Charlie: Der Kleinganove gerät wegen seines verschwenderischen Freundes Johnny, der Geld ausgibt, welches er nicht besitzt, zunehmend in Schwierigkeiten. Die beiden bekommen es schließlich mit einem gefährlichen Mafioso zu tun.

"Alice lebt hier nicht mehr" (1974)

Den ganz großen Durchbruch feiert Martin Scorsese ein Jahr später mit "Alice lebt hier nicht mehr". In dem Roadmovie zeigt der Regisseur, dass er nicht nur urbane Straßenschlachten, sondern auch Liebesfilme drehen kann. Schauspielerin Ellen Burstyn bringt der Film sogar den Oscar als "Beste Hauptdarstellerin" ein. Aber worum geht es eigentlich?

In "Alice lebt hier nicht mehr" ist die verwitwete Hausfrau Alice nach dem überraschenden Unfalltod ihres Mannes gezwungen, alleine für sich und ihren Sohn zu sorgen. Sie fasst den Entschluss, gemeinsam mit ihrem Spross nach Kalifornien zu ziehen – wäre da nicht der sympathische Farmer David aus Tuscon, der die alleinerziehende Mutter von ihrem Vorhaben abhält.

"Taxi Driver" (1976)

Wenn es um Martin-Scorsese-Filme geht, dann darf dieses Highlight natürlich nicht fehlen: Die Rede ist von "Taxi Driver", der 1976 erscheint, beim Filmfestival von Cannes die Goldene Palme gewinnt und die damals gerade erst 13-jährige Jodie Foster zum Star macht. Einmal mehr setzt Martin Scorsese außerdem auf Schauspieler Robert De Niro.

Der spielt in dem Filmdrama den vereinsamten Vietnam-Veteranen Travis, der nachts in New York als Taxifahrer unterwegs ist und in einer seiner Schichten auf die minderjährige Prostituierte Iris trifft. Er entwickelt eine Obsession für sie und will ihr aus der Prostitution helfen. Doch das endet in einem Gewaltakt ...

"Good Fellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia" (1990)

Im Laufe seiner Karriere setzt Martin Scorsese immer wieder auf Altbewährtes – so auch in "Good Fellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia". In dem Gangsterfilm kommt erneut Martin Scorseses Stammschauspieler Robert De Niro zum Zug. Wieder wird außerdem der Big Apple zum Schauplatz.

"Good Fellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia" handelt von Henry Hill, der bereits als Elfjähriger davon träumt, Mafioso zu werden. Sein Traum wird Realität, denn er begibt sich in die Hände von Killer Jimmy, gespielt von De Niro, und mutiert nach zahlreichen Gewalttaten selbst zum Gangster.

"Casino" (1995)

Die nächste Zusammenarbeit mit Robert De Niro und das nächste Gangsterepos lassen nicht lange auf sich warten: Fünf Jahre nach "Good Fellas" bringt Martin Scorsese "Casino" heraus und verlagert die Gangsterthematik ins schillernde Las Vegas.

In dem Krimi steigt Sam "Ace" Rothstein gemeinsam mit seinem Kumpel Nicky, dem Mann fürs Grobe, in der Casino-Metropole an die Spitze eines Milliarden-Dollar-Imperiums auf. Ace scheint unbesiegbar, bis er das Callgirl Ginger (Sharon Stone) kennenlernt …

"Gangs of New York" (2002)

Auch mit Leonardo DiCaprio arbeitet Martin Scorsese regelmäßig zusammen. Man könnte sagen, dass das, was Robert De Niro bis 1995 für Scorsese war, Leonardo DiCaprio seit den 2000er-Jahren für den Regisseur ist. Das erste Mal machen der "Titanic"-Darsteller und der Filmemacher in "Gangs of New York" gemeinsame Sache.

In dem Martin-Scorsese-Film geht es um blutige Bandenkämpfe im New York des 19. Jahrhunderts. Vor diesem Hintergrund kommt der Vater des irischen Immigranten Amsterdam, gespielt von DiCaprio, ums Leben. Amsterdam sinnt nach Rache an dem Mörder seines Vaters, dem skrupellosen Bandenchef William Cutting. "The Butcher", wie Cutting auch genannt wird, wird von niemand Geringerem als Daniel Day-Lewis gespielt.

"Gangs of New York" erhält zahlreiche positive Kritiken und wird insgesamt zehnmal für den Oscar nominiert. Der Film von Martin Scorsese geht bei der Preisverleihung allerdings leer aus.

"Departed – Unter Feinden" (2006)

"Departed – Unter Feinden" erzählt die Geschichte eines verdeckten Ermittlers bei der Mafia. Zeitgleich geht es auch um einen Mafia-Spitzel bei der Polizei. Getragen wird das Remake des modernen Hongkong-Klassikers "Infernal Affairs" von einem hervorragenden Schauspieler-Ensemble, bestehend aus Matt Damon, Jack Nicholson, Mark Wahlberg und – wie sollte es anders sein – Leonardo DiCaprio.

Der Film "Departed – Unter Feinden" bringt Martin Scorsese endlich seinen lang herbeigesehnten Triumph ein: Der Regisseur wird 2007 erstmals mit dem Oscar für die "Beste Regie" ausgezeichnet. Außerdem macht der Film auch das Rennen in den Kategorien "Bester Film", "Bestes adaptiertes Drehbuch" und "Bester Schnitt".

"Shutter Island" (2010)

Hello again! Auch 2010 bleibt Martin Scorsese ein Wiederholungstäter, indem er nämlich die Hauptrolle seines Psycho-Thrillers "Shutter Island" mit Leonardo DiCaprio besetzt.

"Shutter Island" handelt von dem Polizisten Teddy, der in einer Psychiatrie nach einer Mörderin sucht. Von den Ärzten erhält er keine Hilfe. Will man seine Ermittlungen etwa sabotieren? Hinzukommt, dass Teddy schon bald von seiner Vergangenheit eingeholt wird.

"The Wolf of Wall Street" (2013)

Mit "The Wolf of Wall Street" widmet sich Martin Scorsese dem Leben von Jordan Belfort, der sich mit Aktienhandel und Geldwäsche ein Millionen-Dollar-Imperium errichtete und dann im Gefängnis landete.

In "The Wolf of Wall Street", der in den 1980er-Jahren spielt und in dem Leonardo DiCaprio erneut die Hauptrolle übernimmt, geht es um Geld, Macht, Frauen und Drogen. An den Kinokassen ist das Biopic der weltweit erfolgreichste Film von Martin Scorcese – und zwar mit einem Einspielergebnis von 392 Millionen US-Dollar.

"Silence" (2016)

Dass er auch anders kann, das zeigt Martin Scorsese mit dem Film "Silence". Darin spielen Andrew Garfield und Adam Driver zwei Jesuiten, die sich auf der Suche nach ihrem Mentor (Liam Neeson) nach Japan begeben. Einmal angekommen, müssen sie feststellen, dass Christen dort brutal verfolgt werden.

"Silence" von Martin Scorsese befasst sich mit Religion und basiert auf dem 1960er-Jahre-Roman "Chinmoku" des römisch-katholischen japanischen Autors Endō Shūsaku. Übersetzt bedeutet der Titel "Schweigen".

"The Irishman" (2019)

Das jüngste Werk von Martin Scorsese produziert er exklusiv für Netflix. In seinem Mafia-Epos "The Irishman" vereint er die Größen des Genres: Robert De Niro, Al Pacino und Joe Pesci. Das Besondere an dem Film: Um den langen Zeitraum der Geschichte darstellen zu können, unterzieht Scorsese seine Hauptdarsteller einer digitalen Verjüngungskur. Leider nicht immer mit Erfolg ...

Im Zentrum von "The Irishman" steht der Kriegsveteran Frank Sheeran (De Niro), der in die berüchtigte Bufalino-Mafia-Familie aufgenommen wird. Für sie soll er Jimmy Hoffa (Al Pacino), ein hohes Tier in der Gewerkschaft, schützen. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Freundschaft, doch bald trennen sich die gemeinsamen Interessen von Hoffa und der Bufalino-Familie. Nun muss Sheeran sich entscheiden: Bleibt er auf der Seite seines Freundes oder zeigt er sich der Mafia gegenüber weiterhin loyal?

Ausblick: Neue Filme von Martin Scorsese

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