7 neue Smartphones von der IFA 2015: Eins für jede Nische

Sony stellte auf der IFA 2015 ein Smartphone mit 4K-Display vor. Sony stellte auf der IFA 2015 ein Smartphone mit 4K-Display vor. (© 2015 TURN ON)

Kein großer Elektronikhersteller reiste ohne Smartphone-Neuheit zur IFA 2015. Dabei zeichnete sich für uns ein Trend ab: Um im Wust der Neuvorstellungen nicht unterzugehen, setzten Samsung, Sony und Co. zumeist auf ein besonderes Alleinstellungsmerkmal, das kein anderes Smartphone in dem Ausmaß bietet. Ganz nach dem Motto: "Ha! Wir sind die ersten in dieser Nische!"

Auf der IFA 2015 konnte man schon einmal den Überblick verlieren. Wer wie wir von Stand zu Stand und von Halle zu Halle hetzte, um keine wichtige Smartphone-Neuheit zu verpassen, geriet mitunter ins Wanken. Wie groß ist dieses Display jetzt? Welcher Prozessor werkelt im Inneren und wie viel Arbeitsspeicher bringt das Modell mit? Wie sieht es mit der Auflösung aus – beim Screen und bei den Kameras?

Ein Deckel für jeden Topf – ein Smartphone für jeden Menschen

Natürlich ist es auch den Smartphone-Herstellern bewusst, dass sie nicht die einzige Neuheit auf der IFA präsentieren werden. Um sich die Aufmerksamkeit potenzieller Käufer zu sichern, stellten viele daher ein zentrales Merkmal in den Fokus – vom 4K-Display bei Sony über das Edge-Display bei Samsung bis hin zum Arbeitsspeicher bei Asus. Anscheinend schien zu gelten: Die mögliche Marktnische kann gar nicht klein genug sein. Und wenn es noch keine gibt, umso besser. Dann schaffen wir sie halt.

1. Sony Xperia Z5 Premium: Für Specs-Proleten

Das Xperia Z5 Premium hat ein 4K-Display und 5,5 Zoll Bildschirmdiagonale.
Sony stellte auf der IFA 2015 das Xperia Z5 Premium mit 4K-Display vor. (© 2015 Sony)

Sony schoss für mich in diesem Jahr den Vogel ab. Die Japaner zeigten auf der IFA 2015 doch tatsächlich ein Smartphone mit 4K-Display. 4K! Oder 2160 x 3840 Pixel. Das sind viermal so viele Bildpunkte wie auf einem Full HD-Display. Und es kann mir keiner weißmachen, dass er auf einem gewöhnlich großen Smartphone-Screen mit 1080p-Auflösung noch einzelne Pixel ausmachen kann!

Wozu also das Ganze, Sony? Klar, man will zeigen, was möglich ist. Und dass man im Hause Sony bei der Entwicklung von Smartphone-Technologien noch ganz vorne mitmischen kann. Der Xperia-Reihe wieder einen glanzvollen Anstrich verpassen. Aber mal ehrlich: Ein 4K-Display ist in meinen Augen der falsche Weg. Eine solche Auflösung saugt nur unnötig am Akku und schlägt sich in einem hohen Verkaufspreis nieder. Das Sony Xperia Z5 Premium richtet sich meiner Meinung nach daher ausschließlich an kaufkräftige Specs-Proleten.

2. Galaxy Note 5: Für nicht-europäische Business-Kunden

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Alleinstellungsmerkmal des Galaxy Note 5: der S Pen. (© 2015 TURN ON)

Eigentlich ein Smartphone für den Massenmarkt und doch etwas ganz Besonderes: Beim Samsung Galaxy Note 5 muss man das Alleinstellungsmerkmal nicht lange suchen. Es steckt direkt in der rechten unteren Ecke des 5,7-Zoll-Phablets. Der S Pen, der das große Samsung-Modell in ein elektronisches Notizbuch verwandelt, bietet insbesondere Business-Kunden einen Mehrwert. Europäische Stylus-Fans lässt Samsung aber eiskalt abblitzen. Auch auf der IFA 2015 beteuerte der Konzern noch einmal, dass das Galaxy Note 5 nicht in Europa verkauft werde. Dann bleibt also nur der Griff zum Vorgänger.

3. Galaxy S6 Edge+: Für europäische Design-Liebhaber

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Das Samsung Galaxy S6 Edge+ richtet sich an Phablet-Freunde. (© 2015 TURN ON)

Deutschen Phablet-Fans wird Samsung von seinen IFA-Smartphones lediglich das Galaxy S6 Edge+ anbieten – ein Gerät, das sich vor allem optisch von anderen Smartphones abhebt. Wie das Galaxy S6 Edge verfügt auch die Phablet-Version über zwei abgerundete Displayseiten und einige speziell darauf angepasste Features. Mit seiner Größe von 5,7 Zoll ist es vermutlich allerdings nicht für jedermann erste Wahl. Vielleicht spricht das auffällige Phablet in erster Linie extrovertierte Menschen an, die gerne auf ihr Smartphone angesprochen werden.

4. Marshall London: Für Musik-Nerds

Marshall Smartphone 3
Das Smartphone von Marshall bringt einen eigenen Equalizer mit. (© 2015 TURN ON)

Die Nische des ersten Marshall-Smartphones dürfte hingegen klar sein: Das Modell der eigentlich für ihre Gitarrenverstärker bekannte Markte richtet sich eindeutig an Musik-Fans. Denn das Handy kommt nicht nur im typischen Marshall-Amp-Look daher. Der Hersteller hat seinem London-Smartphone auch einige spezielle Musikfunktionen verpasst. Dazu zählen neben einem Marshall-Knopf für sofortigen Zugriff auf die Musik auch zwei Frontlautsprecher, zwei 3,5-Millimeter-Klinkenanschlüsse für Kopfhörer, ein vergoldetes Lautstärkerad und einige vorinstallierte Musik-Apps. Mit dem eigenen Equalizer an Bord lassen sich die Audioprofile in sämtlichen Musik-Playern und Streaming-Diensten individuell anpassen. Seine Nische wird das Marshall London wohl also nicht lange suchen müssen.

5. Gigaset ME: Für Traditionalisten

USB Type-C ist auch vorhanden.
Das Gigaset ME ist aus robustem Edelstahl und Gorilla Glass gefertigt. (© 2015 TURN ON)

Nicht ganz klar war hingegen, was Gigaset plötzlich auf dem Smartphone-Markt vorhat. Der deutsche Hersteller, der eher für seine Festnetztelefone bekannt ist, sorgte für eine waschechte Überraschung auf der IFA 2015. Dabei gibt sich Gigaset selbst ganz bescheiden: Sie wollen mit ME, ME Pure und ME Pro keine High-End-Produkte auf den Markt werfen, um gegen die ganz Großen zu stänkern, sondern stellen nach eigenen Angaben das Nutzererlebnis in den Vordergrund.

Klingt nach Senioren-Smartphone? Kann schon sein – wenn das bedeutet, dass man ein hochwertig verarbeitetes Handy aus Edelstahl und Gorilla Glass erwartet, das fast ohne Bloatware des Herstellers auskommt. Ein spannender Ansatz und Hut ab, Gigaset! Für ein Smartphone, dessen Entwicklung erst Anfang des Jahres anlief, habt ihr bereits gute Arbeit geleistet. Wir sind gespannt, was wir in Zukunft noch von euch hören werden.

6. Asus ZenFone 2: Für jeden das Richtige?

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Asus bringt das ZenFone 2 gleich in mehreren Varianten. (© 2015 TURN ON)

Wer denkt, der Spec-War der Smartphone-Hersteller habe langsam ein Ende, hat die Enthüllung des Asus ZenFone 2 wohl verpasst. Diese wurde begleitet von der Ankündigung, es handele sich um das weltweit erste Smartphone mit 4 GB RAM. So etwas kann man natürlich verkaufen. Sollten sich aber nicht genügend auf den Arbeitsspeicher fixierte Käufer finden, ist Asus vorbereitet.

Der taiwanische Hersteller bietet nämlich nicht nur ein ZenFone 2, sondern gleich eine ganze Armada an unterschiedlichen Varianten an – etwa das ZenFone 2 Deluxe mit bis zu 256 GB Speicher für Datensammler, das ZenFone 2 Laser mit superschnellem Autofokus für Sportfotoknipser, das ZenFone Zoom mit dreifach optischer Vergrößerung für alle anderen Handyfotografen und das ZenFon Selfie mit 13-MP-Front-Cam für Freundinnen des gepflegten Selbstporträts. Da sollte doch für jeden etwas dabei sein, oder?

7. Huawei Mate S: Für iPhone-Umsteiger

Huawei Mate S
Huawei will mit dem Mate S endlich in der Oberklasse ankommen. (© 2015 YouTube/TURN ON)

Viele Journalistenherzen dürften auch auf der diesjährigen IFA-Pressekonferenz von Huawei höhergeschlagen haben – und das nicht nur, weil der chinesische Hersteller das vorgestellte Gerät gleich im Anschluss mitgab. Das Mate S konnte auch uns gleich auf Anhieb begeistern. Schon beim Auspacken macht das neue Huawei-Flaggschiff einen sehr hochwertigen Eindruck. Das edle Design macht schnell klar: Huawei will endlich in der Oberliga mitspielen. Und das nicht nur optisch. Hardware und Software beeindrucken mit interessanten Features wie Force Touch oder einer Touch-Steuerung über den an der Rückseite befindlichen Fingerabdrucksensor. Wer die Optik von HTC One M9 und iPhone 6 mag, aber sich nicht in der teuren Apple-Welt einsperren lassen will, sollte unbedingt mal einen Blick auf das Huawei Mate S werfen!