Apple Music im Test: Das kann der neue Streaming-Dienst

Apple Music tritt gegen Konkurrenten wie Spotify oder Deezer an. Apple Music tritt gegen Konkurrenten wie Spotify oder Deezer an. (© 2015 YouTube/Apple)

Seit Dienstagabend ist iOS 8.4 und damit auch der neue Musik-Streamingdienst Apple Music verfügbar. Wir haben uns Apples überarbeitete Musik-App in einem ersten Test genauer angeschaut und geben einen Überblick über die neuen Features und Funktionen.

Wie kann ich Apple Music nutzen?

Um mit Apple Music den neuesten Songs Deines Lieblingssängers lauschen zu können, benötigst Du als Allererstes natürlich das Update auf iOS 8.4. Nur in der neuesten Version von Apples mobilem Betriebssystem ist auch die überarbeitete Musik-App mit Apple Music und dem Radiosender Beats 1 enthalten. Solltest Du das Update noch nicht durchgeführt haben, dann tippe auf Deinem iPhone oder iPad auf "Einstellungen > Allgemein > Softwareaktualisierung" und lade iOS 8.4 herunter. Nach dem Update wird Apple Music in die bekannte Musik-App integriert, die nun auch nicht mehr Rot, sondern Weiß aussieht. In Zukunft verbindet Apple Music somit Deine iTunes-Bibliothek mit On-Demand-Streaming, einem Radiosender und einem sozialen Netzwerk.

Was kostet Apple Music?

In den ersten drei Monaten bietet Apple ein kostenloses Test-Abo für Apple Music an. Nach Ablauf der drei Monate kostet der Streaming-Dienst für den einzelnen Nutzer monatlich 9,99 Euro, ein Familienabo für sechs Personen wird mit 14,99 Euro veranschlagt. Achtung: Falls Du nicht willst, dass sich die kostenlose Probephase automatisch verlängert, musst Du das in iOS extra deaktivieren. Tippe dafür auf "Einstellungen > iTunes & App Store" und dann auf Deine Apple-ID. Wähle anschließend "Apple-ID anzeigen", gib Dein Passwort ein und tippe unter "Abos" auf "Verwalten". Hier kann die automatische Verlängerung des Probeabos für Apple Music ausgeschaltet werden.

Was kann Apple Music?

Apple Music
So sieht Apple Music beim ersten Start aus. (© 2015 TURN ON)
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Nach dem Start legt man Lieblingsgenres fest. (© 2015 TURN ON)
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Je größer das Icon, des größer das Interesse. (© 2015 TURN ON)

Nach dem Update auf iOS 8.4 ist in der alten Musik-App kein Stein mehr auf dem anderen. Anstelle der alten Kategorien Radio, Listen, Interpreten und Titel stehen jetzt die Tabs Für dich, Neu, Radio, Connect und Meine Musik am unteren Bildschirmrand. Oben rechts findet sich jetzt ein fester Suchen-Button, mit dem jederzeit die eigene Musikbibliothek oder der Online-Katalog von Apple Music durchforstet werden kann. Wir erklären, was sich hinter den Unterpunkten verbirgt.

Für dich

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Apple Music erstellt individuelle Playlisten und Vorschläge. (© 2015 TURN ON)

Dieser Tab ist das eigentliche Herzstück der neuen Musik-App und quasi der Home-Screen von Apple Music. Beim ersten Start von Apple  Music wirst Du zunächst in den Dienst eingeführt und musst unter anderem Deine Lieblingsgenres und Lieblingskünstler festlegen. Einmal tippen bedeutet "mögen", zweimal steht für "Lieblingsmusik". Die Icons verändern dabei ihre Größe, zudem rutschen neue Vorschläge auf den Screen. Das funktioniert im Großen und Ganzen recht gut, nur manchmal wirken Vorschläge wie Helene Fischer zwischen den gewählten Bands Slipknot oder Nirvana etwas deplatziert.

Apple Music stellt nach diesen Einstellungen dann nach kurzer Berechnungszeit eine individualisierte Startseite mit empfohlenen Interpreten, Playlisten, Alben und Genres zusammen. Im ersten Praxis-Test klappte das sehr gut, zwischen Playlisten wie "Best of Rock am Ring" oder "Radiohead für Kenner" fanden sich keine Schlager-Ausreißer. Mit einem Tipp auf ein Album oder eine Playliste wird die Musik sofort gestartet.

Neu

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Unter "Neu" finden sich wichtige Neuerscheinungen. (© 2015 TURN ON)

Während sich "Für Dich" eher am persönlichen Musikgeschmack orientiert, ist der Tab "Neu" für wichtige neue Releases und kuratierte Playlisten gedacht. Zudem werden hier die Songs angezeigt, die gerade besonders oft gehört werden. In jedem Genre soll ein Apple-Mitarbeiter den Überblick bewahren und die wichtigsten Alben und Interpreten hinzufügen. Auch Charts zu den einzelnen Genres werden hier aufgelistet.

Radio

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Unter "Radio" findet sich unter anderem Beats 1. (© 2015 TURN ON)
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Der Sender spielt live rund um die Uhr Musik. (© 2015 TURN ON)

iTunes Radio ist tot, lang lebe Beats 1. Der neue Internet-Radiosender geht zeitgleich mit Apple Music auf Sendung und soll rund um die Uhr, sieben Tage die Woche live Musik oder Interviews senden. Beats 1 ist tatsächlich gar nicht der einzige Radiosender, es gibt auch noch weitere thematisch sortierte Kanäle wie The Mixtape oder Soundsystem, die von einem weltweiten Team betreut werden. Allerdings ist Beats 1 – unter anderem von Zane Lowe moderiert – der einzige echte Livesender.

Connect

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Via Connect sollen Stars mit Apple Music-Nutzern in Kontakt treten. (© 2015 TURN ON)

Connect ist das soziale Netzwerk, das in Apple Music integriert ist. Die Plattform erinnert an eine Mischung aus YouTube, Instagram und Soundcloud. Sänger und Bands sollen in Zukunft via Connect direkt Fotos, Videos und andere Infos mit ihren Fans teilen können. Aus dem sozialen Netzwerk können Postings auf Facebook oder Twitter weiterverbreitet werden. Abzuwarten bleibt, ob auf Connect nicht doch wieder die gleichen Beiträge auftauchen wie auf den Facebook- und Instagram-Seiten der Stars.

Meine Musik

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In "Meine Musik" werden gekaufte Songs und Streaming-Lieder zusammengefasst. (© 2015 TURN ON)

Im Tab "Meine Musik" schließlich finden sich alle Songs und Alben, die vor dem Start von Apple Music via iTunes gekauft wurden. Auch die Lieder aus iTunes Match und die zuvor angelegten Playlisten sind hier untergebracht. Das Layout orientiert sich an der alten Musik-App mit alphabetisch geordneten Interpreten. Ohne Anmeldung beim Streaming-Dienst Apple Music erscheinen in "Meine Musik" nur die eigenen Einkäufe. Mit einem Apple Music-Account tauchen die gestreamten Songs neben den gekauften Liedern auf. Lieder können fürs Offline-Hören auch heruntergeladen werden.