Armer Mario! Die 10 schlechtesten Videospiel-Verfilmungen

"Super Mario Bros.": Beliebtes Beispiel für die schlechteste Videospiel-Verfilmung. "Super Mario Bros.": Beliebtes Beispiel für die schlechteste Videospiel-Verfilmung. (© 2015 picture-alliance / Mary Evans Picture Library)

Waren anfangs eher Filme Grundlage für manches Videospiel, basieren heute eine Menge Verfilmungen auf bekannten Game-Serien. Auch wenn es hin und wieder einige Perlen gibt, ist doch eine Menge Schund dabei. Wir zeigen das Schlechteste, was Regisseure aus Videospielen drehen konnten.

Ob "Tomb Raider", "Doom" oder "Prince of Persia": Videospiele dienten oft als Basis für teils sehr aufwendige Kinofilme. Die Filmindustrie braucht Geschichten und bekannte Markennamen – Videospiele liefern beides. Doch die meist dünne Story eines Spiels schlägt sich oft auch in der Qualität der Verfilmungen nieder. Deshalb ist selbst gutes Mittelmaß auf diesem Gebiet eher selten. Viele Verfilmungen bekannter Videospiele sind eine Zumutung für Kinogänger und einfach nur schlecht. In dieser Liste zeigen wir zehn der miesesten Umsetzungen, die jemals auf einer Leinwand flimmerten.

1. "Super Mario Bros." (1993)

Die Story zum Jump 'n 'Run "Super Mario Bros." von Nintendo ist an sich schon skurril: Ein Klempner namens Mario rettet durch jede Menge Hüpf-Attacken eine Prinzessin vor Bösewicht Bowser, seines Zeichens eine riesige Schildkröte. Keine Chance diesen dünnen Stoff auf die Leinwand zu bringen, oder? Doch: Im Jahr 1993 wagten dies tatsächlich die Regisseure Rocky Morton und Annabel Jankel. Mit dabei waren sogar Stars wie Dennis Hopper als Bowser und Bob Hoskins als Mario. Später bezeichneten beide ihre Mitwirkung als großen Fehler und die Arbeit am Film als Albtraum. Knapp 50 Millionen Dollar verschlang der üble Streifen und floppte danach kräftig an der Kinokasse. Immerhin: Der begleitende Song "Almost Unreal" der schwedischen Gruppe Roxette konnte sich immerhin einige Wochen in den Charts halten.

2. "Mortal Kombat 2: Annihilation" (1997)

Auch bei Prügelspielen wie "Mortal Kombat" gibt die Geschichte normalerweise nicht viel her. Doch von diesem Kampfspiel wurden sogar gleich zwei Verfilmungen gedreht. Während der Erste aus dem Jahre 1995 gerade noch zu ertragen war, stürzte das Niveau bei Teil 2 gnadenlos ab. Raketen-werfende Ninjas und vierarmige "Kampfmaschinen" greifen die Erde an. Warum? Ist halt so. Das Lexikon des Internationalen Films bescheinigt diesem Machwerk: "Stumpfsinniger Schwachsinn mit großem Trickaufwand."

3. "Alone in the Dark" (2005)

Selten waren sich Kritiker so einig wie bei dieser Umsetzung der Grusel-Game-Serie "Alone in the Dark" und verrissen den Film einhellig als schlecht. Die Story ist schnell erzählt: Eine Geheimorganisation pflanzt Waisenkindern Würmer ein, die sie später in Zombies verwandeln. Einzige Aufgabe des Helden Edward Carnby (gespielt von Christian Slater): Das Zombie-Nest in die Luft jagen. Klingt öde, oder? Das dachten sich auch die meisten Zuschauer und bezeichneten das Werk des deutschen Regisseurs Uwe Boll als schlechtesten Film des Jahres 2005.

4. "House of the Dead" (2003)

Beim Spiel "House of the Dead" handelt es sich um einen Arcade Shooter, bei dem mittels einer Lightgun auf die üblen Ausgeburten eines verrückten Professors geschossen werden muss. Selbst für ein Action-Game ist diese Geschichte wirklich etwas dünn. Doch dem deutschen Trash-Regisseur Uwe Boll reichte die Handlung sogar für einen ganzen Spielfilm. Allerdings verlegt er das Zombie-Gemetzel auf eine Insel, die ein paar Jugendliche unglücklicherweise für eine Party ausgewählt haben. Immerhin schaffte es Boll mit diesem Film auf Platz 24 der 100 schlechtesten Filme der Internet Movie Database.

5. "Wing Commander" (1999)

Die Weltraum-Flugsimulation "Wing Commander" aus dem Jahr 1990 zeichnete sich durch eine bis dahin noch nie gesehene Grafik, tolle Sound-Effekte und dichte Atmosphäre aus. Obwohl Chris Roberts – der Schöpfer der Serie – selbst beim Film Regie führte, fiel er gnadenlos beim Publikum durch. Bei 30 Millionen Dollar Produktionskosten spielte der Film nur etwa 11,5 Millionen Dollar wieder ein. Es hätte sogar noch weniger sein können: Im Vorprogramm des Films lief ein Trailer zu "Star Wars: Episode I". Viele "Star Wars"-Fans kauften sich damals nur ein Ticket für "Wing Commander", um den Trailer sehen zu können. Nach der Vorschau verließen sie das Kino wieder.

6. "Postal" (2007)

Das Game "Postal" hat bei Kritikern und Spiele-Fans schon einen zweifelhaften Ruf. Im Spiel übernimmt man die Rolle eines Amokläufers, der alles niedermäht, was sich ihm in den Weg stellt. Wegen übermäßiger Gewaltverherrlichung ist das Videospiel in mehreren Ländern – unter anderem auch in Deutschland – nicht im freien Handel erhältlich. Für Trash-Regisseur Uwe Boll kein Grund, den Stoff nicht zu verfilmen. Herausgekommen ist ein 90-minütiges Gemetzel zwischen Taliban-Terroristen, Sektenführern und Anarcho-Aussteigern vor der Kulisse eines Freizeitparks. Für "Postal" bekam Uwe Boll später den Negativpreis "Goldene Himbeere" für die schlechteste Regie.

7. "Silent Hill" (2006)

Die Survival-Horror-Spieleserie "Silent Hill" über ein verwunschenes Dorf mit jeder Menge Monstern bietet eigentlich genügend Stoff für den gleichnamigen Film "Silent Hill". Das Machwerk des französischen Regisseurs Christophe Gans erreicht jedoch nicht im Mindesten die Qualität der Spiele. Auf Bewertungsportalen wie Rotten Tomatoes hat kaum ein Nutzer nette Worte für den Film übrig. Doch trotz schlechter Kritiken und skurriler Handlung spielte der Streifen erstaunlicherweise deutlich mehr als seine Produktionskosten von 50 Millionen US-Dollar ein. Deshalb gab es wenig später wohl auch die Fortsetzung "Silent Hill: Revelation 3D", der mit ähnlich vernichtenden Kritiken bedacht wurde.

8. "BloodRayne" (2006)

Regisseur Uwe Boll schlägt wieder zu: diesmal mit einer Umsetzung des Vampir-Shooters "BloodRayne". Hierbei spielt die attraktive Kristanna Loken einen "Dhampir" – den Abkömmling eines Vampir-Vaters und einer menschlichen Mutter. Beschützt durch eine Geheimgesellschaft namens Brimstone Society versucht sie einen Vampirfürsten zu töten. Die Vampir-Hatz verschlang 25 Millionen US-Dollar, spielte aber gerade mal knapp 3,6 Millionen wieder ein. Da half auch die musikalische Unterstützung durch Alice Cooper nichts.

9. "Far Cry" (2008)

Es ist kaum zu glauben: Obwohl Regisseur Uwe Boll am laufenden Band Trash produziert, findet er dennoch Geldgeber für weitere Projekte. Bei der Videospiel-Verfilmung von "Far Cry" mit Til Schweiger in der Hauptrolle versenkte Boll immerhin knapp 34 Millionen Dollar. In Deutschland spielte der unterirdisch schlechte Streifen gerade mal 566.000 Euro ein.

10. "Street Fighter – Die Legende von Chun Li" (2009)

Die Kampf-Wettbewerbe der Spieleserie "Street Fighter" haben ganze Generationen vor die Konsolen und Arcade-Automaten gefesselt. Der mäßige Film-Abklatsch aus dem Jahre 2009 ist hingegen eher zum Weglaufen. Das Portal Filmstarts.de bescheinigte dem Streifen: "'Street Fighter – Die Legende von Chun Li' ist ein K.o.-Schlag in der ersten Runde."