Bewegung einfangen: Tipps für die Sportfotografie

Professionelle Sportfotografen besitzen beeindruckende Teleobjektive. Professionelle Sportfotografen besitzen beeindruckende Teleobjektive. (© 2015 CC: Flickr/William Warby)

Sportfotografie gehört zu den größten Herausforderungen für Fotografen. Die Bewegungen sind schnell und bei vielen Sportarten lässt sich das Geschehen nur aus der Entfernung fotografisch festhalten. Mit diesen Tipps gelingen Dir trotz der widrigen Umstände richtig gute Sportfotos.

Egal ob Fußball, Handball oder Motocross – zum Einfangen von sportlichen Aktivitäten benötigst Du ein gutes Auge und einen schnellen Finger am Auslöser. Darüber hinaus solltest Du Dich in der Sportart auskennen. Nur dann bist Du dem Geschehen geistig etwas voraus und kannst in der richtigen Sekunde das perfekte Foto schießen. Für scharfe und gut belichtete Aufnahmen sorgen die richtigen Einstellungen Deiner digitalen Spiegelreflexkamera (DSLR).

Die richtige Brennweite für die Sportart wählen

Die Entfernung zwischen Linse und Motiv regulierst Du über die Brennweite Deines Zoomobjektivs. Über eine große Brennweite kannst Du weit entfernte Motive heranholen und groß auf dem Foto festhalten. Mit einer kleinen Brennweite kannst Du hingegen nahe gelegene Motive in einem großen Bildausschnitt – also mit viel Hintergrund – aufnehmen.

Sportfotografie
Je nach Standort ist der Einsatz unterschiedlicher Brennweiten sinnvoll. (© 2015 CC: Flickr/joshjdss)

Beispiel: Musst Du bei einem Fußballspiel die Bilder von der Tribüne aus knipsen, benötigst Du ein Objektiv mit einer großen Brennweite wie ein Teleobjektiv, um den Sportler optisch heranzuholen und ihn groß auf dem Foto abzubilden. Stehst Du hingegen direkt an der Rennstrecke eines Marathons, benötigst Du ein Objektiv mit kleiner Brennweite wie ein Weitwinkelobjektiv, um neben dem vorbeiziehenden Läufer auch etwas Hintergrund einzufangen.

Professionelle Sportfotografen nutzen für ihre Aufnahmen aus größerer Distanz Objektive mit einer Brennweite zwischen 100 und 400 Millimetern. Für Sportfotografien aus der Nähe eignen sich hingegen Objektive mit einer Brennweite von 18 bis zu 55 Millimetern.

Optimale Einstellungen für verschiedene Lichtverhältnisse

Neben der passenden Brennweite solltest Du bei Sportveranstaltungen auch darauf achten, die Lichtstärke Deines Objektivs an die gegebenen Lichtbedingungen anzupassen. Nur so erzielst Du gut belichtete Sportfotos.

Verantwortlich für die Lichtstärke der Kamera ist die Größe der Blendenöffnung. Diese kannst Du verändern, indem Du die Blendenzahl erhöhst oder verringerst. Bei einer kleinen Blende(nöffnung) fällt nur wenig Licht auf den dahinter liegenden Sensor. Nur mit einer kleinen Blende kannst Du bei der Sportfotografie mit einer kurzen Belichtungszeit arbeiten. Diese ist notwendig, um das Motiv in der Bewegung scharf einzufrieren. Ist die Belichtungszeit zu lang, verwischt es – es ensteht Bewegungsunschärfe.

Sportfotografie
Eine kurze Belichtungszeit sorgt für scharfe Fotos. (© 2015 CC: Flickr/tiegeltuf)

Die Lichtempfindlichkeit des Sensors beeinflusst ebenfalls die Belichtung des digitalen Fotos. Diese stellst Du über den ISO-Wert ein. Bei der Wahl des ISO-Wertes solltest Du jedoch berücksichtigen, dass mit der Lichtempfindlichkeit auch das Bildrauschen steigt und damit die Qualität des Sportfotos sinkt.

Geschwindigkeit des Autofokus

Der Autofokus (AF) Deiner Kamera stellt sich beim Fokussieren eines Motivs automatisch scharf. Für die Sportfotografie benötigst Du eine hochwertige Spiegelreflexkamera mit einem schnellen Autofokus. Denn: Stellt der Autofokus das bewegte Motiv nicht schnell genug scharf, kommt es zu einer Auslöseverzögerung und der gewünschte Bildmoment ist vorüber. Um die Sportler kontinuierlich scharfzustellen und nicht ständig nachjustieren zu müssen, stellst Du den Autofokus auf die automatische Schärfennachführung "Al Servo" ein.

Tipp: Bevor das Sportereignis startet, solltest Du ein paar Probeschüsse machen, damit Du bereits die optimalen Einstellungen gefunden hast, wenn der Anpfiff oder der Startschuss ertönt.

Zusammenfassung

  • Bei Fotografien aus weiter Entfernung benötigst Du ein Objektiv mit einer großen Brennweite wie ein Teleobjektiv
  • Bei Fotografien aus der Nähe benötigst Du ein Objektiv mit kleiner Brennweite wie ein Weitwinkelobjektiv, um neben dem Motiv auch Hintergrund abzulichten
  • Verantwortlich für die Lichtstärke der Kamera ist die Größe der Blendenöffnung
  • Nur mit einer kleinen Blende kannst Du bei der Sportfotografie mit einer kurzen Belichtungszeit arbeiten und das bewegte Motiv scharf einfrieren
  • Ein hoher ISO-Wert steigert die Lichtempfindlichkeit der Kamera, aber auch das Bildrauschen
  • Für Sportfotografien benötigst Du einen schnellen Autofokus