Das bedeutet die Bildwiederholfrequenz bei Fernsehern

Ob Curved oder nicht – Hersteller werben mit immer höheren Bildwiederholraten. Ob Curved oder nicht – Hersteller werben mit immer höheren Bildwiederholraten. (© 2015 CC: Flickr/Maurizio Pesce)

Wer sich einen neuen Fernseher oder Monitor kauft, der hat auch gewisse Ansprüche daran. Allen voran soll das Bild perfekt sein. Neben Größe und Auflösung spielt dabei die Bildwiederholfrequenz eine entscheidende Rolle. Doch mehr ist nicht immer besser. Hier erfährst Du, was zu beachten ist.

Größer, hochauflösender, unübersichtlicher? Wer sich heute auf die Suche nach einem Fernseher oder Monitor macht, verliert im Dschungel der Features und Fachbegriffe schnell den Überblick. Besonders bei der Bildwiederholrate überbieten sich die Hersteller. Werte von 50 bis 3200 Hertz, dazu noch Kürzel wie CMR, PMR, MCI, MXR und Co., machen den TV-Kauf zur unlösbaren Rechenaufgabe. Wir lösen sie für Dich.

Ist Hertz nicht eine Autovermietung?

In Hertz misst man Frequenzen – im Fall von Fernsehern die Bildwiederholfrequenz, also wie oft sich das Bild pro Sekunde erneuert. Das menschliche Gehirn verarbeitet etwa 14 bis 30 Bilder pro Sekunde, weshalb Kinofilme oder TV-Serien schon seit jeher mit mindestens 24 Bildern pro Sekunde aufgezeichnet werden. Mittlerweile hat sich dieser Wert jedoch drastisch erhöht: Aufwendige IMAX-Produktionen und Sportveranstaltungen werden mit 48 Bildern pro Sekunde gefilmt. Hat ein Fernseher oder Monitor zu wenig Hertz hierfür, dann ruckelt das Bild.

So berechnen Fernseher ihre Bilder

Warum braucht man Fernseher mit vierstelliger Bildwiederholrate? Damit die Bewegungen flüssiger wirken, werden einzelne Bilder mehrmals hintereinander angezeigt und dazwischen kurzzeitig abgedunkelt. Man spricht hier von Halbbildern. So zeigte das in Europa gängige PAL-Format bei 50 Hertz tatsächlich aber nur 25 Bilder pro Sekunde an. Diese Lichtunterbrechungen schaffen einen gewissen Rhythmus und kontinuierliche Bedingungen, die dem Bild Schärfe mitgeben. Um also Bewegungsunschärfen zu verringern, kann die Wiederholrate durch das Hinzurechnen von Bildern im Fernseher oder Monitor gesteigert werden.

Hertz-Schlag: Wie viel Hertz braucht denn nun mein Fernseher?

In Zeiten von Blu-rays, HDTV und Co. sollte ein moderner Fernseher oder Monitor mit mindestens 100 Hertz aufwarten können. Diese Bildwiederholfrequenz genügt, um 50 Bilder pro Sekunde – also selbst hochwertige Kinoformate – problemlos abzuspielen. Die derzeit höchste Bildwiederholrate, die erreicht werden kann, sind 200 Hertz.

Hertz-Rasen: Ist eine höhere Frequenz besser?

Alles, was über 200 Hertz hinaus geht, ist Getrickse der Hersteller. Dabei werden bei 50 Bildern pro Sekunde mehrere Unterbilder erzeugt. Das kann das Bild noch flüssiger machen, kann aber auch Nachteile haben. Mitunter tritt der sogenannte "Soap-Effekt" auf. Dieser beschreibt das Phänomen, dass die Bewegung der Darsteller so deutlich wird, dass die Hintergründe statisch wirken und den aufwendig produzierten Blockbuster wie "GZSZ" aussehen lassen.

Hertz-los: Die Zusatzangaben der Hersteller

Manchmal findet sich auf dem schönen, glänzenden Sticker auf dem Fernseher neben der Hertz-Zahl auch ein schick klingender Zusatz. Clear-, Active-, Ultra Smooth- oder gar Perfect-Motion-Rate klingen verführerisch – doch wo sind die Unterschiede und wer soll da den Überblick behalten? Die meisten dieser herstellerspezifischen Abkürzungen bezeichnen das Gleiche, und zwar das Zusammenspiel von Bildwiederholrate, Zwischenbildberechnung und Backlight-Regeln. So werden übrigens auch die Hertz-Raten künstlich hochgerechnet. Ein Beispiel: 100 Hertz + 2x Zwischenbildberechnung + 2x Backlight = 400 Hertz. So werden aus 200 Hertz auch mal eben 1600 oder sogar 3200.

Zusammenfassung:

  1. In Hertz misst man die Bildwiederholrate von Fernsehern und Monitoren
  2. Dabei wird in Halbbildern gerechnet, ein Hertz ist also ein halbes Bild pro Sekunde
  3. Filme, Sportveranstaltungen und Co. werden mit bis zu 48 Vollbildern pro Sekunde aufgezeichnet
  4. Ein moderner Fernseher oder Monitor sollte daher mindestens 100 Hertz haben
  5. Alles über 200 Hertz ist vom Hersteller künstlich hochgerechnet
  6. Abkürzungen wie CMR und PMR stehen für Bildverbesserer des Herstellers