CeBIT 2015: Soldaten-Handy trifft Video-Kühlschrank

Auf der CeBit 2015 gibt's auch Produkte für Nicht-Fachleute. Auf der CeBit 2015 gibt's auch Produkte für Nicht-Fachleute. (© 2015 Deutsche Messe)

Die CeBit in Hannover (16. - 20. März) ist die weltgrößte Messe rund um den Computer - und richtet sich mit ihren Neuheiten auch in diesem Jahr wieder vor allem an Fachleute. Das bedeutet nun aber nicht, dass es für den normalen Computer- und Technikfan nicht wieder Highlights zu bestaunen gibt. Darunter ein Handy für Soldaten und einen Video-Kühlschrank.

Vor allem im Bereich Smart Home – das sind etwa per App übers Smartphone gesteuerte Heizungsteuerungen und Haus-Sicherheitssysteme – werden auf der Messe Neuheiten gezeigt, und Samsung bringt sogar ein neues Outdoor-Smartphone nach Hannover mit. Was es auf der CeBIT 2015 alles an interessanten Produkten zu sehen gibt, steht in dieser Highlights-Topliste.

Das Soldaten-Smartphone

Das Samsung Galaxy Xcover 3: Für den harten Einsatz auf der Baustelle gedacht.
Das Samsung Galaxy Xcover 3: Für den harten Einsatz auf der Baustelle gedacht. (© 2015 Samsung)

Samsung wird demnächst nicht nur die für den Outdoor-Einsatz geeignete Version seines Flaggschiffs Galaxy S6 Active auf den Markt bringen, sondern sogar ein richtiges Smartphone für den harten Einsatz etwa auf einer Baustelle: das Galaxy Xcover 3. Der koreanische Elektronik-Riese versucht, mit dem neuen Modell ein halbwegs elegantes Design und eine robuste Verarbeitung in Einklang zu bringen. Das nach dem US-Militärstandard MIL-STD 810G gefertigte Gerät kann laut Samsung Stürze aus einer Höhe von bis zu 1,2 Metern überstehen und ist nach IP67-Zertifizierung staub- und wasserdicht.

Die Kameras haben Auflösungen von zwei und fünf Megapixel, das Display misst 4,5 Zoll – etwas altbacken ist allerdings die Auflösung mit 800 x 480 Pixeln. Im Inneren arbeitet ein Vierkernprozessor mit 1,2 GHz, der sich aus 1,5 GB Arbeitsspeicher bedienen kann. Der interne Speicher hat 8 GB, kann aber per Speicherkarte um bis zu 64 GB erweitert werden. Derzeit arbeitet das "Soldaten-Phone" noch mit Android 4.4, Samsung stellt allerdings ein baldiges Update auf Android 5.0 Lollipop in Aussicht. Einen Preis für das "toughe" Teil wollte Samsung bislang nicht verraten.

Der kleinste Windows-PC der Welt

Hannspree Micro PC: Der kleinste Windows-Computer der Welt?
Hannspree Micro PC: Der kleinste Windows-Computer der Welt? (© 2015 Hannspree)

Der laut Hersteller "weltweit kleinste Computer" mit bereits vorinstalliertem Windows 8.1 wird von Hannspree auf der CeBit 2015 vorgestellt. Mit dem handlichen HDMI-Stick ist es möglich, jeden HDMI-kompatiblen Fernseher in einen Windows-PC zu verwandeln. Auf dem Mini-Rechner, der einfach in den HDMI-Slot gesteckt wird, sollen Musik, Videos und Anwendungen Platz finden. Eingebaut sind ein Intel-Quadcore-Prozessor und 2 GB RAM. Der Rechenzwerg verfügt über 32 GB internen Speicher, der sich per Micro-SD um weitere 64 GB erweitern lässt. Kontakt zur Außenwelt nimmt das Gerätchen per WLAN und Bluetooth auf. Mit an Bord sind auch ein USB-2.0- und ein Micro-USB-Anschluss. Der Micro PC soll um die 200 Euro kosten.

 Das tragbare Bluetooth-Klangwunder

Der BenQ treVolo-Lautsprecher gilt als absolutes Bluetooth-Klangwunder.
Der BenQ treVolo-Lautsprecher gilt als absolutes Bluetooth-Klangwunder. (© 2015 BenQ)

Der taiwanesische Hersteller BenQ zeigt in Hannover den weltweit ersten tragbaren elektrostatischen Bluetooth-Lautsprecher mit dem klingenden Namen treVolo. Das Klangerlebnis der Elektrostatik-Technologie soll besonders natürlich sein. Damit soll ein kabelloses Streaming von Musik aus Smartphones in CD-Qualität möglich sein, da die Audio-Daten verlustfrei unkomprimiert übertragen werden. Zudem ist das Gerät extrem stylish:  In den klappbaren metallischen Flügel sorgen hauchdünne elektrostatische Membranen für einen naturgetreuen Klang. Auch ohne Stromnetz allein per Akku vollbringt das Gerät wahre Wunderdinge: Mit nur einer Ladung kann man satte zwölf Stunden Musik am Stück genießen.

Klein und schnell: Neue Fritzboxen von AVM

Die Fritzbox 480 ist das bislang schnellste Gerät des Berliner Herstellers AVM.
Die Fritzbox 480 ist das bislang schnellste Gerät des Berliner Herstellers AVM. (© 2015 AVM)

Gleich vier neue Modelle seiner populären Fritzbox zeigt der Berliner Hersteller AVM auf der Elektronik-Messe. Darunter auch das bislang kleinste und das schnellste Gerät im Stall. Die Fritzbox 4080 bricht alle Geschwindigkeits-Rekorde dank des neuen WLAN-Standards 802.11 ac Wave 2. Damit werden Funknetze mit bis zu  2,5 GBit/s  möglich. Im täglichen Gebrauch sind solche Werte zwar noch Zukunftsmusik, aber AVM will mit dem Produkt ganz gezielt Kunden neuer Glasfaser-Abschlüsse zum Kauf animieren – und deren Verbreitung nimmt immer weiter zu. Mit der Fritzbox 4020 kommt ein Mini-Router für Einsteiger auf den Markt, der sich an jedem Modem einsetzen lässt. Dieses Gerät kann laut AVM bis zu 450 MBit/s übertragen. Beide Geräte sollen im zweiten Quartal 2015 auf den Markt kommen.

 Homematic: Klug heizen spart Geld

Mit einer intelligenten Heizungssteuerung lässt sich viel Geld sparen.
Mit einer intelligenten Heizungssteuerung lässt sich viel Geld sparen. (© 2015 eQ3)

Der große deutsche Smart-Home-Hersteller eQ-3 zeigt in Hannover die neueste Generation seiner Homematic-Technologie. Die neuen Produkte sollen ab Sommer 2015 inklusive neuer Apps und Cloud-Services auf den Markt kommen. Homematic IP unterscheidet sich von den bisherigen Produkten vor allem durch die Verwendung des neuen IPv6-Standards, bei dem jedes ans Internet angeschlossene Gerät eine eigene und feste Adresse bekommt, was die Einrichtung wesentlich erleichtern soll. Die neuen Geräte können laut Hersteller problemlos zusammen mit den bisherigen an der Smart-Home-Zentrale betrieben werden.

Auch die gewohnten Apps werden weiterhin funktionieren. Damit das Heizen eine sichere Sache ist, werden die Funksignale für die Installation und auch während des normalen Betriebs verschlüsselt übertragen. Besonders einfach soll die Bedienung sein, alle Verknüpfungen zwischen den Komponenten werden automatisch erstellt. Für die Einrichtung der Raumklimalösung ist ein PC nicht länger notwendig, die Bedienung geschieht komplett per App für iOS oder Android.

Da Vinci kanns: Spielzeug selber drucken

Da Vinci Junior: Ein erschwinglicher 3D-Drucker, der in den USA nur 349 Dollar kosten soll.
Da Vinci Junior: Ein erschwinglicher 3D-Drucker, der in den USA nur 349 Dollar kosten soll. (© 2015 Youtube/XYZprinting)

Nicht nur Bauklötze staunen, sondern auch Bauklötze zu Hause selber drucken geht mit dem Da Vinci Junior von XYZprinting aus Taiwan. Der 3D-Drucker für den kleinen Geldbeutel wird in Hannover zum ersten Mal in Europa präsentiert. In den USA wird das Gerät für 349 Dollar über den Ladentisch gehen, erfahrungsgemäß liegt der Preis in Euro in Europa dann etwas darunter. Das Modell für Privatanwender will laut Hersteller vor allem durch einen unkomplizierten Gebrauch und einen niedrigen Stromverbrauch glänzen.

Funk-Stick für Smart-Home-Server

Der MyCloud NAS-Server lässt sich per Funkstick zu einer Smart-Home-Zentrale aufrüsten.
Der MyCloud NAS-Server lässt sich per Funkstick zu einer Smart-Home-Zentrale aufrüsten. (© 2015 Western Digital)

Mit einem neuen Funkstick der Firma Z-Wave werden die NAS-Modelle MyCloud und MyCloud Mirror der Firma Western Digital in eine Smart-Home-Zentrale verwandelt. Der schicke Stick wird auf der CeBIT 2015 erstmals dem Publikum vorgestellt. Der Netzwerk-Server kann damit den Status jedes einzelnen Z-Wave Gerätes im Heimnetzwerk überwachen und steuern. Um die Smart-Home-Lösung einzurichten, benötigt man laut Hersteller nur den kleinen Z-Wave Stick sowie das Plug-in "Smart Home UI". Danach lässt sich das Smart-Home-System über die mobile Fernsteuerung des NAS bedienen.

Ein spezieller Gateway ist nicht mehr notwendig. Und es können nicht nur auf dem Z-Wave-Protokoll basierende Geräte eingebunden werden, sondern auch IP-Geräte wie etwa Webcams. Zusätzlich steht noch ein eigener App-Store zur Verfügung, in dem es Zusatzprogramme gibt, die den Funktionsumfang der Smart-Home-Zentrale auf dem NAS erweitern. Momentan gibt es etwa 1.200 Hardware-Komponenten im Smart-Home-Bereich, die mit dem Z-Wave-Protokoll kompatibel sind. Ein Preis für den Stick steht noch nicht fest.

Der coolste Hingucker der Messe

Ohne Frage eines der Highlights der Messe dürfte der Video-Kühlschrank der Marke Plentimedia sein, der von der Halogenkauf Lightech GmbH vertrieben wird. Das Gerät hat ein 46 Zoll großes und transparentes LCD, auf dem passende und unterhaltende Videos und Bilder gezeigt werden. Das coole Teil hat natürlich auch einen Lautsprecher und lässt sich per Speicherkarte oder USB mit Daten füttern. Wer jetzt aber gleich loslaufen und den Kühlschrank kaufen will, muss aber gewarnt werden. Knapp 5.300 Euro soll Gerät kosten.