Datenschutz bei Windows 10: So bändigst Du die Datenkrake

Mit Windows 10 soll alles besser werden. Microsoft-Dienste sind so tief eingebunden wie noch nie. Doch der Komfort hat seinen Preis: Es wird auch mehr geschnüffelt als jemals zuvor.

Windows 10 hat alles: Cortana, Edge, Bing, MSN, OneDrive und noch viel mehr. Doch wer Microsofts neue Datenschutzbestimmungen genauer unter die Lupe nimmt, merkt: Jeder dieser Dienste darf schnüffeln. Wir zeigen Dir, wie Du die richtigen Datenschutz-Einstellungen vornimmst.

1. Datenkrake Windows 10: Standort, Smartscreen und Schreibverhalten

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Den Punkt "Datenschutz" (unten rechts) solltest Du als Erstes besuchen. (© 2015 Microsoft/TURN ON)

Personalisierte Werbung ist das große Stichwort im Online-Marketing. Dafür sammelt Windows 10 fleißig Daten, beispielsweise über Deinen Standort oder Dein Schreibverhalten. Auch der SmartScreen-Filter trägt sein Übriges dazu bei. Zusammengefasst wird alles unter Deiner persönlichen Werbe-ID. Das Schlimmste: Die Daten werden auch für die App-Entwickler freigegeben. Deshalb: Schleunigst in den Einstellungen den Punkt "Datenschutz" besuchen und dort alle Berechtigungen nach persönlichem Bedarf regeln.

2. Cortana, die aufmerksame Assistentin

Microsofts Sprachassistentin Cortana spricht jetzt auch deutsch.
Microsofts Sprachassistentin Cortana ist in Windows 10 fest verzahnt. (© 2014 Microsoft)

Mit Cortana präsentiert Microsoft eine digitale Assistentin, die selbst Siri alt aussehen lässt. Doch wie jede gute Assistentin benötigt auch Cortana Informationen über den Nutzer. So durchstöbert sie Browser-Verläufe, Kalender-Einträge, den Standort und mehr. So wie Google Now auf dem Smartphone hört auch Cortana stets zu und ist einsatzbereit. Um der lauschfreudigen Sekretärin Einhalt zu gebieten, gehst Du in ihre Einstellungen und stellst den Schieberegler auf "Aus".

3. Hart am Abgrund: Edge of Glory

Microsoft Edge
In den Einstellungen von Edge kannst Du zahlreiche Datenschutz-Einstellungen vornehmen. (© 2015 Microsoft/TURN ON)

Die größte Renovierung hat wohl der Internet Explorer bekommen. Mit dem neuen Namen Edge und zahlreichen neuen Features soll er Chrome, Firefox und Co. das Fürchten lehren. Doch die enge Verzahnung mit MSN und Bing bewirkt, dass quasi alle Browserdaten direkt in Redmond bei Microsoft landen. Im Einstellungsmenü, das Du mit Klick oben rechts auf "…" öffnen kannst, lässt sich das eingrenzen. Dort am besten unter "Neue Tabs öffnen mit" den Punkt "Leere Seite" wählen. Hier kann auch Cortana für Edge deaktiviert werden. In den "Erweiterten Einstellungen" kannst Du zudem die Punkte "Suchvorschläge bei der Eingabe anzeigen", "Seitenvorhersage verwenden..." und "Meinen PC mit SmartScreen vor schädlichen Websites und Download schützen" deaktivieren.

4. Jetzt wird’s persönlich: Passende Tipps dank Profiling

Immer die App-Vorschläge, die zum Nutzer passen – eigentlich eine gar nicht so schlechte Idee, wäre da nicht der bittere Beigeschmack. Für die personalisierten Vorschläge sammelt Microsoft nämlich Nutzerdaten, beispielsweise über installierte Apps. Um das zu verhindern, gehst Du in den Einstellungen von Windows 10 auf den Punkt "Personalisierung". Dort kannst Du die Vorschläge für Startmenü und Lockscreen deaktivieren.

5. OneDrive, der Online-Scanner

Cloud Computing
In der Cloud von Microsoft werden Deine Fotos definitiv gescannt. (© 2015 thinkstock.com/scyther5)

Dank Windows 10 ist auch Microsoft Cloud-Dienst OneDrive präsenter als je zuvor. Eigentlich auch ganz praktisch, schließlich ist der Speicher der Festplatte begrenzt und so ein paar Gigabyte Online-Speicher schaden nicht. Was durchaus unangenehm sein kann, ist die Tatsache, dass alle Fotos in OneDrive von Microsoft gescannt werden. Hauptsächlich um illegalen Inhalten wie Kinderpornografie Einhalt zu gebieten. Eine Lösung dafür gibt es zwar nicht, aber einen Trick: die Fotos im passwortgeschützten Archiv hochladen, beispielsweise als .zip oder .rar. Alternativ einfach auf einen anderen Clouddienst zurückgreifen.

6. Nochmal personalisierte Werbung – in jedem Browser

personalisierte werbung
Immerhin: Microsoft gibt die Möglichkeit personalisierte Werbung zu deaktivieren. (© 2015 Screenshot/TURN ON)

Wer ein für alle Mal Schluss machen will mit personalisierter Werbung, sollte die entsprechende Webseite von Microsoft besuchen. Dort kann man dem Datensammeln Einhalt gebieten. Unser Tipp: Einmal mit jedem Browser, den Du nutzt, ansteuern.

7. Einstellungen und Kennwörter – alles in die Cloud?

OneDrive
Die Cloud-Synchronisation ist ähnlich wie bei Windows 8. (© 2014 TURN ON)

Zu guter Letzt solltest Du im "Konten"-Menü dem Punkt "Einstellungen synchronisieren" einen Besuch abstatten. Hier kannst Du die Synchronisierung mit anderen Geräten verwalten. Während die Punkte Design und Spracheinstellungen eher unkritisch sind, werden hier vor allem auch Kennwörter gespeichert, um sie auf all Deinen Windows 10-Geräten synchron zu halten. Ist das nicht gewollt, einfach den entsprechenden Schieberegler deaktivieren.

Zusammenfassung

Hier kannst Du die Privatsphäreeinstellungen vornehmen:

  1. Standort, Smartscreen, Hardware, Kalender, Kontakte, Position und Co.: Windows-Einstellungen > Datenschutz > Jeden Punkt einzeln durchgehen und einzelne App-Freigaben regeln
  2. Cortana: Cortana öffnen > Einstellungssymbol klicken (Zahnrad) > Schieberegler deaktivieren
  3. Edge: Edge öffnen > Einstellungen öffnen (unter "…"). Unter "Erweiterte Einstellungen" kannst Du Suchvorschläge, Seitenvorhersage und SmartSreen deaktivieren
  4. App-Vorschläge: Windows-Einstellungen > Personalisierung > Vorschläge deaktivieren
  5. OneDrive: Einstellungen leider nicht regelbar: Fotos als passwortgeschütztes Archiv hochladen oder anderen Cloud-Anbieter verwenden
  6. Personalisierte Werbung: Die spezielle Microsoft-Website besuchen und dort deaktivieren, am besten einmal mit jedem Browser.
  7. Synchronisation von Einstellungen und Kennwörtern: Windows-Einstellungen > Konten > Einstellungen synchronisieren > Schieberegler deaktivieren