Die wichtigsten Tipps für mehr Privatsphäre bei Facebook

Eine Sonnenbrille hilft nicht dabei, unerkannt im Netz zu surfen. Eine Sonnenbrille hilft nicht dabei, unerkannt im Netz zu surfen. (© 2015 picture alliance/blickwinkel)

Wer viel auf Facebook unterwegs ist, sollte bedenken, dass er damit auch viele Daten von sich preisgibt. Um die Privatsphäre dabei zu wahren und dem Betreiber des Netzwerkes nicht zu viele Informationen zu überlassen, solltest Du einige nützliche Tipps berücksichtigen. 

Der Datenschlund des sozialen Netzwerks Facebook schluckt alle Informationen, die der User über sein individuelles Surfverhalten über sich preisgibt. Vom Klick auf den "Like"-Button über das Abonnieren bestimmter Unternehmensnews bis hin zum Aufrufen von Werbeanzeigen und Magazinbeiträgen. Das Radar von Facebook geht sogar über die eigene Website hinaus: Es speichert auch die Besuche anderer Websites ab, wenn der jeweilige Website-Betreiber mit dem Social-Media-Unternehmen kooperiert.

1. Facebook leitet Interessensprofile an Dritte weiter

Jede gesammelte Information hilft Facebook dabei, von seinen Nutzern ein konkretes Interessensprofil zu erstellen. Je genauer Facebook den einzelnen User kennt, desto gezielter kann es ihm relevante Inhalte anbieten. Die Nutzerprofile kann Facebook allerdings auch an werbetreibende Unternehmen verkaufen. Diese schalten anhand dieser Informationen nur auf den Profilen ihre Werbung, die ihrer Zielgruppe angehören.

Diesen Verarbeitungsprozess Deiner Daten kannst Du nur stoppen, indem Du das soziale Netzwerk verlässt. Denn: Mit der Nutzung von Facebook erklärst Du Dich automatisch mit den geltenden AGB und mit der Weiterverarbeitung Deiner privaten Daten einverstanden. Einige Tricks helfen Dir jedoch dabei, nur wenige persönliche Informationen zu liefern und Deine Privatsphäre zu schützen.

2. Cookies: Unsichtbare Spione sammeln Informationen

Cookies sind winzige Textdateien. Sie werden von Websites in dem Browser Deines Computers ablegt, wenn Du diese aufrufst. Cookies verfolgen Deine Surfroute und merken sich, welche anderen Seiten Du im Internet ansiehst. Durch das Abspeichern der angesurften Seiten ermöglichen sie Dir unter anderem, dass Du beim wiederholten Aufrufen einer passwortgeschützten Seite Deine Login-Daten nicht zum zweiten Mal eingeben musst – die Website erkennt über den Cookie, dass Du bereits eingeloggt warst. Cookies analysieren jedoch durch das Auslesen der gesamten Browseraktivität auch das Internetverhalten des Users und übermitteln die gesammelten Daten unbemerkt an Dritte.

Auch Facebook setzt Cookies ein, um seine Nutzer besser kennenzulernen und Informationen über sie zu archivieren. Nach dem Anmeldevorgang platziert es ein Cookie in dem Webbrowser, den Du für den Besuch auf Facebook nutzt. Nun kann der Facebook-Cookie speichern, welche Seiten Du aufrufst. Diese Informationen kann Facebook später wieder auslesen. Damit sich die Textdatei die Website merken kann, muss diese allerdings ein Facebook-Script aufweisen.

Facebook
Tipp: Nutze für Facebook einen anderen Browser als fürs sonstige Surfen. (© 2014 CC: Flickr/Bhupinder Nayyar)

Um diese Art des Datensaugens zu unterbinden, gibt es einen ganz einfache Lösung: Nutze für Facebook einen anderen Browser als für Deine restlichen Internetaktivitäten. Da Cookies browsergebunden sind, erhält der Facebook-Cookie keinen Einblick in die Liste der aufgerufenen Websites und kann so keine Informationen über Dich sammeln.

3. Blockieren von Cookies

Du kannst über die Einstellungen Deines Browsers aber auch das Ablegen von Cookies generell unterbinden. Dadurch werden zwar einige Websites nicht mehr korrekt angezeigt, aber der Computer speichert auch keine Daten ab, die Du nicht freigeben möchtest. Je nach verwendetem Browser findest Du die entsprechenden Einstellungen hinter verschiedenen Klickpfaden.

Klickpfad Google Chrome: "Menüschaltfläche (drei horizontale Striche am rechten Rand) > Einstellungen > Erweiterte Einstellungen anzeigen > Datenschutz > Inhaltseinstellungen". In diesem Menü wählst Du "Speicherung von Daten für alle Websites blockieren" aus und bestätigst die Auswahl mit "Fertig".

Cookies in Chrome blockieren
In Google Chrome findest Du das Cookie-Menü in den Erweiterten Einstellungen. (© 2015 TURN ON)

Klickpfad Mozilla Firefox: "Menüschaltfläche (drei horizontale Striche am rechten Rand) > Einstellungen > Datenschutz". Hier musst Du in der Auswahlliste hinter "Firefox wird eine Chronik" auf die Option "nach benutzerdefinierten Einstellungen anlegen" klicken. Entferne dort das Häkchen bei "Cookies akzeptieren" und bestätige mit "OK".

Firefox
In Firefox ist das Cookie-Menü in den Datenschutz-Einstellungen zu finden. (© 2015 TURN ON)

Klickpfad Windows Internet Explorer: "Start > Internet Explorer > Extras > Internetoptionen > Datenschutz > Einstellungen". Hier kannst Du über einen Schieber festlegen, ob Du alle Cookies blockieren oder alle zulassen möchtest. Nachdem Du die Cookies blockiert hast, musst Du nur noch "OK" anklicken.

Cookies im Internet Explorer blockieren
Der Internet Explorer bietet einen Schieberegler unter "Datenschutz". (© 2015 TURN ON)

Alternativ kannst Du auch nur die Cookies ausgewählter Websites sperren oder zulassen. Zum Entfernen bereits vorhandener Cookies nutzt Du am besten ein spezielles Add-on. Add-ons oder auch Plugins sind kleine Softwarebausteinchen, mit denen Du die Funktionen bereits installierter Programme erweitert kannst. Mit Hilfe eines "Cookie-Cleaner"-Plugins löschst Du mit wenigen Klicks die Cookies auf Deinem Computer. Welche Cookies sich auf Deinem Rechner befinden, erfährst Du über die Website meine-cookies.org.

4. Privatsphäre-Einstellungen auf Facebook anpassen

Facebook selbst gibt seinen Nutzern ebenfalls einige Optionen an die Hand, die eigene Privatsphäre zu definieren und mit der Vergabe von Häkchen zu schützen. Um sich vor dem Einblick Dritter abzuschirmen, solltest Du unter dem Reiter "Einstellungen" die Datenschutzerklärung des sozialen Netzwerks heraussuchen. Hier findest Du unter dem Menüpunkt "Einstellungen für Facebook-Werbeanzeigen" die Unterpunkte "Webseiten Dritter" und "Werbeanzeigen und Freunde". Bei beiden Unterpunkten solltest Du die Option "Niemand" auswählen und abspeichern.

Einstellungen für Facebook-Werbeanzeigen
Rufe "Einstellungen für Facebook-Werbeanzeigen" auf... (© 2015 TURN ON)
Facebook-Werbeanzeigen
... und wähle unter "Werbeanzeigen Dritter > Bearbeiten" sowie unter... (© 2015 TURN ON)
Facebook-Werbeanzeigen 2
... "Werbeanzeigen und Freunde" jeweils die Option "Niemand" aus. (© 2015 TURN ON)

Über das Posten Deines aktuellen Standortes kannst Du Deinen Kontakten mitteilen, wo Du Dich gerade befindest. Facebook plant diese Informationen zu nutzen, um zukünftig standortbasierte Werbung auf Deinem Facebook-Account zu schalten. Diese weist Dich auf Konsummöglichkeiten in Deiner näheren Umgebung hin. Um das zu vermeiden, solltest Du Deinen aktuellen Standort nicht posten und den GPS-Zugriff auf Dein mobiles Gerät blockieren.

Zusammenfassung

  1. Facebook speichert die Besuche anderer Websites ab, wenn der jeweilige Website-Betreiber mit dem Social Media Unternehmen kooperiert
  2. Jede gesammelte Information hilft Facebook dabei, von seinen Nutzern ein konkretes Interessensprofil zu erstellen
  3. Den Verarbeitungsprozess Deiner Daten kannst Du nur stoppen, indem Du das soziale Netzwerk verlässt
  4. Cookies verfolgen Deine Surfroute und merken sich, welche anderen Seiten Du im Internet ansiehst
  5. Cookies analysieren durch das Auslesen der gesamten Browseraktivität auch das Internetverhalten des Users und übermitteln die gesammelten Daten unbemerkt an Dritte
  6. Nutze für Facebook einen anderen Browser als für Deine restlichen Internetaktivitäten, um den Facebook-Cookie mit keinen Informationen zu versorgen
  7. Du kannst über die Einstellungen Deines Rechners das Ablegen von Cookies unterbinden
  8. Bei dem Facebook-Menüpunkt "Webseiten Dritter" und "Werbeanzeigen und Freunde" solltest Du die Option "Niemand" auswählen und abspeichern