Diese 8 Filme sind ihren eigenen Regisseuren unangenehm

Quietschbunt und schrill: "Batman & Robin" stieß nicht nur bei Fans auf wenig Gegenliebe – auch Regisseur Joel Schumacher war im Nachhinein wenig erbaut. Quietschbunt und schrill: "Batman & Robin" stieß nicht nur bei Fans auf wenig Gegenliebe – auch Regisseur Joel Schumacher war im Nachhinein wenig erbaut. (© 2015 Youtube/Moviedinho)

Wenn es um die Qualität eines Films geht, sind Fans, Kritiker und Regisseure selten einer Meinung. Viele Filmemacher verteidigen ihre Werke bis aufs Blut. Doch es gibt auch zahlreiche Filme, die ihre Regisseure am liebsten ungeschehen machen würden. Wir holen acht davon ins Rampenlicht.

1. "American History X" (Tony Kaye)

Mit "American History X" schuf Tony Kaye 1998 ein eindringliches und ungeschöntes Drama um einen jugendlichen Skinhead. Der Film taucht regelmäßig in Film-Bestenlisten auf, Edward Norton brachte er eine Oscar-Nominierung als bester Hauptdarsteller ein. Doch zwischen Kaye und Norton gab es unterschiedliche Meinungen über die beste finale Fassung: Regisseur Kaye wollte den Film auf 87 Minuten zusammenschneiden, sein Star Edward Norton fand, dass das der Story schade. Zusammen mit dem verantwortlichen Filmstudio fertigte Norton eine über 30 Minuten längere Version an – und die wurde schließlich veröffentlicht. Kaye war darüber so erzürnt, dass er nichts mehr mit dem Film zu tun haben wollte und sich öffentlich über den Eingriff in sein Werk empörte. Er schlug sogar vor, seinen Namen im Abspann durch "Humpty Dumpty" zu ersetzen.

2. "Batman & Robin" (Joel Schumacher)

"Batman & Robin" (1997) gehört für viele Filmkritiker zu den schlechtesten Comicverfilmungen aller Zeiten. Der Film gilt als mitverantwortlich dafür, dass der Hype um den Fledermausmann Mitte der Neunziger vorerst zu Ende ging. Regisseur Joel Schumacher gab dem Filmstudio Warner Bros. die Schuld an schlechten Kritiken und miesen Einspielergebnissen: Man habe ihm zu wenig Zeit gegeben und ihn dazu gedrängt, einen familienfreundlichen Film zu drehen. Während eines Interviews entschuldigte er sich schließlich sogar bei Batman-Fans, die den Film mit hohen Erwartungen gesehen hatten: "Wenn ich euch enttäuscht habe, tut mir das leid. Das war nie meine Absicht. Ich wollte euch nur unterhalten."

3. "Furcht und Begierde" (Stanley Kubrick)

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen: Stanley Kubrick wurde mit Werken wie "2001: Odyssee im Weltraum", "Uhrwerk Orange" und "Shining" zu einem der wichtigsten Regisseure der Filmgeschichte. Seinen ersten Spielfilm, "Furcht und Begierde" aus dem Jahr 1953, empfand Kubrick aber als ziemlich peinlich und amateurhaft. Er bezeichnete den Anti-Kriegsfilm als "plumpe Merkwürdigkeit" und verglich ihn mit einer "Kinderzeichnung, die man an den Kühlschrank pinnt." In den 1960ern versuchte er sogar, alle existierenden Kopien aufzukaufen und Aufführungen des Films zu verbieten.

4. "Metropolis" (Fritz Lang)

Fritz Langs "Metropolis" gilt als visueller Meilenstein: Der dystopische Stummfilm um eine futuristische Großstadt legte 1927 mit gewaltigen Bildern den Grundstein für das Science-Fiction-Filmgenre. Die  Ästhetik von Kultfilmen wie "Blade Runner" und "Star Wars" ist ohne "Metropolis" kaum vorstellbar. Fritz Lang war von seinem Meisterwerk allerdings wenig angetan: Er soll den fertigen Film gehasst haben und als "dumm" bezeichnet haben. Besonders störte ihn demnach, dass der politische Subtext um Klassenkampf und Revolution in der märchenhaften Handlung unterging. Dass die Nazis den Film bewunderten, stieß Lang ebenfalls sauer auf. Lang soll noch am selben Tag nach Frankreich ausgewandert sein, an dem Joseph Goebbels ihm eine Karriere als Propaganda-Filmer für das Hitler-Regime in Aussicht stellte.

5. "Der Stadtneurotiker" (Woody Allen)

Das hatte sich Kultfilmer Woody Allen anders vorgestellt: Seine Komödie "Der Stadtneurotiker" war ursprünglich als lose Szenenfolge geplant, die den Bewusstseinsstrom des neurotischen Hauptcharakters Alvy Singer zeigen sollte. Wie Allen dem US-Filmportal Cinema Blend sagte, konnte und wollte anscheinend jedoch kein Zuschauer dem Film folgen – alle hätten sich nur für die Beziehung zwischen seinem Charakter und der von Diane Keaton gespielten Annie Hall interessiert. Widerwillig schnitt der Regisseur und Drehbuchautor den Film neu zusammen, sodass die Liebesbeziehung im Mittelpunkt stand. Für das Publikum war das ein Segen, für Woody Allen selbst eine herbe Enttäuschung.

6. "Transformers: Die Rache" (Michael Bay)

Filmkritiker hatten über den zweiten Teil von Michael Bays "Transformers"-Reihe nicht viel Gutes zu berichten. Auch Schauspielerin Megan Fox sagte über "Transformers: Die Rache", dass sie die Story nicht verstanden habe – und sie habe immerhin mitgespielt. Der Regisseur selbst sah das überraschenderweise ähnlich: In einem Interview mit der britischen Filmzeitschrift Empire bezeichnete Michael Bay den Blockbuster unverblümt als "Schrott". Schuld am miesen Drehbuch ist Bay zufolge auch ein Streik der Drehbuchautoren Hollywoods: "Es ist furchtbar, einen Film drehen zu müssen, wenn du nur 14 Seiten Drehbuch hast, auf denen eine grobe Idee der Handlung festgehalten ist."

7. "Alien 3" (David Fincher)

1992 war David Fincher noch weit davon entfernt, ein preisgekrönter Regisseur zu werden. Mit "Alien 3" gab er sein Regiedebüt bei einem abendfüllenden Film, zuvor hatte er vor allem Musikvideos gedreht. Die Arbeiten an dem Sci-Fi-Horror wurden zum Desaster: Das Filmstudio 20th Century Fox brachte dem jungen Regisseur nur wenig Vertrauen entgegen und mischte sich ständig in Budget und Drehbuch ein. Dreimal wurde Fincher vom Set gefeuert und wieder zurückgeholt. Am Ende kam ein Film dabei heraus, der sich von den vorigen "Alien"-Teilen weit entfernte und bei Fans und Kritikern größtenteils durchfiel. Fincher war ebenfalls unzufrieden. Noch 2009 sagte er in einem Interview mit dem britischen Guardian: "Niemand hat den Film so sehr gehasst wie ich und niemand hasst ihn bis heute so sehr wie ich."

8. "Dune" (David Lynch)

Frank Herberts Roman "Dune" ist einer der größten Klassiker der Science-Fiction-Literatur und galt lange Zeit als unverfilmbar. Anfang der 1980er nahm sich Regisseur David Lynch den Stoff vor und versuchte, die epische Geschichte um den Wüstenplaneten Arrakis in ein schlüssiges Drehbuch zu übertragen. Am Ende lieferte er eine dreistündige Fassung ab, die dem Filmstudio aber viel zu lang war. Fast eine Stunde fiel dem Schnitt zum Opfer, ohne dass Lynch sein Einverständnis gegeben hätte. In der Folge wurde "Dune" noch mehrfach umgeschnitten, sodass der Film mittlerweile in vielen verschiedenen Versionen existiert. Mit einigen davon ist Lynch bis heute so unzufrieden, dass statt seines Namens im Abspann "Alan Smithee" zu lesen ist – ein Pseudonym, das in Hollywood oft von Regisseuren genutzt wird, die mit ihren Filmen nichts mehr zu tun haben wollen.