Diese zehn Patente sollte Apple unbedingt umsetzen

Apple hat zahlreiche verrückte Patente im Angebot - dieses "Apple Phone" wird es aber wohl nie geben. Apple hat zahlreiche verrückte Patente im Angebot - dieses "Apple Phone" wird es aber wohl nie geben. (© 2015 CC: Flickr/dkpto)

Wird das iPhone 6s bereits mit den Augen gesteuert und das iPad Pro mit einem Stylus bedient? Die zugrundeliegenden Patente hat sich Apple zumindest schon einmmal gesichert. Allerdings reichen die Kalifornier Jahr für Jahr Tausende neue Anträge ein. Während manche Visionen wohl nie realisiert werden, sind andere Entwürfe durchaus im nächsten iOS-Produkt denkbar. Wir stellen die spannendsten Apple-Patente vor.

1. Akkulaufzeit durch Standortbestimmung verbessern

Bereits im Sommer 2012 meldete Apple ein Patent an, das die Akkulaufzeit eines iPhones deutlich verbessern könnte. Die Grundidee: Das Smartphone bestimmt über die Standortlokalisierung, wann und wo es zuletzt aufgeladen wurde. Je nach Stand der Batterie und der Entfernung zum letzten Aufladeort reguliert das iPhone dann seine Funktionen und schaltet notfalls einige ab. Bis heute wurde das Konzept mit dem Namen "Power Management for Electronic Devices" von Apple leider noch nicht umgesetzt. Aber es besteht vielleicht Hoffnung für das iPhone 6s...

2. Schutzmechanismus verhindert Stürze aufs Display

Im Dezember 2014 bekam Apple ein Patent zugesprochen, das das Smartphone endlich vor Displayschäden infolge von Stürzen bewahren könnte. Bei einem freien Fall soll sich ein iPhone demnach von allein drehen, um nicht auf dem Screen zu landen. Lagesensoren und ein Prozessor würden den Sturz registrieren, ein Vibrationsmotor das Handy dann so drehen, dass es möglichst mit der Rückseite aufprallt. Eingereicht hatte Apple das Patent bereits im Herbst 2011 – genügend Zeit also, diese spannende Technologie bis zum Release des iPhone 6s oder iPhone 7 weiterzuentwickeln.

3. Home-Button mit eingebautem Joystick

Im Januar 2015 wurde ein Apple-Patent öffentlich, das einen Home-Button mit eingebautem Joystick beschreibt. Der bekannte Home-Button des iPhones könnte demnach per Klick in einen kleinen Stick für Handyspiele verwandelt werden. In der normalen Ausgangsposition soll der Knopf weiterhin bekannte Features wie Touch ID bieten. Damit der Joystick tatsächlich in die immer dünner werdenden iPhones passt, dürfte er natürlich nicht die Dimensionen eines handelsüblichen Gaming-Joysticks erreichen. Sollte der Home-Button mit Steuerknüppel Realität werden, könnten endlich auch anspruchsvollere Mobile Games ihren Weg aufs iPhone finden.

4. Ein biegsames iPhone

Gebogene Smartphones sind nicht unbedingt etwas Neues – LG bietet mit dem G Flex 2 bereits die zweite Generation eines solchen Geräts an. Was Apple mit seinem Patentantrag für ein "flexibles elektronisches Gerät" aus dem Jahr 2011 plant, könnte jedoch wirklich revolutionär sein. In der Vision der Kalifornier würde das iPhone der Zukunft aus weichem Material wie Plastik oder Silikon bestehen. Man könnte es dann zum Beispiel so falten, dass es bequem auch in die kleinste Tasche passt. Oder es so konfigurieren, dass der herkömmliche Power-Button überflüssig wird: Ein leichter Knick, und das Smartphone schaltet sich an.

5. Eye-Tracking für iOS

Im Januar 2015 bekam Apple ein Patent zugesprochen, das die Bedienung von iPhones und iPads möglicherweise bald vollkommen verändert: Eye-Tracking. In Zukunft könnte iOS also vielleicht allein durch die Bewegung der Augen gesteuert werden. Der Patentantrag beschreibt eine Technologie, die den sogenannten Troxler-Effekt beim Eye-Tracking minimieren soll. Auch die Distanz und der Blickwinkel des Nutzers sollen erfasst werden. Eingereicht hatte Apple den Patentantrag bereits im April 2012 – genügend Zeit also, um das Feature schon bald zur Marktreife zu führen.

6. "Legales" Filesharing

Ebenfalls im Januar 2015 erhielt Apple ein Patent für eine neue, legale Filesharing-Technik. Die Idee der Kalifornier: Anstatt eine Datei von iTunes herunterzuladen, müssten andere Nutzer für geteilte Inhalte lediglich eine Lizenz von Apple erwerben. Der Inhalt selbst würde vom ursprünglichen Käufer kommen. Die Technologie könnte ähnlich wie Apples bereits bekannter WiFi-Ad-hoc-Service AirDrop arbeiten und das Teilen von iTunes-Inhalten deutlich verbessern.

7. Eine Action-Cam à la Go Pro

Eine Meldung sorgte im Januar 2015 für besonders große Aufregung: Apple ließ sich ein Kamerasystem patentieren, das stark an die Action-Cams von GoPro erinnert. Nach Bekanntwerden der Patentgenehmigung verzeichntete GoPro sogar einen kurzzeitigen Einbruch seines Aktienkurses. Das Apple-Patent, das mithilfe von Kodak entwickelt wurde, beschreibt ein Kamerasystem, das aus der Ferne bedienbar sein soll, zum Beispiel über eine Smartwatch. Verschiedene Befestigungsmöglichkeiten machen die Kamera vielfältig einsetzbar – sowohl als Action-Cam als auch als gewöhnliche Kompaktkamera. Insbesondere in Sachen Bedienung und Akkuleistung will Apple den Marktführer GoPro wohl übertrumpfen.

8. Ein Smartpen für das iPad

Apple baut einen Stylus? Das wäre unter Steve Jobs noch undenkbar gewesen. Der 2011 verstorbene Firmenmitbegründer hielt nie etwas von der Smartpen-Technologie. Das könnte sich unter Tim Cook jedoch ändern. Im Dezember 2014 sicherte sich Apple das Patent für eine Stylus-Technologie, mit der Texte und Zeichnungen in digitale Abbilder verwandelt und drahtlos auf einen Bildschirm projiziert werden können. Anders als bei vergleichbarer Technologie kommt in Apples neuer Smartpen-Idee kein Infrarot zum Einsatz, sondern Bewegungssensoren. Sie sollen jederzeit ganz genau feststellen, in welcher Haltung der Nutzer gerade etwas aufschreibt, ob er etwa über einen Tisch gebeugt ist oder aufrecht stehend etwas an die Tafel kritzelt. Der renommierte Wirtschaftsanalyst Ming-Chi Kuo von KGI Securites geht mittlerweile sogar fest davon aus, dass Apple das kommende iPad Pro mit einem Stylus anbieten wird.

9. Smarter Rauchmelder wählt selbstständig den Notruf

Apple baut nicht nur iPhones, iPads und Macs, sondern will auch im Smart Home Fuß fassen. Während Apple HomeKit in den Startlöchern steht, entwickelt der Konzern bereits erste Zusatzgeräte, die den Haushalt schlauer machen sollen. Spannend und zugleich etwas kurios ist Apples Patent aus dem November 2014. Darin werden vernetzte Rauchmelder beschrieben, die im Notfall selbstständig die Rettungskräfte rufen. iPhones und iPads, die über diese Rauchmelderfunktion verfügen, sollen im Brandfall sogar Türen entriegeln, das Licht anschalten, die Sprinkleranlage aktivieren und den Aufenthaltsort von Personen mitteilen. Auch die Apple Watch soll in das Netzwerk eingebunden werden.

10. Neues Smart Cover fürs iPad

Schon seit 2011 bietet Apple mit dem Smart Cover ein praktisches Zubehör für seine iPads an. Die Hülle schützt das Tablet und fungiert zugleich als Stütze. Laut einem Apple-Patent, das bereits im Sommer 2013 angemeldet wurde, möchten die Kalifornier das Smart Cover noch deutlich schlauer machen. Neue Magnetsensoren in der Hülle und weitere Sensoren im iPad sollen zahlreiche Zusatzfeatures ermöglichen. Je nachdem, wie weit der iPad-Nutzer das Smart Cover zurückschlägt, könnte das Tablet andere Funktionen anzeigen, ohne entsperrt werden zu müssen. Klappt der iPad-Nutzer beispielsweise nur das erste Segment des Smart Covers nach oben, könnte das Tablet lediglich den Absender und Betreff der letzten E-Mail anzeigen. Wenn das Cover weiter geöffnet wird, könnte der komplette Inhalt einer Nachricht erscheinen.