Fünf Dinge, die das Smartphone der Zukunft bieten wird

Biegsame Displays sind schon heute Realität. Biegsame Displays sind schon heute Realität. (© 2015 Picture Alliance/ Jae C. Hong)

Das Smartphone ist ständiger Begleiter im Alltag. Mit ihm sind wir nicht nur ständig erreichbar, sondern haben auch von überall aus Zugriff auf das Internet.

Die technischen Möglichkeiten der Geräte entwickeln sich dabei ständig weiter. Selbst Dinge, die uns heute noch unrealistisch erscheinen, werden in Zukunft mit dem Smartphone möglich sein. Wir haben fünf Innovationen zusammengefasst, die Smartphones in Zukunft bieten werden.

1. Flexible Displays

Emopulse
Das konzeptionelle Smartphone EmoPulse mit gebogenem Display. (© 2015 EmoPulse)

Bereits das LG G Flex 2 und das Samsung Galaxy S6 Edge zeigen, wohin die Reise gehen wird. Während die Displays der meisten Smartphones bislang flach sind, könnten die Geräte in Zukunft nicht nur gebogene, sondern sogar biegsame Bildschirme bieten. Möglich macht dies die OLED-Display-Technologie, die mit organischen Dioden arbeitet. Da diese bei Stimulation mit elektrischen Impulsen von selbst leuchten, ist eine Hintergrundbeleuchtung wie bei LCDs nicht mehr nötig. Das Display kann damit weitgehend losgelöst von anderen Komponenten in einem Gerät verbaut werden – also auch gebogen. Als Beispiel, welche Formgebungen damit für ein Smartphone möglich werden, kann das EmoPulse gelten, das gleichzeitig Handy und Armband sein soll. Selbst Apple arbeitet angeblich an biegsamen iPhones.

2. Augen-Scanner zum Entsperren

Fujitsu_Arrows
Das Arrows NX F-04G von Fujitsu scannt die Netzhaut. (© 2015 Youtube/ FujitsuMOBILE)

Schon heute lassen sich viele Smartphones einfach über den Fingerabdruck des Nutzers entsperren. Genauso einzigartig wie der Fingerabdruck ist allerdings das Auge. Genau das macht sich unter anderem der chinesische Hersteller ZTE bei seinem Smartphone Grad S3 zunutze. Das Gerät arbeitet mit der EyeVerify entwickelten Technik Eyeprint ID und scannt über eine Kamera die kleinen Äderchen im Weißbereich des Auges. Ein anderes Smartphone, das die Augen seines Nutzers erkennt, ist das in Japan erhältliche Arrows NX F-04G von Fujitsu. Es soll in der Lage sein, den Besitzer anhand eines Scans der Iris zu registrieren. Das Scan-System soll mit einer Fehlerquote von 1 zu 100.000 sehr zuverlässig sein und arbeitet mit der Authentifizierung der FIDO-Alliance (Fast Identify Online), die bereits von führenden Unternehmen wie Google, Microsoft und PayPal unterstützt wird. Auch Samsung werkelt offenbar an einem Iris-Scanner für seine kommenden Smartphones. Sollte sich das Verfahren etablieren, könnten sich Smartphones in Zukunft allein durchs Anschauen entsperren lassen.

3. Das Auge als Steuergerät

EyeTribe
EyeTribe möchte das Auge zum zentralen Steuerelement machen. (© 2015 Facebook/ EyeTribe)

Noch weiter als der Augen-Scanner geht die Technologie des dänischen Herstellers EyeTribe. Dieser hat einen Eyetracker entwickelt, der zur Steuerung von Smartphones, Tablets und PCs eingesetzt werden kann. Dabei folgt ein Sensor der Bewegung des Auges über das Display und nutzt diese, um bestimmte Anwendungen auf dem jeweiligen Gerät zu bedienen. Kurz gesagt: Der Nutzer muss eine bestimmte Schaltfläche auf dem Screen nicht mehr antippen, sondern diese nur noch ansehen, um sie zu aktivieren. Bislang funktioniert dies allerdings nur bedingt, da die meisten Apps und Programme noch gar nicht für eine entsprechende Art der Steuerung ausgelegt sind. Rein technisch ist die Steuerung eines Smartphones mit dem bloßen Auge aber bereits heute möglich.

4. Neuer Mobilfunkstandard 5G

LTE_Antenne
Mit 5G wird das mobile Internet unglaublich leistungsfähig. (© 2015 Picture Alliance/ Bernd Wüstneck)

Während der 4G-Standard LTE als aktuell leistungsfähigster Mobilfunkstandard in aller Munde ist, arbeitet die Industrie bereits am Nachfolger. Dieser wird bislang nur als 5G bezeichnet und soll vor allem das mobile Internet deutlich schneller machen als alle bisherigen Übertragungsverfahren. Glaubt man den Fantasien der Mobilfunkanbieter, dann werden selbst Downloads von mehreren Gigabyte mit 5G nur noch wenige Sekunden dauern. Auch das Streamen von 4K-Videos soll dank der hohen Bandbreite dann kein Problem mehr sein. Zudem sollen 5G-Verbindungen deutlich stabiler sein als der bisherige Mobilfunk und somit beispielsweise auch auf der Autobahn oder im ICE nicht abbrechen. Noch ist die Technologie allerdings nicht marktreif. Mit den ersten 5G-Smartphones rechnen die Hersteller frühestens 2020.

5. Augmented Reality

Augmented Reality-App Wikitude
Das Smartphone eignet sich perfekt für Augmented-Reality-Anwendungen. (© 2014 CC: Flickr/Wikitude)

Das Schlagwort Augmented Reality geistert bereits seit einer ganzen Weile durch die Tech-Welt. Grob gesagt geht es darum, dass die Wahrnehmung unserer Sinne durch zusätzliche Informationen aus dem Computer ergänzt wird. Wohl kein aktuelles Gadget ist für die Anwendung einer solchen Technologie besser geeignet als das Smartphone. So wäre es denkbar, einen bestimmten Gegenstand, ein Gebäude oder sogar eine Person mithilfe der Kamera des Handys auf dem Screen zu betrachten und dabei zusätzliche Informationen direkt auf dem Display angezeigt zu bekommen. Zum Einsatz kommen könnte dies unter anderem in Form von virtuellen Reiseführern. Dabei könnte ein Besucher ein bestimmtes Wahrzeichen mit dem Smartphone betrachten und alle Informationen zum Gebäude direkt auf dem Display angezeigt bekommen. Grundsätzliche Technologien, die für die Umsetzung eines solchen Konzeptes notwendig wären, sind bereits heute in Form von Apps verfügbar.