Google Photos-Gesichtserkennung: So geht's in Deutschland

Mit einem Trick lässt sich die Gesichtserkennung von Google Photos auch in Deutschland nutzen. Mit einem Trick lässt sich die Gesichtserkennung von Google Photos auch in Deutschland nutzen. (© 2015 YouTube/The Verge)

Google ist mittlerweile viel mehr als eine Suchmaschine – wie unter anderem der Online-Dienst Google Photos beweist. Der Cloud-Service soll sich als praktischer Ablageort für Fotos und Videos etablieren. Und Google Photos verfügt sogar über eine Gesichtserkennung – die allerdings in Deutschland momentan noch nicht aktiviert ist. Wie du trotzdem in den Genuss der Funktion kommst, liest du hier.

Gesichtserkennung in Deutschland nur über Umweg möglich

Installiere zuerst die Google Photos-App auf Deinem Smartphone. Diese ist sowohl für Android als auch für iOS erhältlich. Dann musst Du in die App-Einstellungen des Gerätes gehen und dort alle Daten der App löschen – die App selbst allerdings nicht. Nun brauchst Du eine VPN-Software wie beispielsweise F-Secure Freedom, die in Apples App Store und bei Google Play kostenlos zur Verfügung steht. Mit dieser Software wählst Du eine IP-Adresse aus den USA aus, damit Dein Smartphone als US-Gerät erkannt wird. Jetzt kannst Du die Photos-App wieder starten, die im Anschluss damit beginnt, den Account einzurichten.

Google Photos: Gesichtserkennung aktivieren

Ist der Account fertig eingerichtet, gehst Du in die Einstellungen der App. Dort solltest Du jetzt den Punkt "Gesichter erkennen und gruppieren" als auswählbare Funktion finden – sogar auf Deutsch. Das Feature lässt sich durch einfaches Antippen aktivieren. Im Anschluss ist es nicht länger nötig, die US-IP aufrechtzuerhalten, die Funktion ist dauerhaft für den Account freigeschaltet und bleibt erhalten. Und das auf allen Geräten, mit denen Du auf Google Photos zugreifen kannst.

Was kann Google Photos?

Der neue Online-Dienst wurde Ende Mai auf der Google I/O angekündigt und vorgestellt. Der Cloud-Service verspricht unter anderem eine praktische Sortierungsfunktionen für Fotos nach Stichworten, selbst wenn die Bilder vorher nicht explizit mit dem Begriff getaggt wurden. So lassen sich Bilder beispielsweise nach dem Begriff "Autos" sortieren – und Googles Trefferquote dabei ist nach ersten Nutzerberichten erstaunlich hoch. Google kündigte zudem an, dass die Photos-App sogar in der Lage sein soll, Menschen über einen längeren Zeitraum zu erkennen, also Erwachsenen die richtigen Kinderfotos zuzuordnen. Ob das tatsächlich fehlerfrei klappt, muss sich aber noch erweisen.

Gerät ein Bild einmal in den falschen Ordner, ist das aber auch kein Problem: Fotos lassen sich ganz einfach von Hand in einen anderen Ordner verschieben, gehen also in keinem Fall verloren.

Zusammenfassung

  1. Installiere die Google Photos-App auf deinem Android-Smartphone
  2. Lösche in den Einstellungen alle Daten der App, die App selbst aber nicht
  3. Installiere und starte ein VPN-Programm wie F-Secure Freedom. Ändere damit Deine IP zu einer US-amerikanischen IP
  4. Starte die Photos-App im Anschluss erneut
  5. In den Einstellungen sollte die Gesichtserkennung nun als aktivierbare Funktion auftauchen
  6. Die US-IP ist nach Aktivierung nicht länger nötig und kann abgeschaltet werden