Handy-Ortung ohne Zustimmung: Was ist erlaubt?

Handyortung Handyortung (© 2014 picture alliance / dpa)

Nicht nur NSA und BND können Smartphones überwachen: Schon mit einfachen Apps lassen sich heutzutage Handys orten. Viel Fachwissen ist dazu nicht notwendig. Das ist praktisch, wenn das eigene Mobiltelefon verloren gegangen ist. Allerdings kann das Aufspüren auch strafbar sein. Nämlich dann, wenn Du Geräte anderer Personen ohne deren Einwilligung lokalisierst.

Das iPhone über die iCloud auffinden

Ob Apple, Samsung oder Sony: Heutzutage bieten fast alle großen Smartphone-Hersteller Dienste an, mit denen sich ein Handy orten lässt. Dabei ist es egal, ob Du das Mobiltelefon einfach nur verlegt hast – oder das Gerät gestohlen wurde.

Bei Apple etwa läuft die Handy-Ortung über den Online-Speicherdienst iCloud. Nach dem Einloggen lässt sich dort die Funktion "Mein iPhone suchen" aufrufen. Über diese lässt sich das Smartphone ganz einfach mit dem PC orten. Der Standort des iPhones wird dann auf Google Maps angezeigt. Achtung: Damit das Auffinden funktioniert, muss das Feature vorab auf dem iPhone aktiviert werden. Rufe dazu auf dem Smartphone das Menü "Einstellungen > iCloud" auf und setze bei "iPhone suchen" einen Haken.

Auch Android-Geräte erlauben die Ortung

Alle Android-Smartphones bieten ab Version 2.2 ebenfalls eine Handy-Ortung mit Bordmitteln an. Die Tracking-Funktion wird im Menü "Einstellungen > Sicherheit > Geräteadministratoren > Android-Gerätemanager" aktiviert. Ist die Funktion auf dem Handy eingeschaltet, lässt sich das Gerät über die Web-App Android Gerätemanager im Browser orten. Auf Smartphones mit Windows Phone funktioniert die Handy-Ortung ähnlich. Samsung, HTC und Sony haben die standardmäßige Android-Ortung noch einmal um eigene Tracking-Apps ergänzt.

Handy-Tracking mit Apps von Drittherstellern

Mit den Tracking-Apps der Smartphone-Hersteller lässt sich im Regelfall nur das eigene Handy orten. Zudem muss die Funktion zuvor auf dem Mobiltelefon aktiviert werden. Diverse Dritthersteller werben inzwischen allerdings mit eigenen Apps, die eine heimliche Überwachung von anderen Personen ermöglichen sollen. Du willst wissen, wo sich Dein Partner oder Freund gerade aufhält? Diese Apps sollen es angeblich verraten. Wohlgemerkt: angeblich.

Manche Anwendungen verwenden für die Handy-Ortung angeblich eine SMS, die an das andere Gerät geschickt wird. Ein Blick ins Kleingedruckte verrät jedoch: Im Regelfall handelt es sich nur um einen Fake. Im schlimmsten Fall handelst Du Dir nur eine teure Abo-Anwendung ein. Andere Apps wie Plan B nutzen beispielsweise Sicherheitslücken in Android, die allerdings nur auf älteren Geräten bis Version 2.3 bestehen.

Handy-Ortung ohne Einwilligung ist illegal

Unabhängig davon, ob Tracking-Apps von Drittherstellern überhaupt funktionieren, ist eine Handy-Ortung anderer Personen ohne deren Zustimmung illegal. Wenn Du also auf dem Smartphone Deines Partners heimlich eine Überwachungsfunktion aktivieren solltest, machst Du Dich strafbar! Heimliche Handy-Ortung verstößt nämlich gegen das Persönlichkeitsrecht und das daraus abgeleitete Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung. Dieses Gesetz garantiert jedem Menschen einen Lebens- und Freiheitsbereich, in den andere Personen nicht einfach eingreifen dürfen. Das gilt auch für die eigenen Kinder oder Familienmitglieder – selbst wenn die Handy-Ortung zu deren Sicherheit dienen soll, ist sie ohne Zustimmung rechtswidrig. Auch die Polizei darf nur bei einem Verdacht auf schwere Straftaten wie Mord oder Totschlag eine Person zeitlich begrenzt orten.