iOS 9: Alle Infos zu Installation, Release und Features

Craig Federighi führte auf der Keynote durch iOS 9. Craig Federighi führte auf der Keynote durch iOS 9. (© 2015 picture alliance/Photoshot)

Wie erwartet hat Apple am Montag in seiner Keynote der WWDC 2015 das neue Betriebssystem iOS 9 vorgestellt. Im Herbst erfolgt der Release für zahlreiche Generationen des iPhone, iPad und iPod touch. Was das Update genau bringt und was Du alles wissen musst, verraten wir im Folgenden.

Wann wird iOS 9 erscheinen?

Bei der Präsentation von iOS 9 hat Apple verraten, dass die neue Version des Betriebssystems im Herbst erscheinen wird. Es wird also mit großer Wahrscheinlichkeit zusammen mit dem iPhone 6s oder iPhone 7 veröffentlicht, dessen Release laut einem jüngsten Leak am 25. September 2015 erfolgen wird. Ähnlich sah es schon mit iOS 8 sowie dem iPhone 6 und iPhone 6 Plus im vergangenen Jahr aus.

Wie bei der vorherigen Version des Betriebssystems wird es eine öffentliche Betaversion geben, die ab Juli unter http://beta.apple.com/ verfügbar sein soll. Für Mitglieder des iOS Developer Program sind die Beta-Software und das SDK von iOS 9 ab sofort für Tests erhältlich.

Auf welchen Geräten lässt sich iOS 9 installieren?

Laut Apple wird iOS 9 für dieselben Geräte erscheinen, für die bereits iOS 8 verfügbar ist. Allerdings dürfte die Performance für ältere Modelle besser sein, als es bei iOS 8 der Fall war. Als Update lässt sich das neue Betriebssystem auf folgenden Apple-Produkten installieren:

  • iPhone 4s
  • iPhone 5
  • iPhons 5s
  • iPhone 5c
  • iPhone 6
  • iPhone 6 Plus
  • iPad 2
  • iPad 3
  • iPad 4
  • iPad Air
  • iPad Air 2
  • iPad mini
  • iPad mini 2
  • iPad mini 3
  • iPod touch, 5. Generation

Das kommende iPhone 6s oder iPhone 7 sowie die zu erwarteten Varianten werden sicherlich ab Werk mit vorinstalliertem iOS 9 erscheinen.

Wie viel Speicher wird iOS 9 belegen?

Die Installation von iOS 9 belegt rund 1,3 Gigabyte auf dem iPhone, iPad und iPod touch. Somit sollte das Betriebssystem auch von Apple-Geräten in kleineren Speicher-Varianten noch gut genutzt werden können. Zum Vergleich: iOS 8 belegt derzeit rund vier Gigabyte. Trotz der Größe umfasst die neue Version des Betriebssystems zahlreiche Änderungen. Dazu gehören insbesondere die im Folgenden genannten.

Verbesserte Siri-Funktion und Proactive

Mit iOS 9 will Apple sein vielleicht intelligentestes Betriebssystem veröffentlichen – das zeigt sich beispielsweise an dem neuen Assistenten Proactive, der ein wenig an Google Now erinnert. Durch ein Tracking soll iOS 9 tägliche Routinen feststellen und auf Ort und Zeit reagieren.

Somit würde das Betriebssystem automatisch auf einen Kontext reagieren. Beispielsweise könnte iOS 9 auf Deinen nächsten Kalendereintrag achten und Dich rechtzeitig informieren, wenn es an der Zeit ist, aufzubrechen. Oder beim Einstöpseln der Kopfhörer zu einem bestimmten Zeitpunkt oder an einem bestimmten Ort wird direkt die Musik-App mit einer passenden Playlist starten.

Wie gut das funktioniert, wird sich zeigen müssen. Beunruhigend wirkt dies etwas im Hinblick auf die Privatsphäre der Nutzer. Allerdings verspricht Apple, dass die Daten nicht weitergegeben werden - ein Seitenhieb in Richtung Google.

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Wird ein Kopfhörer angeschlossen, kann iOS 9 sofort in die Musik-App wechseln.

Auch die Spotlight-Suche soll unter iOS 9 besser funktionieren. Sie kann nun auch der Datenbestand etwa von iCloud Drive, Netflix, YouTube, Vimeo durchsuchen und Wettervorhersagen und Sportergebnisse berücksichtigen. Allgemein soll Siri nun auch flinker und zuverlässiger funktionieren. Laut Apple soll die Sprachassistentin rund 40 Prozent schneller und genauer arbeiten als noch unter iOS 8.

Neue Apps und Änderungen bestehender Anwendungen

Mit dem Update auf iOS 9 hält auch eine neue App auf dem iPhone und iPad Einzug. Apple verabschiedet sich gewissermaßen von der Zeitungskiosk-App und setzt stattdessen auf eine neue News-App. Diese soll die Optik eines Print-Magazins mit den interaktiven Möglichkeiten der Online-Medien kombinieren und erinnert auffällig an Flipboard. Die Nachrichten wird Apple zusammen mit mehreren Medienpartnern wie Conde Nast, ESPN und der New York Times auf die Geräte bringen. Zum Einsatz kommt das neue Apple News-Format, das eine benutzerdefinierte Typografie, Galerien, Audio, Video und interaktive Animationen unterstützt. Das Leseverhalten und die Privatsphäre bleiben dabei geschützt. Zunächst wird Apple News nur in den USA, Großbritannien und Australien verfügbar sein.

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Die neue News-App erinnert an Flipboard.

Eine Überarbeitung hat die Notizen-App erfahren, die jetzt ähnlich wie Apple Pages Formatierungsoptionen bietet. Somit lassen sich ganz einfach Bilder einfügen und To-do-Listen oder Skizzen erstellen. Wer mehrere Apple-Produkte besitzt, kann diese Aufzeichnungen via iCloud-Synchronisation auf dem iPhone, iPad und Mac auf dem aktuellen Stand halten.

Neuerungen gibt es auch für die Karten-App, die mit iOS 9 ausführliche Infos zum öffentlichen Nahverkehr bieten wird. Laut Pressemitteilung zur Keynote werden die Infos im Herbst zunächst in ausgewählten Großstädten verfügbar sein. Dazu zählen Baltimore, Berlin, Chicago, London, Mexico City, New York City, Philadelphia, die San Francisco Bay Area, Toronto und Washington D.C., sowie mehr als 300 Städte in China. Die Nearby-Funktion bietet Nutzern einen schnellen Überblick über die Umgebung, etwa bei der Suche nach Lokalitäten und Einkaufsmöglichkeiten.

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Die Karten-App zeigt in ausgewählten Städten Nahverkehrsmöglichkeiten an.

Tastatur wird auf Wunsch zum Trackpad

Apple hat iOS 9 mit einer neuen Tastatur ausgestattet. Dieses bietet Features wie zum Beispiel Shortcuts für Copy & Paste. Zudem lassen sich Texte jetzt mittels eines Schnellbuttons formatieren. Außerdem kann der Cursor endlich auch mit zwei Fingern bewegt werden, sodass der Bildschirm sich in eine Art Trackpad verwandelt.

Multitasking für das iPad kommt

Besitzer eines iPad können mit iOS 9 auf eine Multitasking-Funktion zurückgreifen und somit zwei Apps nebeneinander nutzen. Dabei soll die volle Geschwindigkeit und Interaktivität gewährleistet bleiben. Mit der Slide Over-Funktion werden die zwei Anwendungen aneinander geheftet, mit einer Wischgeste von oben nach unten kann die App im sekundären Fenster durch eine andere ausgetauscht werden. Unterstützt wird das Feature für alle Generationen des iPad Air 1 aufwärts sowie iPad mini 2 aufwärts. Neu ist auch eine Bild-in-Bild-Funktion für Videoinhalte, diese kann allerdings nur auf dem iPad Air 2 verwendet werden. Auch neue Multi-Touch-Gesten werden von den iPads unterstützt, sodass das Bearbeiten von Texten noch einfacher funktionieren soll.

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Auf dem iPad lassen sich unter iOS 9 zwei Apps gleichzeitig nutzen.

Auch das mobile Bezahlsystem Apple Pay soll von iOS 9 profitieren. In Zukunft werden Discover, Prämienprogamme von Händlern und von teilnehmenden Unternehmen ausgestellte Kredit- und Bankkarten unterstützt. Außerdem lassen sich die Karten in der neuen Wallet-App verwalten. Zudem können sich endlich auch Nutzer von Apple-Produkten in Europa freuen: Ab Juli wird Apple Pay in Großbritannien starten. Weitere Länder dürften dann hoffentlich bald folgen, doch hat Apple bislang kein Wort zu Deutschland, Österreich und der Schweiz verraten.

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Apple Pay kommt im Juli endlich auch nach Europa.

Mehr Akkulaufzeit und Energiesparoptionen

Das iPhone krankt traditionell an der Akkulaufzeit. Hier will Apple mit iOS 9 nachgebessert haben. Bei einer normalen Nutzung des iPhone sich soll die Akkulaufzeit im Schnitt um eine Stunde verbessern. Außerdem wird das Betriebssystem einen Energiesparmodus für das iPad bieten, der die Laufzeit um bis zu drei Stunden steigern soll.

Mehr Sicherheit durch längere PIN-Codes

Auch Geräte mit Touch-ID-Fingerabdruckerkennung werden von iOS 9 profitieren. Apple will in Zukunft einen sechs- statt vierstelligen PIN-Code verwenden. Dies dies erhöhe die möglichen Kombinationen von 10.000 auf 1 Million.

Weitere Infos zu iOS 9 findest Du mittlerweile auch auf der Homepage von Apple.