Kameratypen: Worin unterscheiden sich DSLR, Bridge und Co.?

Kamera ist nicht gleich Kamera - es gibt ein paar entscheidende Unterschiede. Kamera ist nicht gleich Kamera - es gibt ein paar entscheidende Unterschiede. (© 2015 CC. Flickr/Paul Reynolds)

Wer auf der Suche nach einer Digitalkamera ist, wird vom Angebot förmlich erschlagen. Von Kompaktkameras für Einsteiger über Bridgekameras bis hin zu High-End-DSLR-Kameras gibt es eine schier endlose Auswahl an Geräten. Da findet sich für jeden Fotografen das passende Modell. Doch welcher Kameratyp ist der Richtige? Dieser Überblick zeigt Unterschiede, Vor- und Nachteile und hilft bei der Kaufentscheidung.

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Für Einsteiger und Hobbyfotografen: Kompaktkameras

Kompaktkameras zeichnen sich durch drei Eigenschaften aus. Sie passen in jede Tasche und trumpfen mit ihren günstigen Preis auf. Zudem sind sie einsteigerfreundlich. Anmachen, Motiv suchen, losschießen – Anfänger können beim Fotografieren mit Kompaktkameras wenig falsch machen. Im Auto-Modus lassen sich die meisten Bilder ohne große Tüftelei und Hintergrundwissen festhalten. Alle Geräte verfügen über einen Zoom und eine Videofunktion. Preiswerte Einstiegsmodelle wie die der Rollei Compactline gibt es bereits für schlappe 39 Euro. Zu den Topsellern unter den Kompaktkameras gehört die IXUS-Reihe von Canon. Je nach Ausführung sind diese Modelle ab etwa 100 Euro zu bekommen. Etwas günstiger ist das Einstiegsgerät von Sony. Die DSC–W810 kostet rund 75 Euro.

Canon Ixus
Kompakt und bunt: Kameras wie die Canon Ixus-Reihe sind perfekt für Gelegenheitsknipser. (© 2015 CC: Flickr/Karlis Dambrans)

Darf's eine Nummer größer sein? Dann eignen sich Bridgekameras

Deutlich größer kommt die Bridgekamera daher. Sie ist eine gute Zwischenlösung zwischen Kompaktkamera und Spiegelreflexkamera. Während der Sensor eher dem einer Kompaktkamera entspricht, vermittelt das größere Gehäuse das Gefühl der DSLR-Bauweise. Das Zoomobjektiv ist jedoch im Unterschied zur Spiegelreflexkamera fest verbaut. Dennoch erreicht der Zoom mitunter beeindruckende Werte. Bis zu 60-fache Vergrößerung können aktuelle Bridge-Modelle vorweisen. Vor allem bei guten bis normalen Lichtverhältnissen lassen sich durchaus beachtliche Fotos schießen. Bei geringem Lichteinfall muss der Fotograf jedoch Abstriche machen. Bridgekameras wie die Sony DSC-HX300 oder die Panasonic Lumix DMC FZ kosten um die 300 Euro. Für etwas weniger Geld ist die Nikon Coolpix L 840 zu haben. Das farbenfrohe Modell bekommt man für rund 250 Euro.

Kompakt und bildgewaltig: Systemkameras

Systemkameras machen den DSLR-Kameras echte Konkurrenz. Mit Wechselobjektiven und hochwertigen Sensoren ermöglichen sie tolle Aufnahmen und reduzieren gegenüber Kompakt- und Bridgekameras das Rauschen bei schlechten Lichtverhältnissen deutlich. Ihr Vorteil gegenüber DSLR-Cams: Sie sind deutlich kompakter und damit handlicher. Das Gehäuse der Systemkameras nimmt so weniger Platz im Gepäck weg. Vor allem Menschen, die viel im Urlaub oder unterwegs knipsen, dürften diesen Vorteil zu schätzen wissen.

Dank wechselbarer Objektive und reichlich Zubehör ermöglichen Systemkameras die Flexibilität einer Spiegelreflexkamera. Beliebte Modelle wie die Fuji X-M 1, die Olympus OM-D E-M1 oder die Sony Alpha 5000 kosten dabei zum Teil kaum mehr als eine Bridgekamera. Viele Anhänger der Systemkamera investieren jedoch später in Objektive und Zubehör. Allerdings ist es gerade diese Freiheit, die den Unterschied im Vergleich zu anderen Kameratypen ausmacht.

Lumix GF1
Klein, aber oho: Systemkameras wie die Lumix GF1 erzielen eine gute Bildqualität. (© 2015 CC: Flickr/Mikel Ortega)

Für Profis und die, die es werden wollen: DSLR-Kameras

Das Maß aller Dinge sind und bleiben DSLR-Kameras – die Königsklasse der Fotografie. Mit hochwertigem Equipment lassen sich selbst unter schwierigsten Bedingungen scharfe Bilder und Bewegungsaufnahmen anfertigen. Die riesige Auswahl an Objektiven, Filtern und anderem Zubehör ist ein weiterer Vorteil der digitalen Spiegelreflexfotografie. Zugleich kann diese Auswahl an Ausstattung aber auch ein Nachteil sein. Unter Umständen sorgt dies dafür, dass Fotografen ihr gesamtes Gepäck mit Kameraequipment beladen. Hier gilt: auf das Wesentliche besinnen. Überlegen, wo und unter welchen Verhältnissen die Aufnahmen gemacht werden sollen. So lässt sich die oftmals sperrige Ausrüstung reduzieren.

Zu den hochwertigen Einstiegsmodellen gehört die Canon EOS 600D. Wie bei vergleichbaren Kameratypen passen die Wechselobjektive auch auf teurere Varianten. Bleibt man also einer Kamerafirma treu, lohnt sich auch schon bei der ersten DSLR-Kamera die Investition in ein besseres Objektiv. Es kann beim Umstieg auf die Premiummodelle der Marke weiterverwendet werden. Ebenfalls gut und günstig ist die Nikon 5000er-Reihe. Die D5100 kostet etwa 430 Euro. Im Mittelklassebereich tummelt sich eine Vielzahl weiterer DSLR-Cams. Beispielhaft sind hier die Pentax K-50 für etwa 600 Euro und die Sony SLT-A65 für circa 550 Euro. Wer höhere Ambitionen hat und auf Extras wie WLAN und rekordverdächtige ISO-Werte nicht verzichten möchte, trifft mit High-End-Modellen wie der Nikon D4S die richtige Wahl. Allerdings muss man für diese Oberklassekamera rund 6.000 Euro berappen.

Canon EOS 600D
Die Canon EOS 600D - gut und günstig. DSLR-Kameras gibt es auch für ambitionierte Hobby-Fotografen. (© 2015 CC: Flickr/600d)

Zusammenfassung

  1. Klein und preiswert: Kompaktkameras eignen sich für Anfänger und Gelegenheitsknipser
  2. Bridgekameras bieten mehr Qualität und Zoom zu einem günstigen Preis
  3. Flexibilität, aber kompakt? Dann sind Systemkameras eine gute Wahl
  4. Die Königsklasse der Fotografie: DSLRs gibt's von erschwinglich bis Premium