Ladenhüter aus Cupertino: Die acht größten Apple-Flops

Apple schwimmt heute im Geld, war jedoch nicht immer erfolgreich. Apple schwimmt heute im Geld, war jedoch nicht immer erfolgreich. (© 2015 thinkstock.com/aerogondo)

Ob iPad, iPhone oder Mac : Fast alles, was Apple heute auf den Markt wirft, geht weg wie warme Semmeln. Doch das war nicht immer so: Im Laufe seiner Firmengeschichte produzierte das Unternehmen durchaus auch einige Flops und richtige Misserfolge.

Apple entwickelte immer wieder Geräte, die ihrer Zeit weit voraus waren. Dies bedeutete allerdings auch, dass es für diese Produkte noch keinen Markt gab. Gerade in den 90er Jahren beschritt Apple einige Irrwege – die das Unternehmen sogar fast in den Ruin getrieben hätten. Ironie des Schicksals: Heute reißen sich viele Sammler um die Stücke, die damals kaum jemand haben wollte. Immerhin wäre heute auch ein Apple-I-Rechner – von dem nur etwa 200 Stück gebaut wurden – mehrere Hunderttausend Dollar wert!

In unserer Liste findest Du ein paar der größten Apple-Flops und Misserfolge. Viele von ihnen sind mittlerweile längst vergessen – oder kennst Du noch den Apple Pippin?

1. Lisa (1983)

Apple Lisa
Vorläufer des Mac: Der Apple Lisa war mit 10.000 US-Dollar einfach zu teuer. (© 2015 Rama)

Am Anfang war nicht der Mac: Bevor Steve Jobs den Macintosh-Computer vorstellte, gab es bereits einen Rechner mit Maus-Bedienung. Der Apple Lisa fand allerdings nur wenige Interessenten – allein schon wegen des hohen Verkaufspreises von 10.000 US-Dollar. Nach heutigen Maßstäben müsste man für einen Lisa-Rechner knapp 25.000 Euro berappen. Das war damals selbst für gut betuchte Kunden zu viel. Um Steuern zu sparen, vergrub Apple die letzten 2700 Geräte einfach auf einer Müllkippe. Heute steht der Ur-Mac bei Sammlern allerdings hoch im Kurs.

2. Macintosh Portable (1989)

Apple Macintosh Portable
Der erste Macintosh-Laptop nutzte einen Blei-Säure-Akku und wog 7,2 Kilogramm. (© 2015 Rama)

Der erste Macintosh Laptop war eher ein Schlepptop: Etwa 7,2 Kilogramm wog der Bolide zum Mitnehmen. Schuld daran war der integrierte Blei-Säure-Akku, der allerdings damals eine Akkulaufzeit von knapp 10 Stunden bot und keinen Memory-Effekt hatte. Trotzdem war vielen dieser Koffer-Mac einfach zu schwer und mit 6.500 US-Dollar auch zu teuer. Bereits 1991 wurde er wieder vom Markt genommen.

3. Newton Message Pad  (1993)

Apple Newton
Apple Newton: Der Stiftcomputer sollte Sprache in Text wandeln. (© 2015 Magnus Manske)

Der Stiftcomputer Newton Message Pad war praktisch ein Smartphone ohne Mobilfunk-Funktion. Er sollte Kalender sowie Notizblock ersetzen und besaß hierfür sogar eine Handschrifterkennung. Die funktionierte aber so schlecht, dass selbst eine Simpson-Folge darüber spottete. Insgesamt war der Handheld zu schwer, zu teuer und zu langsam. 1998 kam das endgültige Aus.

4. QuickTake (1994)

Apple QuickTake 100
Die klobige Apple QuickTake-Kamera konnte Hobby-Fotografen nicht überzeugen.

Zusammen mit Fuji und Kodak entwickelte Apple seine erste Digitalkamera. Der klobige Fotoapparat knipste aber nur Bilder von geringer Qualität, die außerdem nur vom Mac gelesen werden konnten. Deshalb verschwand das Gerät schon bald wieder aus den Regalen.

5. Pippin (1995)

Apple Pippin
Apples einzige Spielekonsole Pippin. (© 2015 Evan Amos)

Tatsächlich versuchte Apple sich auch auf dem Spielemarkt: Die Pippin-Konsole basierte auf einem Power-Macintosh-System. Doch außer Bandai wollte kein Publisher Spiele für die Konsole entwickeln. Plattformen wie die Playstation von Sony boten schon damals wesentlich mehr Leistung. Deshalb schaffte es die Pippin nicht einmal nach Deutschland und wurde schon bald wieder eingestampft.

6. 20th Anniversary Macintosh (1997)

Twentieth Anniversary Macintosh
Zum 20. Firmenjubiläum wollte Apple den Anniversary Macintosh an den Mann bringen. (© 2015 W'rkncacnter)

Der Jubiläumsrechner 20th Anniversary Mac kostete am Anfang 10.000 US-Dollar und fand deshalb kaum Abnehmer. Zum Schluss verramschte Apple die Restbestände für knapp 2000 Dollar pro Stück. Heute sind gut erhaltene Exemplare bei Sammlern sehr begehrt.

7. eMate 300 (1998)

Apple eMate 300
Der Apple eMate 300 sollte Schülern beim Lernen helfen. (© 2015 Magnus Manske)

Beim eMate 300 handelte es sich eigentlich um einen Newton mit Tastatur. Er war als Bildungscomputer gedacht und sollte deshalb vor allem an Schulen verkauft werden. Doch auch wenn der Rechner eine achtbare Laufzeit von 24 Stunden bot und auch bei leerem Akku dank seines Flash-Speichers nichts vergaß, fand das Gerät wenig Freunde. Nach nur wenigen Monaten am Markt fegte Steve Jobs die komplette Newton-Serie inklusive eMate aus dem Programm.

8. Power Mac Cube (2000)

Apple Power Mac Cube
Mac Cube: Teurer Rechner mit wenig Erweiterungsmöglichkeiten.

Das kubische Design-Stück sollte mit dem Beginn des neuen Jahrtausends unsere Schreibtische verschönern. Durch das lüfterlose Design war der Mac im Betrieb kaum hörbar und tatsächlich hübsch anzusehen. Weil er sich aber kaum erweitern ließ, verkaufte Apple gerade mal 150.000 Stück von diesem Rechenwürfel.