Mit diesen 10 Prophezeiungen lagen Tech-Bosse voll daneben

Steve Jobs war ein Visionär, lag aber mit seinen Vorhersagen gelegentlich auch daneben. Steve Jobs war ein Visionär, lag aber mit seinen Vorhersagen gelegentlich auch daneben. (© 2015 picture-alliance/dpa)

Markige Sprüche und wilde Vorhersagen raushauen, das gehört zum Pflichtprogramm eines Tech-Bosses einfach dazu. Und ob es wirklich eintrifft, was prominente Chefs wie zum Beispiel der frühere Microsoft-CEO Bill Gates für die kommenden Jahre alles so prophezeit haben – wen kümmert das schon?

Wir haben den Bossen mal nicht auf die Finger, sondern auf die Münder geschaut, was es da so alles an abenteuerlichen und verrückten Ideen und Vorhersagen in den letzten Jahrzehnten gegeben hat – und vor allem was nicht eingetroffen ist.

1. "Bald vorbei": Bill Gates über Spam

Prophezeiungen der Tech-Bosse: Bill Gates
Sagte ein baldiges Ende der Spam-Welle voraus: Ex-Microsoft-Boss Bill Gates. (© 2015 picture-alliance / dpa)

"Spam wird in zwei Jahren der Vergangenheit angehören", sagte Ex-Microsoft-Chef Bill Gates im Jahre 2004 über die Flut an Werbemails, die regelmäßig über uns schwappt. Sicher, es ist etwas besser geworden, die Masse der Viagra-Mails von früher gibt es nicht mehr. Aber der Vergangenheit gehört das Problem definitiv noch nicht an.

2. "In zehn Jahren tot": Ein deutscher Verleger über Google

Prophezeiungen der Tech-Bosse: Christian DuMont Schütteschuette_dumont
Christian DuMont Schütte ist kein Fan von Google. (© 2015 picture alliance / dpa)

"In zehn Jahren ist Google tot. Ich habe in der Tat die Hoffnung, dass das, was sich jetzt im Markt befindet, übermorgen nicht mehr existiert", so Christian DuMont Schütte, Gesellschafter des Verlags DuMont Schauberg, in einem Interview mit der FAZ. Das Gespräch war 2007, das wären jetzt also noch zwei Jahre, die Google verbleiben.

3. "Kein Bedarf": Der frühere IBM-Boss über Computer

Prophezeiungen der Tech-Bosse: Thomas J. Watson
Begnadeter Verkäufer, mieser Prophet: Der frühere IBM-Boss Thomas J. Watson. (© 2015 IBM Corporate Archives)

Im Jahre 1943 äußerte sich der damalige Chef von IBM, Thomas J. Watson, über den weltweiten Markt für Rechner: "Ich glaube, dass es auf der Welt einen Bedarf von vielleicht fünf Computern geben wird." Zugegeben: Die Computer, die Watson meinte, waren turmhohe Ungetüme, um die herum es so warm war wie in einer Sauna.

4. "Will keiner": Chef einer großen Computerfirma über PCs

Prophezeiungen der Tech-Bosse: Ken Olsen
Ken Olsen baute zwar große Computer, glaubte aber nicht an kleine Modelle. (© 2015 Youtube/Covenant Productions)

"Es gibt keinen Grund, warum irgendjemand einen Computer in seinem Haus bräuchte", sagte Ken Olsen im Jahr 1977. Damals war er Chef der Computerfirma DEC und spielte mit seiner Aussage auf Großrechner an. DEC wurde dann von Compaq geschluckt, die Firma wurde dann von Hewlett Packard aufgekauft. Zusammen haben diese Firmen eine Zeitlang mehr Computer verkauft als viele andere Konzerne zusammen.

5. "Nur ein Hype": Bill Gates über das Internet

Prophezeiungen der Tech-Bosse: Bill Gates
Microsoft und das Internet war immer schon ein schwieriges Thema. (© 2015 picture-alliance / dpa)

Noch mal Bill Gates: "Das Internet ist nur ein Hype", soll der Ex-Chef von Microsoft über das Netz mal gesagt haben. Für das Originalzitat gibt es keinen Beleg, aber Gates hat ähnliche Äußerungen schon öfter gemacht. Seine Ansicht über die Chancen des Web war damals nicht besonders optimistisch.

 6. "Für Freaks": Telekom-Chef Ron Sommer zum Web

Prophezeiungen der Tech-Bosse: Ron Sommer
Ron Sommer war zwar Chef des größten deutschen Internetproviders. (© 2015 picture-alliance / Sven Simon)

"Das Internet ist eine Spielerei für Computerfreaks, wir sehen darin keine Zukunft", sagte der damalige Telekom-Chef Ron Sommer 1990. Allerdings muss man dazu sagen, dass das Web zu diesem Zeitpunkt noch in den Kinderschuhen steckte, und es schon großer prophetischer Gabe bedurft hätte, um dessen Zukunft wirklich korrekt vorherzusagen.

7. "Absolut erfolglos": Steve Jobs übers Musik-Streaming

Prophezeiungen der Tech-Bosse: Steve Jobs
Steve Jobs glaubte nicht an den Erfolg von Streaming-Diensten. (© 2015 picture-alliance/ dpa)

"Das Abo-Modell um Musik zu kaufen ist bankrott. Man könnte auch die zweite Wiederauferstehung von Jesus zeigen, das wäre auch nicht erfolgreich", so die drastische Absage des damaligen und inzwischen verstorbenen Apple-Chefs im Jahr 2003 an das Streaming. Gut zehn Jahre später sieht die Welt anders aus, und Apple hat mit Apple Music jetzt auch einen Streaming-Dienst.

8. "Zu teuer": Steve Ballmer, Ex-Boss von Microsoft über das iPhone

Prophezeiungen der Tech-Bosse: Steve Ballmer
Steve Ballmer konnte sich nicht vorstellen, dass das iPhone ein Renner wird. (© 2015 picture alliance / dpa)

Mit prophetischen Fehlgriffen war man in der Führungsetage bei Microsoft immer schnell zur Stelle. Nicht nur Bill Gates, sondern auch der impulsiv-cholerische Gates-Nachfolger Steve Ballmer konnte sich so richtig vertun. "Es gibt keine Chance, dass das iPhone einen deutlichen Marktanteil erobert", so Ballmer im April 2007 gegenüber USA Today. Ballmer fand einen Preis von 499 US-Dollar viel zu hoch für "das teuerste Telefon der Welt, das noch nicht einmal eine Tastatur hat".

9. "Geld zurück": Computer-Riese Michael Dell über Apple

Michael Dell
Michael Dell hielt nicht viel von Apple. (© 2015 picture-alliance/ dpa)

Michael Dell, Chef von Dell Computers, sagte 1997 über den damaligen Konkurrenten Apple: "Ich würde den Laden schließen und den Aktionären ihr Geld zurückgeben." Heute haben sich die Vorzeichen umgekehrt. Während Dells Unternehmen dramatisch geschrumpft ist, stehen die Apple-Aktionäre blendend da und sind froh, dass sie nicht auf den Rat des "Experten" vertraut haben.

10. "Kein Geschäft": Der Blackberry-Chef über Tablet-PCs

Prophezeiungen der Tech-Bosse: Thorsten Heins
Thorsten Heins ist kein Fan von Tablet-PCs. (© 2015 picture alliance / dpa)

Was die Zukunftschancen für Tablet PCs betrifft, war der frühere Blackberry-Boss Thorsten Heins auch im Jahr 2013 nicht besonders optimistisch: "In fünf Jahren denke ich, wird es keinen Grund mehr geben, ein Tablet zu besitzen. Tablets sind kein gutes Geschäft." Heins ruderte zwar wenige Wochen später zurück, für ihn aber war es zu spät. Er wurde abgelöst.