Netflix & Co.: Online-Videotheken im Vergleich

Online-Videotheken wie Netflix sind auf dem Vormarsch. Online-Videotheken wie Netflix sind auf dem Vormarsch. (© 2014 picture alliance / dpa)

Online-Videotheken und Streaming-Dienste sind auf dem Vormarsch. Kein Wunder: Einfacher und bequemer kommt man heute nicht an Kino-Blockbuster. Oder an die neueste Folge der aktuellen Lieblingsserie. Wir stellen die besten Anbieter in Deutschland vor.

Netflix: Der Weltmarktführer unter den Online-Videotheken

Die Nummer 1 in der Welt: Netflix
Die Nummer 1 in der Welt: Netflix (© 2014 netflix.de)

In den USA ist Netflix längst eine feste Größe. Seit September 2014 ist der beliebte Video-on-Demand-Dienst auch in Deutschland vertreten. Der Einstieg in die Welt des Anbieters ist leicht: Nach einem kostenlosen Probemonat stehen verschiedene Preismodelle zur Verfügung. Ab 7,99 Euro im Monat lassen sich Filme und Serien in Standard-Auflösung anschauen – allerdings nur auf einem Abspielgerät. Für 8,99 Euro monatlich gibt es alle Inhalte in HD-Format. Ein weiterer Pluspunkt dieses Pakets: Du kannst die Videos parallel auf zwei Geräte streamen. Wer auf nichts verzichten will, zahlt bei der Online-Videothek 11,99 Euro im Monat. Dafür erhältst Du alle Filme und Serien in Ultra-HD – und kannst sie auf maximal vier Geräten gleichzeitig schauen.

Das verfügbare Film- und Serienangebot könnte bei Netflix zwar etwas größer sein. Dafür punktet der US-amerikanische Platzhirsch einerseits mit hochgelobten Eigenproduktionen – Paradebeispiel hierfür ist "House of Cards" mit Kevin Spacey. Andererseits gibt es auch viele deutsche Kracher à la "Stromberg" sowie Serien und Filme mit Originaltonspuren und englischen Untertiteln. Der Video-on-Demand-Dienst überzeugt noch nicht unbedingt mit Aktualität. Er empfiehlt sich eher als bequemes Archiv für alle, die noch diverse Filme und Serien "nachholen" müssen. Wer nicht immer alles unmittelbar nach US-Start sehen muss, ist mit Netflix also ziemlich gut bedient.

Watchever strauchelt nach starkem Start

Muss sich ranhalten: Watchever
Muss sich ranhalten: Watchever (© 2014 watchever.de)

Watchever saß bis zum Netflix-Start hierzulande relativ fest im Sattel – als Streaming-Dienst hatte man sich einen großen Vorsprung erarbeitet. Doch der droht zu schrumpfen. Denn die Konkurrenz lernt dazu und drängt aggressiver auf den Markt. Preislich reißt Watchever weder nach oben noch nach unten aus. Die Flatrate gibt es nach der obligatorischen Gratis-Probezeit für 8,99 Euro im Monat. Die Kündigung ist dabei monatlich zum Ende des Vertragsmonats möglich.

Ein besonderes Plus ist die Vielzahl der unterstützten Abspielgeräte: Watchever-Kunden können das Video-on-Demand-Angebot praktisch überall nutzen. Was viele nicht wissen: Die Watchever-App unterstützt HD-Streams nur auf Spielekonsolen, Apple TV und Smart-TVs von Samsung. Auf Fernsehern und Blu-ray-Playern von Panasonic, Philips oder LG ist kein Streaming in HD möglich!

Wo die Online-Videothek nachziehen muss: bei der Anzahl an verfügbaren Filmen und Serien. Wie Netflix hat auch dieser Anbieter nicht das aktuellste Angebot. Neuerscheinungen sind Mangelware, dafür findet sich so mancher Klassiker. Dauerbrenner wie "Breaking Bad" oder "Entourage" sind vollständig vertreten – dafür fliegen immer wieder ältere Staffeln anderer Serien raus. Watchever bietet daher eine gute Grundversorgung zu einem fairen Preis. Besonders erfreulich ist dabei der Offline-Modus. Dieser erlaubt es, Inhalte auch dann zu schauen, wenn es mal kein Netz gibt.

Maxdome: Der größte Video-on-Demand-Anbieter Deutschlands

Größter Anbieter Deutschlands: Maxdome
Größter Anbieter Deutschlands: Maxdome (© 2014 maxdome.de)

Stolze 62.000 Titel hat Maxdome im digitalen Schaufenster. Davon stehen 12.000 aber nur im Einzelabruf zur Verfügung – das macht immer noch 50.000 Filme und Serien im Monats-Abo für 7,99 Euro. Die ersten 30 Tage sind wie bei anderen Anbietern kostenlos. Wer zur Flatrate aktuelle Blockbuster dazubuchen will, zahlt bis zu 5,99 Euro für HD-Filme im Einzelabruf. Technisch hapert's leider ein bisschen: Maxdome bietet seine Inhalte nur mit Stereo-Sound und in 720p an. Dafür bietet der Streaming-Dienst auch einen Offline-Modus.

Maxdome gehört zur ProSiebenSat1-Gruppe, was konkret bedeutet: Im Angebot sind sehr viele Inhalte aus den Senderprogrammen zu finden. Fans von "TV Total" etwa können sich im Archiv bis ins Jahr 2007 wühlen. Das muss ja nicht unbedingt schlecht sein. Aber in der Masse scheinen die zahlreichen Eigenproduktionen doch eher Füllmaterial als High-Quality-Content zu sein.  Damit weist der Streaming-Dienst aber die größte Auswahl an Inhalten auf dem Markt auf. Doch wer wirklich alles sehen will, wird bei mehr als nur einem Video-on-Demand-Dienst Kunde werden müssen.

Amazon Instant Video: Viel im Angebot, aber unübersichtlich

Breit aufgestellt: Amazon Instant Video
Breit aufgestellt: Amazon Instant Video (© 2014 amazon.de)

Der  Online-Versandhändler Amazon mischt auch auf dem Video-on-Demand-Markt mit. Dabei protzt Amazon Instant Video mit einem großen Angebot. Leider stellt es sich als ziemlich unübersichtlich heraus. Der Dienst gliedert sich in Prime Instant Video, Instant Video und das klassische Verkaufssortiment. Die echte Film- und Serienflat zum sofortigen Abruf gibt es nur mit Amazon Prime Instant Video. Sie kostet 49 Euro im Jahr und enthält neben einem Post-Lieferservice auch unbegrenzten Zugriff auf die Amazon-Mediathek. Die umfasst etwa 13.000 Titel – den Rest der 48.000 Filme und Serienepisoden gibt es per kostenpflichtigem Einzelabruf. Dieser ist allerdings nicht Teil des Abos. Wer nur den Video-Dienst ohne die Vorzüge von Amazon Prime abonniert, zahlt 7,99 Euro im Monat – eine etwas verwirrende Preispolitik.

Amazon Instant Video hat viele Klassiker im Angebot, neuere Filme müssen separat gebucht werden. Die finden allerdings erfreulich schnell nach ihrem Kinostart den Weg in die digitale Videothek. Der Anbieter unterstützt Apps für Android- und iOS-Geräte und ist auch auf aktuellen Konsolen verfügbar. Amazon bietet sogar eine eigene Streaming-Box namens Amazon Fire TV an.