Neue Facebook-Nutzungsbedingungen: Das musst Du wissen

Das gläserne Profil? Was bedeuten die neuen Facebook AGB? Das gläserne Profil? Was bedeuten die neuen Facebook AGB? (© 2015 picture alliance/dpa)

Mein Haus, meine Regeln. Das hat sich Mark Zuckerberg wohl gedacht. Sein soziales Netzwerk Facebook ändert die Nutzungsbedingungen. Wir sagen Dir, was Du jetzt wissen musst.

Ach, was wäre ein neues Jahr ohne neue Facebook-Nutzungsbedingungen? Die Änderungen der AGB sollten eigentlich schon zum 1. Januar gelten, wurden jedoch nach Protesten von Verbraucherschützern und Politikern aufgeschoben. Wer sich ab dem 30. Januar im sozialen Netzwerk einloggt, akzeptiert automatisch die neuen Bedingungen. Hier die wichtigsten Änderungen im Überblick:

Was ist denn nun mit der Werbung?

Werbung soll nun noch persönlicher auf den Nutzer zugeschnitten werden. Dazu werden nicht mehr nur "Gefällt mir"-Angaben genutzt, Facebook will auch wissen, welche anderen Webseiten Du so besuchst und welche Apps Du benutzt. Wenn Du Dir beispielsweise gerade mögliche Reiseziele für den nächsten Urlaub ansiehst, zeigt Facebook Dir Werbung von Airlines und Reiseveranstaltern an. Auch Dein Standort wird genutzt: Markierst Du diesen, bekommst Du zum Beispiel Werbung von Restaurants oder Hotels in der Nähe zugespielt.

Warum gerade ich und warum diese Anzeigen?

Nutzer sollen zukünftig nachsehen können, warum sie gerade diese Werbung erhalten. So sollst Du laut Facebook selbst entscheiden können, ob eine Anzeige für Dich relevant ist. Doch: Du bekommst im Anschluss nicht weniger Werbung – nur andere.

Wer sieht, was ich poste?

Vielleicht das Gute vorweg: Künftig sollst Du mehr Kontrolle über den eigenen Datenschutz bekommen. Zu diesem Thema wurde sogar eine interaktive Anleitung veröffentlicht. Wichtig: Hier musst Du selbst tätig werden. Gleichzeitig behält Facebook es sich vor, Deine Daten weiterhin mit Werbepartnern zu teilen. Laut eigenen Angaben soll dies jedoch in anonymisierter Form geschehen – E-Mail-Adressen und Namen sollen ohne Zustimmung nicht weitergegeben werden.

Wird Facebook zum Online-Shop?

Mit den neuen AGB werden auch die Weichen für eine "Kaufen"-Funktion gestellt. Hiermit will Facebook es ermöglichen, Produkte zu kaufen, ohne den Newsfeed zu verlassen.

Was kann ich dagegen tun?

Die traurige Wahrheit: Leider nicht viel. In jedem Fall empfiehlt es sich, die eigenen Privatsphäre-Einstellungen zu prüfen. Einige Experten raten zudem dazu, nicht den eigenen Namen, sondern Pseudonyme zu verwenden. Zwar herrscht bei Facebook Klarnamenzwang, doch hier zeigt sich das Netzwerk relativ kulant. Auch kannst Du in den Einstellungen eine Kopie aller Daten herunterladen, die Facebook über Dich hat. Etwas aufwendiger, unter Umständen aber effektiver: nach jeder Sitzung die Cookies löschen oder den Browser ganz deaktivieren.

Kann ich die AGB nicht einfach verweigern?

Derzeit kursieren Bilder im Netz, mit denen man die neuen AGB verweigern können soll – sogar Politiker teilen sie auf ihrer Facebook-Seite. Nicht nur, dass es in diesen Posts vor Rechtschreibfehlern wimmelt, sie halten auch nicht, was sie versprechen. Sobald Du Dich ab Freitag einloggst, akzeptierst Du die neuen Nutzerrichtlinien. Facebook selbst verweist auf Dienste wie AboutAds und YourOnlineChoices. Damit kann man die personalisierte Werbung bei gleich mehreren Diensten – inklusive Facebook – deaktivieren. Aber auch hier gilt: Werbung bekommst Du immer noch – nur eben andere. Eine Möglichkeit gibt es jedoch, den neuen AGB zu entgehen: Facebook den Rücken kehren und das eigene Konto löschen.

Betrifft das auch Instagram und Whatsapp?

Was ist mit Facebooks anderen Netzwerken? Hier gibt es leichte Entwarnung: Instagram und Whatsapp haben ihre eigenen AGB, die von der Änderung nicht betroffen sind.

Zusammenfassung:

  1. Facebook liefert Dir in Zukunft noch individuellere Werbung
  2. Dafür werden Deine "Gefällt mir"-Angaben, besuchten Webseiten und Standortdaten verwendet
  3. Du kannst selbst entscheiden, ob eine Anzeige für Dich relevant ist und Dir andere Werbung präsentieren lassen
  4. Dafür gibt es mehr Kontrolle über Deine Privatsphäre, die Du nutzen solltest
  5. Vielleicht kannst Du bald bei Facebook Produkte online kaufen
  6. Die AGB kannst Du nur verweigern, indem Du Dich von Facebook abmeldest
  7. Instagram und Whatsapp sind von der Änderung nicht betroffen