Online-Shopping: Gefahren und Sicherheitsmaßnahmen

Online-Shopping soll Spaß machen – und keine Sorgen bereiten. Online-Shopping soll Spaß machen – und keine Sorgen bereiten. (© 2015 Thinkstock/AndreyPopov)

Mit einem Klick wandert die schicke Digi-Cam in den virtuellen Einkaufswagen. Jetzt nur noch ein paar persönliche Angaben machen und den Button "kaufen" anklicken. In ein paar Tagen ist die neue Kamera da – wenn alles gut geht. Denn beim Online-Shopping können arglose User schnell in die Fänge von Trickbetrügern geraten. Wir verraten Dir, wann Du misstrauisch werden solltest und wie Du Dich am besten vor Datenklau schützt.

Internetbetrüger verfolgen ein einziges Ziel: Sie wollen Passwörter und persönliche Daten abfangen, um sich so den Zugang zu Konten zu erschleichen. Dazu setzen sie häufig das sogenannte "Phishing" ein. Bei der Datenklau-Methode benutzen die Betrüger die Identität eines seriösen Unternehmens und fordern den Internetnutzer auf, sensible Daten preiszugeben. Auch beim Einkauf in Online-Shops kann die Phishing-Falle zuschnappen. Nimmst Du Dir jedoch etwas Zeit, die Seite genauer unter die Lupe zu nehmen, kannst Du Betrüger anhand einiger Merkmale rechtzeitig enttarnen.

Merkmale eines seriösen Online-Shops

Eine hundertprozentige Sicherheit beim Online-Shopping gibt es nicht. Einige Merkmale erschweren es Trickbetrügern jedoch, einen vorsichtigen Käufer zu täuschen. Zu den Merkmalen eines seriösen Anbieters gehört in erster Linie ein vollständiges Impressum. Dieses sollte folgende Informationen beinhalten:

  1. Namen und Anschrift des Shops
  2. Namen des Vertretungsberechtigten
  3. Festnetznummer und E-Mailadresse
  4. Umsatzsteuer-Identifikationsnummer

Finger weg vom "Kaufen"-Button, wenn das Impressum unvollständig ist oder lediglich eine Handynummer und ein Postfach angegeben sind.

Überprüfen eines Online-Shops

Willst Du ganz sicher gehen, dass der Shop seriös ist, solltest Du den Kontakt zum Betreiber suchen. Per E-Mail oder per Telefon. Aufschlussreicher ist in der Regel ein Telefongespräch. Die Reaktion auf eine Frage zum Rückgaberecht oder zu einem bestimmten Artikel lässt Rückschlüsse über den Service und die Professionalität des Unternehmens zu. Daneben kann auch die Aufmachung des Online-Shops Aufschluss über die Seriosität des Betreibers geben. Wimmelt es in den Produkttexten vor Rechtschreibfehlern oder die genauen Beschreibungen des Artikels sind gar nicht erst vorhanden, ist Vorsicht geboten.

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Erscheint Dir ein Online-Shop dubios, solltest Du Dich anderweitig umsehen. (© 2015 CC: Flickr/Intel Free Press)

Verschiedene Qualitätssiegel sorgen für mehr Sicherheit beim Online-Shoppen. Vertrauenswürdig sind die offiziellen Gütesiegel Trusted Shops, S@fer Shopping, bevh (Bundesverband e-Commerce und Versandhandel), Internet Privacy Standards und Euro Label. Diese werden von unabhängiger Stelle an die Shops vergeben, wenn diese den Standards des Verbraucherschutzes entsprechen.

Passwort und Sicherheitsübertragung

Musst Du Dir ein eigenes Konto anlegen, bevor Du im Shop einkaufen kannst, solltest Du für eine möglichst starke Sicherheitsbarriere sorgen. Diese bildet das Passwort. Eine Kombination aus mindestens acht zusammengewürfelten Zeichen aus Zahlen, Buchstaben und Sonderzeichen schützt Dein Konto am besten. Steht das Passwort zudem in keinem logischen Zusammenhang mit Dir, erschwerst Du Hackern, die Sicherheitshürde zu überwinden und Deine persönlichen Daten zu entwenden.

Damit sich Dritte nicht beim Übermitteln Deiner Kontodaten dazwischen schalten und die sensiblen Daten abfangen können, sollte der Bezahlvorgang beim Online-Shoppen nur verschlüsselt erfolgen. Eine sichere Übertragung kannst Du ganz einfach an einem kleinen "s" erkennen, das sich an dem "http" in der Browserzeile anschließt. Ausgeschrieben steht das "s" für das englische Wort "Secure". Taucht dieses auf, überträgt die Website Deine Daten verschlüsselt – sie können nicht so leicht eingesehen werden.

Sichere Zahlungsmethoden

Viele Internet-Shops bieten nicht die Möglichkeit, die bestellte Ware erst nach Erhalt per Rechnung zu bezahlen. Als Alternative stehen in der Regel Vorkasse, Vorabüberweisung, Kreditkartenabbuchung, PayPal oder Bankeinzug zur Auswahl. Die Zahlungsoptionen unterscheiden sich jedoch in ihrer Sicherheit für den Käufer: So gehst Du bei Vorkasse und Vorabüberweisung in Vorleistung. Liefert der Shop den georderten Artikel nicht, hast Du kaum eine Chance, Dein Geld zurückzuholen.

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PayPal zählt zu den sichersten Zahlmethoden beim Online-Shopping. (© 2015 CC: Flickr/Jason Howie)

Sicherer ist der Online-Zahlungsservice PayPal. Besitzt Du ein PayPal-Konto, gibst Du Deine Zahlungsdaten nur an PayPal, aber nicht an den Shop-Betreiber weiter. Zudem tritt PayPal als Vermittler auf, wenn es zu Schwierigkeiten bei der Lieferung oder der Serviceleistung kommt. Auch Bankeinzug und die Zahlung per Kreditkarte bieten mehr Sicherheit als Vorkasse und Vorabüberweisung. Bei Zahlung per Bankeinzug kannst Du Dein Geld bis zu sechs Wochen, bei der Belastung Deiner Kreditkarte acht Wochen nach dem Kauf zurückbuchen.

Seriöse AGB

Finanzielle Stolperfallen verstecken sich häufig auch im verklausulierten Buchstabendschungel der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Die AGB von Online-Shops, die ein Gütesiegel besitzen, sind käuferfreundlich – das ist ein Kriterium für die Vergabe des Siegels. Faire Geschäftsbedingungen räumen dem Käufer eine Rückgabefrist von 14 Tagen ein. In dieser Zeit kannst Du den geschlossenen Kaufvertrag mit dem Händler ohne Angaben von Gründen widerrufen und die unbenutzte Ware an ihn zurücksenden. Vorsicht: Bei Privathändlern, die häufig auf Versteigerungsplattformen wie eBay aktiv sind, gilt diese gesetzlich festgelegte Rückgabefrist nicht.

Neben den Rückgabebedingungen solltest Du beim Durchlesen der AGB auch womöglich versteckte Nebenkosten beachten. Diese finden sich in der Regel auch beim Zusammenfassen der Gesamtsumme, die vor dem Kauf aufgeführt wird. Stellt Dir der Verkäufer hier neben den Kosten für den bestellten Artikel noch unangemessene Nebenkosten in Rechnung, solltest Du Dein Kaufvorhaben lieber einstampfen und stattdessen in einem anderen, seriöseren Online-Shop stöbern.

Zusammenfassung

  • Internetbetrüger fischen nach Passwörtern und persönlichen Daten, um sich Zugang zu Konten zu erschleichen
  • Zur häufigsten Form des Datenklaus gehört das "Phishing"
  • Ein seriöser Anbieter besitzt ein vollständiges Impressum
  • Zu den vertrauenswürdigen Gütesiegeln zählen Trusted Shops, S@fer Shopping, bevh, Internet Privacy Standards und Euro Label
  • Ein sicheres Passwort besteht aus mindestens acht Zeichen aus Zahlen, Buchstaben und Sonderzeichen
  • Eine verschlüsselte Übermittlung Deiner Daten erkennst Du an einem "https" in der Browserzeile
  • Zu den sichersten Zahlungsmethoden gehören PayPal, Bankeinzug oder Kreditkartenbelastung
  • Die AGB eines seriösen Unternehmens sollten eine 14-tägige Rückgabefrist einräumen und keine versteckte Nebenkosten enthalten