Satellitenschüssel ausrichten leicht gemacht

Satellitenschüsseln müssen in Deutschland immer nach Süden ausgerichtet sein. Satellitenschüsseln müssen in Deutschland immer nach Süden ausgerichtet sein. (© 2014 CC: Flickr/Sascha Kohlmann)

Lebst Du in einem der mehr als 18 Millionen Haushalte in Deutschland, die noch immer eine Satellitenschüssel nutzen? Dann solltest Du für ein gutes Signal ein paar von unseren Tipps beim Ausrichten beherzigen.

Standort, Himmelsrichtung und Größe der Satellitenschüssel beachten

Bevor die Satellitenschüssel ausgerichtet wird, braucht sie zunächst den richtigen Standort. Als Hausbesitzer bietet sich natürlich das eigene Dach oder die eigene Hauswand an, in Mietshäusern ist allerdings die Erlaubnis des Vermieters notwendig. Die Ausrichtung erfolgt in Deutschland generell nach Süden hin – so werden die meisten TV-Sender empfangen. Damit die Signale gut ankommen, sollten in der Nähe der Satellitenschüssel keine Hindernisse wie Bäume oder andere Häuser stehen.

Als Faustformel gilt: Ein Hindernis sollte maximal halb so hoch sein, wie es von einem möglichen Standort der Satellitenschüssel entfernt ist. Ein zehn Meter entferntes Haus darf also maximal fünf Meter hoch sein. Andernfalls können Empfangsprobleme auftreten. Neben der richtigen Ausrichtung ist auch die Größe der Satellitenschüssel wichtig: Deutschland liegt in der Ausleuchtzone von Satelliten, die mit einem Schüssel-Durchmesser von mindestens 60 Zentimetern angegeben ist.

Die Satellitenschüssel sicher anbringen

Am einfachsten ist es, die Satellitenschüssel an der Hauswand zu montieren. Das ermöglicht direkten Zugriff auf die Schüssel, sie kann besser ausgerichtet und im Winter von Schnee befreit werden. Ein Standort auf dem Dach garantiert zwar besseren Empfang, ist allerdings auch ungeschützt – im Winter kann Schnee auf der Schüssel zum Ausfall des Fernsehbilds führen.

Nach Süden ausrichten und Neigungswinkel einstellen

Nach dem Anbringen der Schüssel reicht es zunächst, sie grob Richtung Süden auszurichten. Ein Tipp: Um die Himmelsrichtung zu bestimmen, ist nicht unbedingt ein Kompass nötig – ein Smartphone reicht auch. Wenn ein markanter Punkt in südlicher Richtung angepeilt wird, erleichtert dies die Orientierung und das Ausrichten der Schüssel ohne Kompass.

Nun erfolgt die Einstellung des richtigen Neigungswinkels. Dieser liegt in Deutschland zwischen 28 und 36 Grad – Markierungen an der Befestigung der Satellitenschüssel zeigen meist den richtigen Winkel an. Alternativ finden sich Tabellen mit den Winkelangaben im Internet. Für die Einstellung des Horizontalwinkels – der in Deutschland zwischen 4 und 19 Grad Ost liegt – muss die Schüssel anschließend nach links in Richtung Osten gedreht werden. Die zwei wichtigsten Satelliten Astra und Eutelsat unterscheiden sich in Neigungs- und Horizontalwinkel. Eine Entscheidung für einen der beiden Satelliten ist also nötig.

Verbindung zum Fernseher herstellen

Im nächsten Schritt wird das TV-Gerät mit dem Sat-Receiver und der Receiver mit der Schüssel verbunden. Im Einrichtungsmenü des Fernsehers wird die aktuelle Signalstärke und Bildqualität meist in Prozent angegeben. Für einen einwandfreien Empfang sollte die Signalqualität mindestens 75 Prozent betragen.

Die Feinjustierung der Satellitenschüssel

Für die Feinjustierung muss die Satellitenschüssel leicht hin- und herbewegt und dabei die angezeigte Signalstärke auf dem Fernseher im Auge behalten werden. Alternativ kann auch eine zweite Person den Fernseher beobachten – oder Du nutzt ein Sat-Finder-Gerät beziehungsweise eine Smartphone-App zum Optimieren der Ausrichtung. Tipp: Ein nasser Lappen über dem Empfangskopf (LNB) der Schüssel kann schlechtes Wetter simulieren. Somit kann sichergestellt werden, dass der Satellitenempfang auch bei Regen noch gut ist. Ist die gewünschte Position gefunden, muss die Satellitenschüssel nur noch festgeschraubt werden.