Smart Home: So funktioniert die Heizungssteuerung per App

Der Tado-Thermostat an der wand sorgt für eine mollige Wohnung, wenn man nach Hause kommt. Der Tado-Thermostat an der wand sorgt für eine mollige Wohnung, wenn man nach Hause kommt. (© 2015 Tado)

Energie sparen und trotzdem eine mollig-warme Wohnung haben – das geht im Smart Home mit einer Heizungssteuerung via App ganz vollautomatisch und komfortabel. Morgens vorm Aufstehen wird somit etwa ab 6.30 Uhr das Badezimmer angewärmt, pünktlich gegen 7 Uhr wird der Heizkörper im Kinderzimmer warm. Weil tagsüber niemand zu Hause ist, bleibt die Temperatur bei sparsamen 16 Grad, um dann gegen 17 Uhr wieder auf 21 Grad zu klettern.

Die mobile Heizungssteuerung ist der im Moment am meisten verbreitete Nutzen für Smart Home. Viele Wohnungsbesitzer kaufen sich ein System, um langfristig Geld zu sparen und den Komfort zu steigern. Man installiert entweder einen zentralen Thermostaten oder aber einen Regler pro Heizkörper. Die Geräte werden mit vielen Adaptern ausgeliefert, um an jeden Heizkörper zu passen. Wer seine Wohnung mit einer intelligenten Heizungssteuerung ausrüsten will, greift am besten zu einem entsprechenden Einsteigerpaket. Bei den folgenden drei Beispielen ist für jeden Geschmack und Geldbeutel etwas dabei.

Schnell und günstig: eQ3 Max!

Das eQ3-Max!-System wird per PC-App programmiert. In den neuen Versionen geht das  jetzt auch komplett per Smartphone.
Das eQ3-Max!-System wird per PC-App programmiert. In den neuen Versionen geht das auch komplett per Smartphone. (© eQ3)

Das Max!-System des Smart-Home-Marktführers eQ3  zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass es sich leicht installieren und auch schnell wieder abbauen lässt. Daher eignet es sich gerade für den Einsatz in Mietwohnungen: Du brauchst nur die vorhandenen Thermostaten an den Heizkörpern durch die Max!-Geräte ersetzen. An Werkzeug reicht meist schon ein Schraubenzieher, Wasser muss nicht abgelassen werden. Tipp: Manchmal ist der Regel-Dorn im Gerät etwas kurz. Hier hilft eine Cent-Münze, um den Abstand zu überbrücken. Die Stromversorgung der Regler erfolgt über langlebige Batterien, die mitgeliefert werden. Ein Batteriesatz reicht locker für ein bis zwei Jahre.

Um das System per App aus der Ferne steuern zu können, wird natürlich ein Internet-Anschluss und der Max! Cube benötigt. Dessen Konfiguration ist gelegentlich etwas tricky, aber die Anleitung hilft. Nach der Anmeldung der einzelnen Regler kann noch der Fensterkontakt angebaut und beim System  angemeldet werden. Dieser dient dazu, den Thermostaten beim wichtigen Stoßlüften herunterzuregeln. Dann wird am PC der Wochenplan entweder mit dem Programm des Herstellers zusammengebastelt, oder aber mit der alternativen Software Max Buddy. Diese hat den Vorteil, dass sich per Mausklick wechselbare Profile erstellen lassen. Außerdem kann man die Ist-Temperaturen der Thermostate ablesen. Mit der Hersteller-Software geht das nicht. Dann nur noch die App runterladen und dem mobilen Heizen steht nichts mehr im Weg.

Für wie viele Thermostate man sich entscheidet und ob man Fensterkontakte braucht, hängt von den persönlichen Vorlieben ab. Tipp: Zum Start reichen ein Cube und je ein Thermostat pro Heizkörper in Wohnräumen und im Bad. Ein kleiner Nachteil des Systems soll nicht verschwiegen werden: Andere Geräte wie etwa Rauchmelder oder Bewegungssensoren lassen sich nicht integrieren.

Simpel und stylish: tado

Die Tado-App steuert den Thermostaten und der die Heizung.
Die Tado-App steuert den Thermostaten und der die Heizung. (© 2015 Tado)

Wer es noch einfacher haben will und keinen Wert auf eine Einzelsteuerung von Heizkörpern legt, für den ist eine Lösung geeignet, wie sie Tado anbietet. Das System ist selbstlernend – es versucht also den Lebensrhythmus der Bewohner einer Wohnung oder eines Hauses zu erkennen und zu lernen. Dabei stützt es sich auf die Ortungs-Daten, die von den tado-Apps auf Smartphones gesendet werden: Sobald man in die Nähe des Hauses kommt, wird eingeheizt. Wer kein Smartphone mit App hat, den kann Tado auch nicht erkennen.

Zusätzlich wertet das Produkt den Wetterbericht aus und versucht, sich an spezielle Charakteristiken der Wohnung und des Hauses anzupassen. Aber Achtung: Tado funktioniert nur, wenn man in seiner Wohnung einen zentralen Thermostaten hat, der etwa eine Gastherme steuert. Mit Zentralheizungen oder Fernwärme geht's nicht.

Für den Einbau des intelligenten Thermostaten werden sehr detaillierte und fundierte Anleitungen mitgeliefert. In der Regel können somit auch Laien das Gerät installieren – sofern sie es quasi schaffen, ein Loch in die Wand zu bohren. Ist das System einmal installiert, arbeitet es quasi von alleine und braucht keine besondere Aufmerksamkeit oder Wartung. Steuern und auswerten lässt sich alles per App – und die ist ja auch wichtig, um die Position der Bewohner zu registrieren. Läuft alles rund, soll man mit dem System über 30 Prozent der Kosten einsparen können. Weiterer Pluspunkt: Thermostat und App sehen auch noch gut aus und unterstützen ein umweltfreundliches und sparsames Heizverhalten.

Komfortabel: Honeywell Evohome

Honeywell Evohome wird nicht nur per app, sondren auch mit einem speziellen Bedienbildschirm gesteuert.
Honeywell Evohome wird nicht nur per App, sondern auch mit einem speziellen Bedienbildschirm gesteuert. (© 2015 Honeywell)

Ein sehr komplettes und komfortables System kommt vom US-Konzern Honeywell: Evohome. In Sachen Wärmeregelung lässt Evohome keine Wünsche offen – denn das System bietet unter anderem einen speziellen Bedien-Bildschirm, einen Wand-Thermostaten und auch Reglern für Heizkörper sowie einem Gateway zur Anbindung ans Internet. Die einzelnen Komponenten des Evohome-Systems sehen gut aus und passen in jede Einrichtung.

Zugegeben: Dieses Rundumsorglospaket hat auch seinen Preis, denn Evohome ist nicht das billigste System auf dem Markt. Dafür bietet es aber eine Menge Komfort aus einem Guss. Vor allem die Steuerung ist sehr ausgereift: Dank der Verwendung von Profilen und diversen Zonen bietet das System viele Möglichkeiten, sich auf die eigenen Bedürfnisse abzustimmen. Anders als günstige Heizungs-Systeme hat Evohome auch einen Regler für eine Fußbodenheizung, was für viele moderne Wohnungen ein absoluter Pluspunkt ist.  Wer allerdings den Regler die Fußbodenheizung einbauen will, sollte einen Fachmann engagieren, da man ans Stromnetz ran muss.

Blick auf die Heiz-Therme lohnt

Unter Umständen lohnt auch ein Blick auf eine bereits eingebaute Heiz-Therme: Manche Hersteller wie etwa Buderus bauen in ihre Geräte seit einiger Zeit Vorrichtungen ein, um eine Regelung per App aufzurüsten. Vorteil: Man benötigt keine neue Anlage eines anderen Herstellers. Es reicht völlig aus, sich einfach die vorhandene App aus dem jeweiligen App-Store herunterzuladen.

Fazit: Für welches System man sich auch entscheidet, eine smarte Heizungssteuerung per App ist praktisch und spart Energie. Man kann die Temperatur der Wohnung von unterwegs rauf- oder runterregeln oder sich komplett auf Automatik und selbstlernende System verlassen. Die Erfahrung zeigt: Wer sich einmal an ein derartiges System gewöhnt hat, will nicht mehr ohne leben und wohnen.