So irre kann das Haus zur Weihnachtszeit aussehen

Weihnachten Weihnachts-Beleuchtung Weihnachten Weihnachts-Beleuchtung (© 2015 Youtube/Matt Johnson)

Weihnachten ist für die meisten von uns die Zeit der Einkehr und Besinnlichkeit. Es geht aber auch anders: Vor allem in den USA entbrennt jedes Jahr aufs Neue der Wettstreit, wer sein Haus mit der grellsten, lautesten und verrücktesten Dekoration schmückt – oder verschandelt.

Im Kalauer-Klassiker "Schöne Bescherung" aus dem Jahr 1989 gibt es die lustige Szene, in der Papa Griswold, gespielt von Chevy Chase, mit seinem absurd protzig beleuchteten Haus einen Stromausfall in der gesamten Nachbarschaft verursacht.

Klar: Die dargestellte Situation ist natürlich heillos übertrieben. Aber ein Körnchen Wahrheit steckt doch drin, denn vor allem die Amerikaner sind berüchtigt dafür, jedes Jahr zu Weihnachten regelrechte Materialschlachten zu veranstalten: Wer hat die grellere, lautere, teurere Deko am Eigenheim? Das Rennen um die Kitsch-Krone treibt bisweilen bizarre Blüten. Wir stellen ein paar der irrsten Weihnachtsdekorationen vor.

Weihnachtsdeko-Wahn: Deutschland spart lieber

Der Drang, sich gegenseitig zu überbieten, ist hierzulande hingegen nicht so extrem ausgeprägt. Wie die Zeit berichtet, verbrauchten die Deutschen im Jahr 2014 immerhin 500 Millionen Kilowattstunden für die Weihnachtsbeleuchtung – soviel wie ein mittleres Atomkraftwerk produziert. Die Tendenz zum Strom sparen scheint sich hier nicht durchgesetzt zu haben, denn der Stromverbrauch für die Beleuchtung wird nach Schätzungen des Stromanbieters Lichtblick im Jahr 2015 bei 760 Millionen Kilowattstunden liegen.

Im Trend liegen jedoch eindeutig immer stärker energieeffiziente LED-Beleuchtungen sowie Fernbedienungen und Timer, mit denen man die Beleuchtungszeiten exakt regulieren kann. In den USA hält man sich mit solchen kleinlichen Erbsenzählereien nur ungern auf: Die Seite House Logic hat mal ein paar Rechenbeispiele von besonders krassen Stromverbrauchern zur Weihnachtszeit aufgestellt. Die Inbetriebnahme von einer Million Glühlampen über einen Zeitraum von einem Monat werde eine Familie in Delaware demnach unfassbare 82.320 Dollar kosten.

Fetzige Weihnachts-Lightshow mit Dubstep-Mucke

Familie Johnson aus San Antonio im  US-Bundesstaat Texas hat nicht nur eine fetzige Lichter-Show ans Haus genagelt, sondern das grelle Spektakel auch mit einer Dubstep-Untermalung vertont. Die ganze Show dauert elf Minuten und ist vollgestopft mit optischen Effekt-Leckerbissen. Natürlich haben die Licht-Zauberer auch eine eigene Homepage, auf der sie das Projekt ausführlich vorstellen.

Lightshow in der Einkaufspassage

2005 installierte eine Familie in South Dakota eine aufsehenerregende Lichtinstallation an ihrem Haus. Die Familie zog um – und die Lightshow gleich mit: Heute können sie Besucher der Western Mall in der Stadt Sioux Falls bewundern.  Und einem guten Zweck dient sie auch noch: Jedes Jahr spenden die Besucher rund 25.000 Dollar für die Make-A-Wish-Foundation, die die Herzenswünsche unheilbar kranker Kinder erfüllt.

Guitar Hero auf dem Garagentor

Da steht jedem Gamer der Mund vor Staunen auf: Ein findiger Bastler hat das Musikspiel "Guitar Hero" mit seiner Weihnachtsbeleuchtung kombiniert – das Resultat: Der Filius spielt den Song "Cliffs of Dover" tatsächlich auf dem Garagentor nach. Laut Videobeschreibung auf Youtube könne man jederzeit ein normales TV-Gerät anschließen, würde dann aber nicht auf die High-Score-Liste kommen.

Johnny Depp als Weihnachtsmann?

In die Kategorie "Wieso nicht?" fällt diese Installation. Statt zu "Stille Nacht" oder einem anderen Klassiker der Weihnachtszeit blinken die 65.000 Lampen im Rhythmus von "He's A Pirate". Kennst Du nicht? Doch, ganz sicher: Das ist das mittlerweile weltberühmte Musik-Thema von "Fluch der Karibik" des deutschen Hollywood-Komponisten Hans Zimmer.

Heavy Christmas mit Slayer

Wer es zu Weihnachten gerne ruhig und gemütlich hat, der hält sich jetzt besser die Ohren zu. Ein langjähriger Fan der Trash-Metal-Band Slayer hat sich 2010 diesen Tribut an seine Lieblingsgruppe ausgedacht und erfreut die Nachbarschaft mit dem ultraharten "Raining Blood". Das ist sicherlich auch eine augenzwinkernde Provokation – aber gar nicht mal so abstrus: Slayer-Frontmann Tom Araya ist bekennender Christ.

Der Slipknot-Weihnachtsmann dreht auf

Death Metal scheint bei den Fans von Weihnachtsbeleuchtungen – seltsamer Weise eigentlich – hoch im Kurs zu stehen. Die harten Fans werden besinnlich und ihnen wird anscheinend richtig warm ums musikalische Eisen-Herz, wenn es um die Weihnachts-Beleuchtung geht. Ein Slipknot-Fan hat seiner Band eine Lichtorgie gewidmet – die dann so besinnlich doch wieder nicht ist.

450.000 Lichter in Deutschland

So ganz können sich deutsche Weihnachtsfans der blinkenden Pracht aber doch nicht entziehen. Rolf Vogt aus Calle schmückt seit 14 Jahren sein Eigenheim, mittlerweile verbaut er unglaubliche 450.000 Lampen. Stromkosten: Rund 2800 Euro im Dezember. Lohn der Mühen: Dank seiner beeindruckenden Dekoration wohnt er im größten privaten Weihnachtshaus Deutschlands, wenn nicht gar Europas, wie der Blog Weihnachts-Lichter feststellt.