Voll auf die Zwölf: Die besten Bosskämpfe in Videospielen

Sie sind groß, gefährlich und gemein – aber nicht unbesiegbar: Wir ehren die besten Bossfights in Videospielen. Sie sind groß, gefährlich und gemein – aber nicht unbesiegbar: Wir ehren die besten Bossfights in Videospielen. (© 2015 YouTube/HowBizzareIsThat)

Sie verbreiten Angst und Panik, sie lassen uns Blut und Wasser schwitzen, sie bescheren uns Wutanfälle und Freudentaumel: Bosskämpfe sind die Sahnehäubchen vieler Videospiele. Wir ehren zehn der besten.

In der Geschichte der Videospiele gibt es Abertausende Bosskämpfe – von episch bis albern. In dieser subjektiven Auswahl erinnern wir uns an zehn ganz besondere Duelle, die wir niemals vergessen werden.

Psycho Mantis (Metal Gear Solid)

Er trägt gerne Lack und Leder, er kann Gedanken lesen und er einer der cleversten Games-Endbosse aller Zeiten. Psycho Mantis aus dem PlayStation-Klassiker "Metal Gear Solid" von 1998 ist vom Spieler schlichtweg nicht zu besiegen, weil er jeden Angriff vorhersehen kann. Die Lösung: Einfach das Pad abstöpseln und an den zweiten Controller-Port anschließen – schon ist Psycho Mantis "blind" und erkennt die Bewegungsbefehle des Spielers nicht mehr. Bonuspunkte gibt es dafür, dass der maskierte Hellseher Spielstände anderer Games auf der Speicherkarte erkennt und sarkastisch kommentiert: Das ist wirklich "Psycho"!

Level 4 (Gunstar Heroes)

Wieso nur ein Bosskampf, wenn man auch gleich ein Dutzend haben kann? Der vierte Level in Treasures bunten, aber knüppelharten Action-Geballer "Gunstar Heroes" aus dem Jahr 1993 ist ein einziger Boss-Marathon. In einer Art Brettspiel müssen wir uns den Weg zum richtigen, finalen Endgegner erwürfeln – und auf fast jedem Feld lauert ein Zwischenboss. Wer sich an winzigen Killerrobotern, tanzen Steinmännern und grinsenden Clownsgesichtern vorbei gekämpft hat, braucht danach vermutlich erst mal eine kleine Pause.

Der erste Koloss (Shadow of the Colossus)

Er ist nicht der größte und auch nicht der gefährlichste Gegner in "Shadow of the Colossus". Aber er ist der erste Koloss, auf den wir treffen, und deswegen werden wir ihn wohl niemals vergessen. Das poetisch-melancholische Geschicklichkeitsspiel von 2005 gilt als absoluter Meilenstein, der das Unglaubliche geschafft hat: Es erzeugt Mitleid mit den fantastischen, namenlosen Geschöpfen, die wir so bedenkenlos abschlachten. Sinkt ein Koloss, untermalt von wehklagender Streichermusik, langsam zu Boden, müssen auch abgebrühte Bildschirmrambos schlucken.

Mr. Freeze (Batman: Arkham City)

Auch wenn das zweite Batman-Spiel nicht mehr ganz an den Vorgänger "Arkham Asylum" ranreicht, haben Fledermaus-Fans doch immer noch jede Menge Spaß mit dem tollen Open-World-Abenteuer von 2011. Das Highlight dürfte der nervenaufreibende Bosskampf gegen den im wahrsten Sinne extrem coolen Mr. Freeze sein. Um den frostigen Fiesling zu besiegen, muss Batman nämlich auf alles zurückgreifen, was sich in seinem Inventar befindet – vom Batarang bis zum Explosionsspray. Spannend, gewitzt und offen für unterschiedliche Herangehensweisen – so sieht ein toller Bossfight aus!

The Great Mighty Poo (Conker's Bad Fur Day)

Nein, das ist kein Verschreiber: Dieser legendäre Endboss aus dem ebenso legendären Anarchoklassiker "Conker's Bad Fur Day" von 2001 ist ein, nun ja, riesiger Kothaufen.  Der im Übrigen sehr gerne singt, am liebsten Arien. Das Maul kann man ihm nur mit Toilettenpapier-Rollen stopfen, die er in den weit aufgerissenen Schlund geworfen bekommt. Da helfen dann auch seine strahlend gelben Zähne nicht mehr, die – na klar – aus Maiskörnern bestehen. Achtung: Den unvermeidlichen Ohrwurm sollte man nicht zu laut auf der Straße singen.

Kronos (God of War III)

Das Wort "episch" ist mittlerweile so überstrapaziert, dass es fast jede Bedeutung verloren hat – außer bei "God of War". Sonys Göttergemetzel um den stets schlecht gelaunten Glatzkopf Kratos ist so abstrus bombastisch, dass man sich von der ersten Minute an in den Sitz gepresst fühlt. Höhepunkt der Saga ist vermutlich der Kampf gegen den Titanen Kronos in Teil 3, gegen den sich selbst der muskelbepackte Hühne Kratos ausnimmt wie ein winziger Floh. Selbstverständlich sackt auch der kilometerhohe Gigant am Ende des Bosskampfes leblos zusammen. Das ist nicht realistisch – das ist "God of War".

Das Riesen-Raumschiff (R-Type)

Die "R-Type"-Reihe begann 1987 in japanischen Spielhallen und gilt mittlerweile als eine der bekanntesten Shoot-em-up-Serien der Spielewelt. Das Weltraumgeballer wurde insbesondere für seinen hohen Schwierigkeitsgrad sowie das ausgefallen-eklige Bossdesign berühmt.  Vor allem die dritte Runde fordert alles von Nachwuchs-Piloten, denn sie besteht nur aus einem einzigen Endgegner: dem gigantischen, über mehrere Bildschirme reichenden Riesen-Raumschiff. Wer keine Nerven aus Stahl und blitzschnelle Reflexe hat, verliert seine Credits im Sekundentakt.

Jubileus (Bayonetta)

Eine weiß gekleidete Hexe rast mit einem Motorrad die Außenseite einer startenden Rakete empor und ballert aus vollen Rohren auf eine Armee aus Engeln – und das ist nur der Anfang! Das 2009 erschienene Actionspektakel "Bayonetta" kann man nicht beschreiben, man muss es erleben. Der finale Kampf gegen die Gottheit Jubileus ist so hemmungslos abgedreht und "over the top", dass selbst "God of War" dagegen wirkt wie ein zurückgenommenes Kammerspiel. Unser Tipp: Popcorn holen, Video anklicken und genießen – und bloß nicht darüber nachdenken!

Bob, der Killer-Goldfisch (Earthworm Jim)

Spiele, die lustig sein wollen, sind selten – Spiele, die tatsächlich lustig sind, noch seltener. 1994 hat es der skurrile Hüpf-Spaß "Earthworm Jim" locker geschafft, uns mit viel Spielwitz und Liebe zum Detail zu begeistern. Ganz besonders erinnerungswürdig ist das Zusammentreffen mit Bob, dem Killergoldfisch. Denn der tut – absolut gar nichts. Wie auch? Er ist ein Goldfisch. Regenwurm Jim stößt einfach sein Glas um und gewinnt den "Kampf".

Ornstein & Smough (Dark Souls)

Jeder einzelne Boss in "Dark Souls" ist ein erbarmungsloser Nervenkrieg. Aber wenn Drachentöter Ornstein und Henker Smough das erste Mal auf der Bildfläche erscheinen, brechen auch gestandene Kerle in hysterische Panikschreie aus. Schließlich ist es das erste Mal, dass wir gegen gleich zwei Endgegner gleichzeitig kämpfen müssen, was angesichts des haarsträubenden Schwierigkeitsgrads von "Dark Souls" wie ein sadistischer Scherz anmutet. Irgendwann ist auch diese Schlacht geschlagen – aber bis dahin dürften Ornstein & Smough für mehr zertrümmerte Pads verantwortlich sein als der letzte Ausfall von PSN und Xbox Live.