Windows 10: Die 14 wichtigsten Neuerungen im Überblick

Windows 10 wird zahlreiche Neuerungen bieten. Windows 10 wird zahlreiche Neuerungen bieten. (© 2015 Microsoft)

Mit Windows 10 möchte Microsoft eine neue Ära in Sachen Betriebssystem einleiten. Millionen Nutzer sollen die Software kostenlos als Update für Windows 7 und 8.1 bekommen. Doch welche Neuerungen bietet Windows 10 tatsächlich?

"Dieses Windows ist sehr anders", sagte Microsoft-Chef Satya Nadella Ende April bei der Vorstellung von Windows 10 im Rahmen der hauseigenen Entwicklerkonferenz Build. Tatsächlich sprechen die Features, die Microsoft bislang für seine neue Software-Plattform angekündigt hat, für ein deutlich weiterentwickeltes Betriebssystem. Sollte es den Entwicklern gelingen, die vollmundigen Versprechungen einzulösen, dann könnte Windows 10 in vielerlei Hinsicht einen echten Quantensprung bedeuten.

1. Das letzte Windows

Windows 10
Das letzte Windows: Windows 10. (© 2015 Microsoft)

Nach dem Release von Windows 10 soll es für eine sehr lange Zeit keine großen Veröffentlichungen von neuen Microsoft-Betriebssystemen mehr geben. Stattdessen möchte der Entwickler seine neue Software-Plattform langfristig mit neuen Updates und Upgrades versorgen und das System so auch nach dem Release kontinuierlich erneuern. Damit das auch in der Praxis gut funktioniert, besteht Windows 10 aus mehreren Modulen, die relativ unabhängig voneinander überarbeitet können, ohne dass dabei die Funktionalität des Systemkerns beeinträchtigt wird. Für Nutzer hat dies den Vorteil, dass sie für längere Zeit kein neues Betriebssystem mehr benötigen. Denn einmal installiert, sollen alle folgenden Updates für das Betriebssystem kostenlos sein.

2. Ein Programm für alle Plattformen

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Auch für Tablets soll Windows 10 zum Standard werden. (© 2015 TURN ON)

Bereits Windows 8 war dafür gedacht, gleichzeitig auf PCs, Tablets und Smartphones zu laufen. Doch in der Praxis wurde dieser Ansatz von Microsoft nur halbherzig verfolgt. Mit Windows 10 wird sich das nun ändern, denn das Betriebssystem wurde dafür konzipiert, auf möglichst vielen Geräten zu laufen. Anders als noch bei Windows 8 liegt das Hauptaugenmerk nicht allein auf die Benutzeroberfläche, sondern vor allem auch auf der technischen Verzahnung unter der Oberfläche. Das zeigt sich besonders bei der Kompatibilität von Apps und Programmen.

In der Praxis bedeutet dies, das PC-Programme, die für Windows 10 entwickelt werden, auch auf dem Smartphone lauffähig sein müssten – vorausgesetzt natürlich, das Gerät erfüllt die Hardware-Anforderungen. Dank der neuen Funktion Continuum sollen Apps dabei automatisch erkennen, auf welchem Gerät sie gerade gestartet werden und sowohl die Ansicht als auch das Steuerungskonzept (Touch-Bedienung oder Maus) dynamisch anpassen. Neu ist auch, dass sich Apps aus dem App Store mit Windows 10 endlich auch im Fenster-Modus öffnen lassen und sich in dieser Hinsicht nicht mehr von ganz normalen Desktop-Programmen unterscheiden.

3. Startbutton und Kachel-Menü

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Der neue Startbildschirm vereint Elemente aus Windows 7 und 8. (© 2015 Microsoft)

Zum Start von Windows 8 hatte vor allem die neue Kachel-Oberfläche für viel Aufregung gesorgt. Auch wenn sich der Wirbel letztlich als unbegründet herausgestellt hat, geht Microsoft nun einen Schritt zurück. Mit Windows 10 kehrt das klassische Startmenü zumindest im Ansatz zurückkehren. Doch ganz auf die mittlerweile etablierte Kachel-Optik verzichtet der Entwickler dabei nicht. So ist die neue transparente Arbeitsfläche im Startmenü faktisch ein Kompromiss zwischen der Kachel-Optik von Windows 8 und der guten alten Menüleiste von Windows 7. Auf Wunsch lässt sich das Menü wie schon in Windows 8 auch in einer bildschirmfüllenden Ansicht aufrufen. Mit dieser Design-Entscheidung hofft Microsoft auch, User, die bislang nur mit älteren Windows-Versionen gearbeitet haben, für das neue Betriebssystem begeistern zu können.

4. Android- und iOS-Apps sollen unter Windows 10 laufen

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iOS-Apps sollen unter Windows 10 laufen. (© 2015 CC: Flickr/Microsiervos Geek Crew)

Eine der spektakulärsten Neuerungen von Windows 10 ist die Unterstützung für Android- und iOS-Apps. Vorgestellt wurden dabei auf der Entwicklerkonferenz Build zwei Tools, mit denen Entwickler ihre iOS- oder Android-Programme ohne großen Aufwand für Windows 10 anpassen und diese im Windows Store veröffentlichen können. In der Theorie könnten Windows-Nutzer dadurch in Zukunft auch auf mobilen Geräten ein deutlich größeres App-Angebot bekommen als bisher – quasi das Beste aus Windows, Android und iOS zusammen. Ob sich die Strategie in der Praxis wie gewünscht auszahlen wird, muss sich jedoch erst noch zeigen.

5. Virtuelle Desktops

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Mit Windows 10 können mehrere Desktops parallel verwaltet werden. (© 2015 Microsoft)

Mit sogenannten virtuellen Desktops erhält Windows 10 eine Funktion, die bislang nur von der Linux-Plattform Ubuntu bekannt ist. Dabei lassen sich mehrere unterschiedliche Desktops aktivieren auf denen unterschiedliche Programme laufen. Über den neuen Button "Task-View" in der Taskleiste kann der Nutzer dann jederzeit zwischen diesen Oberflächen hin und her schalten und so unter anderem auch zwischen verschiedenen parallel laufenden Arbeitsprozessen wechseln.

6. Smartphone wird zum PC

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Smartphones mit Windows 10 sollen zu echten PCs werden. (© 2014 CC: Flickr/Karlis Dambrans)

Um auch Smartphone-User in Zukunft stärker für Windows zu begeistern, hat Microsoft bei Windows 10 ein ziemlich spektakuläres Feature in petto. Dank der bereits erwähnten Continuum-Funktion lassen sich Mobiltelefone mit Windows 10 nämlich zu vollwertigen PCs aufrüsten. Im Prinzip bedeutet das: Wer sich zu Hause keinen großen Desktop-Rechner mehr ins Arbeitszimmer stellen möchte, soll in Zukunft die Möglichkeit haben, sein Smartphone über HDMI und USB mit Monitor, Maus und Tastatur zu verbinden und das Gerät wie einen normalen Windows-PC zu nutzen. Ansicht und Steuerung der Apps und Programme werden dabei automatisch umgestellt.

7. Neuer Webbrowser Edge

Microsoft Edge
Der Browser Edge löst den Internet Explorer ab. (© 2015 YouTube/Windows)

Der traditionelle Webbrowser Internet Explorer gehört mit dem Umstieg auf Windows 10 der Vergangenheit an. An seine Stelle wird dann der neu entwickelte Browser Edge treten. Dieser soll zahlreiche Schwächen des Internet Explorer ausmerzen und neben mehr Schnelligkeit und Stabilität auch mehr Sicherheit beim Surfen bieten.

8. Programme lassen sich von Drittanbietern "modden"

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Programme wie Office sollen individuell erweiterbar sein. (© 2015 Microsoft)

Wichtige Standard-Programme wie Word, Outlook und Powerpoint sollen sich unter Windows 10 noch flexibler verwenden lassen als in der Vergangenheit. So möchte es Microsoft auch Drittanbietern ermöglichen, eigene Erweiterungen für die Software zu entwickeln. Auf diese Weise kann der Nutzer bestimmte Programme ganz nach den eigenen Bedürfnissen um neue Funktionen erweitern.

9. Die Sprachassistentin Cortana

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Der Name Cortana stammt von einer Figur aus dem Videospiel "Halo". (© 2015 YouTube/ calloftreyarch)

Inspiration für Cortana hat sich Microsoft ganz klar bei Apple geholt. Genau wie Siri dient das neue Windows-Tool als Sprachassistentin und sucht für den Nutzer nach Dateien und Informationen. Cortana soll sogar lernfähig sein und das Verhalten des Nutzers studieren, um bestimmte Arbeitsschritte noch schneller ausführen zu können. Dabei greift die Software unter anderem auf Kontaktdaten, Kalendereinträge und GPS-Informationen zurück und erinnert den Besitzer eines Gerätes zum Beispiel an anstehende Termine.

10. Xbox-Spiele auf dem PC

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Xbox-Spiele sollen sich in Zukunft auf PC, Tablet und Smartphone streamen lassen. (© 2015 Microsoft)

Mit Windows 10 sollen sich in Zukunft auch Spiele von der Xbox One auf den PC streamen und dort spielen lassen. Das Streaming erfolgt im Heimnetzwerk via LAN oder WLAN. Neben dem PC soll das Ganze übrigens auch mit Tablets und Smartphones funktionieren. Zudem kann der User über die Xbox-App auf sein Xbox-Live-Profil zugreifen und dort mit Freunden in Kontakt treten oder die eigenen Erfolge im Blick behalten.

11. Action Center für schnelle Systemsteuerung

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Das Action Center am rechten Bildrand erinnert an das Android Notification Center. (© 2015 Microsoft)

Die altbekannte Systemsteuerung wurde für Windows 10 kräftig umgekrempelt. So lassen sich wichtige Funktionen nun über das so genannte Action Center steuern, das am rechten Bildschirmrand geöffnet werden kann. Ähnlich wie im Notification Center von Android lassen sich hier einige wichtige Einstellungen wie WLAN, Bluetooth oder Bildschirmhelligkeit im Schnellverfahren umstellen. Die Systemsteuerung selbst trägt neuerdings den Namen "PC-Einstellungen" und wurde im Gegensatz zu Windows 8.1 bei der Bedienung deutlich vereinfacht.

12. Neuer Windows Store

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Der Windows Store wurde zum Start von Windows 10 überarbeitet. (© 2015 Microsoft)

Auch Microsofts eigener App-Store wird mit Windows 10 verbessert. Die wichtigste Neuerung sind dabei Universal-Apps. Diese sollen gleichermaßen auf PC, Tablet und Smartphone lauffähig sein. Gesonderte Apps für die einzelnen Gerätetypen soll es demnach in Zukunft nicht mehr geben. Allerdings müssen die Entwickler ihre Applikationen erst entsprechend anpassen, sodass es wohl noch ein wenig dauern wird, bis der Windows Store vor Universal-Apps wimmelt.

13. Windows Hello

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Windows Hello hilft beim entsperren des Computers. (© 2015 Microsoft)

Ähnlich wie bei der Kinect-Steuerung für die Xbox One bietet auch Windows 10 dem Nutzer die Möglichkeit, den Rechner per Gesichts- beziehungsweise Gesten-Erkennung zu entsperren. Das Eintippen eines Passworts könnte damit komplett entfallen.

14. Funktionen für Unternehmenskunden

Eine der wichtigsten Kundengruppen für Microsoft sind Unternehmen. Auch speziell für Firmen bietet Windows 10 deshalb einige wichtige Neuerungen. Unter anderem haben diese künftig die Möglichkeit, in Firmennetzwerken die Freigabe einzelner Programme und Applikationen auf den angeschlossenen Rechnern zentral zu regeln. Damit kann unter anderem gewährleistet werden, dass Mitarbeiter nur mit vertrauenswürdigen Programmen arbeiten und Malware von vornherein ausgesperrt bleibt. Auch Updates sollen sich flexibel steuern lassen, sodass Firmen in der Lage sein werden, Update-Prozesse ihrer Rechner zentral und gleichzeitig für einzelne Unternehmensbereiche individuell zu steuern. Zu guter Letzt soll sich mit Windows 10 auch der Kauf von Programmen und Volumenlizenzen für Rechner im Firmennetzwerk zentral steuern lassen.

Zusammenfassung

  1. Windows 10 soll dauerhaft mit neuen Updates weiterentwickelt werden
  2. Das neue Betriebssystem ist für alle Geräte gedacht und soll PC, Tablet und Smartphone stärker vernetzen als bisher
  3. Das neuen Startmenü kombiniert Elemente aus Windows 7 und 8
  4. Apps für iOS und Android sollen theoretisch auch unter Windows 10 laufen
  5. Der Nutzer bekommt die Möglichkeit, auf einem Gerät an verschiedenen Desktops zu arbeiten
  6. Smartphones mit Windows 10 sollen sich zu vollwertigen PCs aufrüsten lassen
  7. Der neue Webbrowser Edge wird den Internet Explorer ablösen
  8. Standard-Programme können von Drittanbietern erweitert werden
  9. Mit Cortana bekommt Windows eine eigene Sprachassistentin
  10. Xbox-Spiele lassen sich über Windows 10 auch am PC zocken
  11. Das Action Center vereinfacht die Systemsteuerung
  12. Ein neuer Windows Store bietet Universal-Apps für alle Gerätetypen
  13. Dank Windows Hello lassen sich Computer in Zukunft per Gesten-Erkennung entsperren
  14. Für Unternehmenskunden kommen umfangreiche Funktionen zur Netzwerksteuerung und Rechnerverwaltung hinzu