WLAN-Netz: 8 Tipps für mehr Reichweite und Geschwindigkeit

Mit diesen Tipps bekommst Du mehr Reichweite und Geschwindigkeit fürs WLAN-Netz. Mit diesen Tipps bekommst Du mehr Reichweite und Geschwindigkeit fürs WLAN-Netz. (© 2015 Devolo)

Die Heimvernetzung von PCs, Smartphones, Konsolen oder Smart TVs erfolgt immer öfter drahtlos per WLAN. Doch nicht immer ist das Netz optimal auf Reichweite und Geschwindigkeit ausgerichtet. Wir zeigen Dir acht Tipps, mit denen Du Dein Netzwerk optimieren kannst.

Ganz egal ob Laptop, Smartphone, Fernseher, Set-Top-Box oder HiFi-Anlage – immer mehr Geräte im Haushalt verfügen über ein WLAN-Modul und lassen sich drahtlos mit dem Internet und untereinander verbinden. Voraussetzung dafür ist natürlich ein WLAN-fähiger Router. Doch gerade in größeren Wohnungen oder in mehrstöckigen Einfamilienhäusern ist die Signalqualität oft nicht in allen Räumen optimal, sodass Übertragungen abreißen oder gar nicht erst zu Stande kommen. Zum Glück gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Geschwindigkeit und Reichweite eines WLAN-Netzwerkes zu erhöhen.

1. Den richtigen Router wählen

Der Router sollte die aktuellen WLAN-Standards beherrschen.
Der Router sollte die aktuellen WLAN-Standards beherrschen. (© 2015 AVM GmbH)

Wenn Du die Möglichkeit hast, Deinen Router selbst zu wählen, kannst Du bereits hier viel richtig beziehungsweise falsch machen. So sind im Handel derzeit Router erhältlich, die noch nach den veralteten Funkstandards 802.11b und 802.11g arbeiten. Als veraltet gelten sie, weil sie nur geringe Übertragungsraten bieten. Deutlich schneller geht es hingegen mit den neueren Übertragungsstandards 802.11n und 802.11ac. Für eine möglichst hohe Signalreichweite solltest Du Dich zudem nach einem Gerät mit schwenkbaren externen Antennen umschauen. Vor allem im oberen Preissegment werden Router angeboten, die mit bis zu drei drehbaren Antennen ausgestattet sind. Diese können so ausgerichtet werden, dass die Signale in verschiedene Richtungen abgestrahlt werden.

2. Den perfekten Standort wählen

Der Standort des Routers entscheidet über die Signalverbreitung.
Der Standort des Routers entscheidet über die Signalverbreitung. (© 2015 AVM GmbH)

In den meisten Haushalten steht der WLAN-Router aus rein praktischen Gründen direkt neben dem DSL- oder Kabelanschluss, immerhin vermeidet dies lästigen Kabelsalat. Doch längst nicht immer ist der Platz neben dem Anschluss auch der ideale Standort für optimalen Empfang. Nach Möglichkeit solltest Du den Router so platzieren, dass der Abstand zu den Empfangsgeräten möglichst gering ist. Möchtest Du das WLAN-Signal im gesamten Haus verwenden, sollte der Router möglichst zentral stehen. Doch auch auf Wände und Decken solltest Du achten. Diese schwächen das Signal stark ab. Je mehr Wände sich zwischen dem Router und dem Empfangsgerät befinden, desto schwächer wird daher automatisch das Signal. Besonders stark wird das WLAN-Signal übrigens durch metallische Flächen abgeschirmt. Auch darauf solltest Du bei der Platzierung des Routers acht geben.

3. Störquellen durch andere Geräte ausschließen

In der Nähe eines DECT-Telefons sollte der Router nicht gestellt werden.
In der Nähe eines DECT-Telefons sollte der Router nicht gestellt werden. (© 2015 CC: flickr/Philips Communications)

Neben Decken, Wänden und metallischen Flächen gibt es auch noch einige andere Störquellen, die das WLAN-Signal negativ beeinflussen können. Das gilt zum Beispiel für schnurlose DECT-Telefone, Mikrowellen, Bluetooth-Geräte oder Babyphones. Diese können unter Umständen ebenfalls Funkwellen im 2,4-Ghz-Frequenzbereich abstrahlen, den die meisten WLAN-Router verwenden. Bei der Platzierung des Routers solltest Du deshalb auch darauf achten, dass dieser nicht in unmittelbarer Nachbarschaft zu den genannten Geräten steht.

4. WLAN-Kanal manuell einrichten

Im Zweifel sollte der WLAN-Kanal manuell eingerichtet werden.
Im Zweifel sollte der WLAN-Kanal manuell eingerichtet werden. (© 2015 AVM GmbH)

Besonders wenn mehrere WLAN-Netze auf engem Raum bestehen, kann es vorkommen, dass sich diese gegenseitig stören. Beheben lässt sich dies durch die Wahl eines anderen Funkkanals. In vielen Routern ist es möglich, diesen manuell einzustellen. Für die Übertragung von WLAN-Signalen im 2,4-GHz-Band stehen theoretisch 13 Kanäle zur Verfügung. Allerdings überlappen sich nahe gelegene Kanäle teilweise, sodass es auch hier zu Störungen kommen kann. Auf der sicheren Seite bist Du deshalb nur, wenn Du einen Kanal wählst, der sich drei Kanäle über oder unter dem Kanal des anderen Routers befindet. Welche Kanäle dabei von anderen Routern belegt sind, verrät Dir das kostenlose Software-Tool inSSIDer Home für den PC. Nicht zu empfehlen ist eine Einstellung des Routers auf die Kanäle 9 oder 10, da diese häufig von Mikrowellen gestört werden.

5. Das 5-GHz-Band nutzen

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Das 5-GHz-Band ist weniger störanfällig. (© 2015 Devolo)

Neben dem 2,4-GHz-Frequenzband hat sich mittlerweile auch das 5-GHz-Band als Übertragungsraum für WLAN-Signale etabliert. Der Vorteil: Dieses Band wird aktuell noch deutlich weniger genutzt als das 2,4-GHz-Band, sodass es dort zu deutlich weniger Störungen kommt. Das 5-GHz-Band besitzt 19 Kanäle, zwischen denen es zu keinerlei Überlappungen kommt. Der Nachteil: Längst nicht jeder Router und jedes Endgerät unterstützt das 5-GHz-Band. Wenn Du vor hast, Dein Heimnetzwerk grundsätzlich auf dieses Frequenzband umzustellen, solltest Du deshalb genau darauf achten, welche Geräte Du besitzt und welche Du neu anschaffst. Für den Umstieg von 2,4 GHz auf 5 GHz empfiehlt sich daher am ehesten ein Dual-Band-Router. Dieser sendet auf Wunsch über beide Frequenzbänder, sodass auch Smartphones und PCs, die nur 2,4 GHz unterstützen, weiterhin genutzt werden können.

6. Externe Antennen anbringen und ausrichten

Je mehr Antennen, desto besser lässt sich das Signal verteilen.
Je mehr Antennen, desto besser lässt sich das Signal verteilen. (© 2015 Facebook/ Asus Republic of Gamers)

Falls Dein Router zwar über einen Antennenanschluss, jedoch nicht über eine externe Antenne verfügt, kannst Du diese nachrüsten. Dies kann das WLAN-Signal verstärken und so die Reichweite des Netzwerks erhöhen. Bei der Ausrichtung der Antenne sollte beachtet werden, dass diese ihre Signale stets im rechten Winkel vom Stab abstrahlt. Möchtest Du beispielsweise alle Räume einer Etage mit WLAN versorgen, sollte die Antenne nach Möglichkeit senkrecht nach oben zeigen. Willst Du das Signal hingegen auf mehrere Stockwerke verteilen, sollte die Antenne waagerecht ausgerichtet werden. Am geringsten ist die Sendeleistung übrigens immer in der Richtung, in welche die Spitze der Antenne zeigt.

Sollte der Router über drei externe Antennen verfügen, sollten diese so ausgerichtet werden, dass sie in alle Richtungen des Raumes zeigen. Bei der Ausrichtung kannst Du die Drei-Finger-Regel zu Hilfe nehmen. Dabei sollte der Daumen nach oben zeigen, der Zeigefinger nach vorn und der Mittelfinger zur Seite. Genau nach diesem Muster sollten auch die Stäbe der Antennen ausgerichtet werden. Es bringt übrigens keine Verbesserung der Sendeleistung, wenn alle Stäbe in die gleiche Richtung zeigen.

7. WLAN-Repeater verwenden

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Ein WLAN-Repeater erweitert das WLAN-Netz. (© 2015 Devolo)

Die wohl eleganteste Art, um die Reichweite eines WLAN-Netzes zu erhöhen, sind so genannte WLAN-Repeater. Wie der Name schon sagt, wiederholen diese ein vom Router ausgehendes WLAN-Signal und erhöhen so dessen Reichweite. Den Repeater steckst Du einfach in freie Steckdosen innerhalb der normalen WLAN-Reichweite. Im Idealfall lässt dieser sich dann verbinden, indem Du sowohl am Repeater als auch am Router eine extra dafür vorgesehene WPS-Taste drückst. Leider besitzen nicht alle Router eine WPS-Taste. In solchen Fällen bieten die Hersteller oft eine alternative Möglichkeit zur Verbindung zwischen Router und Repeater.

8. Zusätzlichen Router einsetzen

Nicht in jedem Fall musst Du in neue Hardware investieren, um die Reichweite des Drahtlosnetzwerks zu erhöhen. Wenn Du beispielsweise noch einen älteren WLAN-Router zu Hause hast, kannst Du unter Umständen auch diesen verwenden, um das Signal zu wiederholen. Oftmals bieten diese Router eine Repeater-Funktion und können so ganz offiziell die Rolle eines Repeaters im Heimnetzwerk übernehmen.

Zusammenfassung

  1. Der Router sollte aktuelle WLAN-Standards wie 802.11n oder 802.11ac unterstützen
  2.  Der Standort des Routers beeinflusst Signalstärke und -reichweite
  3.  Störquellen sollten sich nicht in der Nähe des Routers befinden
  4. Ein individuell gewählter WLAN-Kanal kann Störungen vermeiden
  5. Das 5-GHz-Band ist weniger Anfällig für Störungen
  6. Die Ausrichtung der externen Antennen entscheidet über die Signalverteilung
  7. Ein WLAN-Repeater erweitert den Empfangsraum
  8. Ein zweiter Router kann den Repeater ersetzen