Zeitraffer-Videos mit dem Smartphone aufnehmen

Mit iOS 8 führte Apple eine neue Kamerafunktion ein, die tolle Zeitraffer-Videos mit iPhone 6 und Co. erlaubt. Aber auch viele Android-Nutzer können direkt in der Kamera-App solche Filmchen drehen. Und wenn nicht – dann gibt es Drittanbieter-Apps dafür. Wir zeigen, wie das Time-Lapse-Feature funktioniert.

Mit dem Update auf iOS 8 spendierte Apple der standardmäßig installierten Kamera-App auf iPhones und iPads auch eine neue Funktion, die endlich das Aufnehmen von Zeitraffer-Videos erlaubt. Somit musst Du für die schicken Filmchen keine Third-Party-Apps wie Hyperlapse mehr verwenden.

Was sind eigentlich Zeitraffer-Aufnahmen?

Grundsätzlich funktionieren Zeitraffer-Videos so: Ein Film wird über einen längeren Zeitraum mit dem iPhone 6 aufgenommen, gleichzeitig wird die Bildfrequenz stark herabgesetzt. Geeignet für schöne Zeitraffer-Videos sind natürlich Motive, bei denen auch etwas passiert: belebte Hauptstraßen etwa, Sportveranstaltungen oder auch ein wolkenverhangener Himmel. Ein menschenleeres Getreidefeld hingegen wird durch Zeitraffer auch nicht wirklich spannender. Achtung: Während der Aufnahme sollte das iPhone 6 möglichst wenig bewegt werden, damit die Videos nicht verwackeln.

So werden Zeitraffer-Videos mit dem iPhone 6 aufgenommen

Grundsätzlich kann die neue Zeitraffer-Funktion auf allen Apple-Geräten mit Kamera benutzt werden, die auch iOS 8 unterstützen. Im Klartext heißt das: iPhone 4S oder später, iPad 2 oder später, iPad mini 1 oder später und iPod touch 5G. Wenn Du das neue Feature ausprobieren willst, musst Du also vorher das mobile Betriebssystem auf die neueste Version updaten. Die entsprechende Option findet sich im Menü "Einstellungen > Allgemein > Softwareaktualisierung".

Ist iOS 8 auf dem iPhone oder iPad installiert, kann es mit den Zeitraffer-Videos auch schon losgehen. Einfach die Kamera-App starten und in der Auswahl von "Foto" ganz nach links zu "Zeitraffer" wischen. Ein Tipp auf den roten Button startet dann die Aufnahme, ein erneuter Tipp beendet sie wieder. Übrigens: Egal wie lange Du mit dem iPhone 6 per Zeitraffer aufnimmst, am Ende entstehen stets Videos mit einer Länge von 20 bis 40 Sekunden. iOS 8 verringert nämlich automatisch die Anzahl der aufgenommenen Bilder, je länger die Aufnahme dauert.

Leider bietet der eingebaute Zeitraffer-Modus in der Kamera-App bislang noch keine weiteren Einstellungsmöglichkeiten wie das Ändern der Frame-Rate. Es ist aber durchaus möglich, dass dies irgendwann mit einem Update nachgeliefert wird. Wer mehr Konfigurationsmöglichkeiten will, greift zu Apps wie Hyperlapse oder Frameographer.

Die fertigen Videos werden übrigens in der Fotos-App von iOS 8 unter "Zeitraffer" abgelegt. Dort können die Clips erneut angesehen, geteilt oder auch wieder gelöscht werden. Im Vergleich zu normalen Videos sind die Zeitraffer-Clips etwas kleiner und nehmen daher nicht ganz so viel Speicherplatz weg. Trotzdem ist ein nur eine Sekunde langes Video bereits etwa 4 MB groß. Achtung: Die Videos brauchen zwar nicht viel internen Speicher, sind aber wahre Akku-Fresser. Vor der Aufnahme sollte das iPhone 6 daher voll aufgeladen sein oder aber während des Filmens an der Steckdose hängen. Am besten beachtest Du auch unsere Tipps für mehr Akkulaufzeit beim iPhone 6.

Android: Zeitraffer-Videos per Kamera-App anfertigen

Ähnlich funktioniert das Aufnehmen und Raffen von Videos auch bei vielen Android-Modellen. Das Samsung Galaxy S5 mit der aktuellsten OS-Version etwa verfügt über eine solche Funktion. Um Zeitraffer-Filmchen zu drehen, starte einfach die Kamera-App und rufe die Einstellungen auf. Unter dem Menüpunkt "Aufnahmemodus" hast Du die Wahl zwischen "Normal", "MMS", "Zeitlupe", "Ruckelfreie Bewegung" und eben auch "Zeitraffer". Bestätigst Du den Zeitraffer-Modus durch Antippen, kannst Du noch auswählen, ob das Video am Ende zweimal, viermal oder achtmal so schnell abgespielt werden soll wie das Ausgangsmaterial.

Zeitraffer
Der Zeitraffer-Modus beim Galaxy S6 ist unter "Aufnahmemodus" zu finden. (© 2015 TURN ON)
Zeitraffer
Dort finden sich noch andere Videofunktionen. (© 2015 TURN ON)
Zeitraffer
Werksseitig sind Videos mit 2-, 4- und 8-facher Geschwindigkeit möglich. (© 2015 TURN ON)

Kein Zeitraffer-Modus? Diese Apps helfen

Doch nicht jedes Android-Modell verfügt über eine solche Funktion. Bringt Dein Smartphone keinen Zeitraffer-Modus in der Kamera-App mit, kannst Du dennoch geraffte Videos aufnehmen. Dafür ist dann allerdings eine Drittanbieter-App nötig. Viele Einstellungsmöglichkeiten bietet etwa die App Lapse It, die bei Google Play in einer Gratisversion und in einer 1,99 Euro teuren Pro-Variante zum Download bereit steht. Mit ihr lassen sich auf einfache Art und Weise Zeitraffer-Videos drehen, gleichzeitig kannst Du vergleichsweise viele Parameter selbst bestimmen. Die fertigen Videos können direkt aus der App in sozialen Netzwerken geteilt werden. Allerdings erlaubt die Gratisversion nur Filmen in maximal 480p. Wer eine höhere Auflösung wünscht, muss einmalig in die Pro-Version investieren.

Die besten Tipps für gute Zeitraffer-Videos

Um tolle Zeitraffer-Videos aufzunehmen, solltest Du einige grundsätzliche Tipps beherzigen. Halte das Smartphone möglichst ruhig, um gute Ergebnisse zu erzielen. Am besten sollte das Handy irgendwo stehen oder sogar mit einem Stativ fixiert werden. Das verhindert einerseits verwackelte Zeitraffer-Videos und schont andererseits Deinen Arm, wenn Du einen Clip aus 20 Minuten Ausgangsmaterial erstellen willst.

Besonders schöne Zeitraffer-Videos entstehen, wenn Du den Kontrast von Bewegung und Stillstand aufnimmst. Suche Dir daher am besten einen Ort, an dem viel Bewegung auf stillstehende Objekte trifft – beispielsweise eine große Straßenkreuzung oder ein Museum. Alternativ kannst Du auch Bewegungen mit dem Smartphone selbst aufnehmen, etwa die Fahrt mit einem Auto oder Zug. Das Gerät sollte dabei allerdings befestigt werden.

Ebenfalls spannend sind Zeitraffer-Videos von Gegenständen, Gebäuden oder Szenerien, die sich nur sehr langsam verändern. Ein vielleicht etwas langweiliger 30-minütiger Sonnenuntergang wird so zu einem tollen 30-sekündigen Naturereignis.

Zusammenfassung

  1. Seit dem Update auf iOS 8 hat die standardmäßige Kamera-App von Apple auch einen Zeitraffer-Modus
  2. Zeitraffer-Videos können nur mit iOS 8-kompatiblen Geräten gemacht werden
  3. Der Zeitraffer-Modus findet sich in der Kamera-Navigation ganz links
  4. iOS 8 reguliert die Frame-Rate selbstständig – diese ist von der Gesamtlänge der Aufnahme abhängig
  5. Zeitraffer-Videos verbrauchen nicht viel Speicherplatz, sind allerdings wahre Akku-Fresser
  6. Auch viele Android-Smartphones verfügen über eine entsprechende Funktion in der Kamera-App
  7. Ist dies nicht der Fall, kannst Du Zeitraffer-Videos auch mit einer Drittanbieter-App anfertigen
  8. Besonders spannende Time-Lapse-Videos enstehen bei einem deutlichen Kontrast von Bewegung und stillstehenden Objekten