Zoomobjektiv oder Festbrennweite? Die Vor- und Nachteile

Zoomobjektive sind flexibler einsetzbar als Optiken mit Festbrennweite. Zoomobjektive sind flexibler einsetzbar als Optiken mit Festbrennweite. (© 2015 Nikon)

Beim Kauf einer digitalen Spiegelreflexkamera kannst Du Dich zwischen einem Zoomobjektiv und einem Objektiv mit Festbrennweite entscheiden. Wir verraten Dir Stärken und Schwächen der beiden Arten von Optiken.

Zoomobjektive unterscheiden sich von den Objektiven mit einer Festbrennweite durch ihren variablen Brennweitenbereich. Sie bieten mehrere flexibel einstellbare Brennweiten, mit deren Hilfe Du an weit entfernte Motive heranzoomen kannst. Bei einem Objektiv mit Festbrennweite bist Du hingegen auf eine Brennweite und damit auf einen unveränderbaren Aufnahmewinkel festgelegt. Den Bildausschnitt kannst Du hier nur verändern, indem Du Dich Deinem Motiv näherst oder Dich von ihm entfernst. Doch auch diese begrenzte Flexibilität birgt einige Vorzüge.

Vor- und Nachteile von Objektiven mit Festbrennweite

Canon Objektiv Festbrennweite
Zum Beispiel für Makroaufnahmen bietet sich ein Objektiv mit Festbrennweite an. (© 2015 CC: Flickr/Markus Grossalber)

Was auf den ersten Blick etwas mühsam erscheint, bietet auf den zweiten Blick einige Vorteile. Denn: Mit einer fest eingestellten Brennweite musst Du Dich perfekt positionieren, um gute Bilder zu schießen. Dafür musst Du Dich intensiv mit dem geeigneten Standort, der richtigen Distanz und dem optimalen Winkel zum Motiv auseinandersetzen. So schulst Du Deinen Blick und entwickelst ein Gefühl für die richtige Entfernung zum Motiv.

In einem Objektiv mit Festbrennweite sind die Linsen fest verbaut. Anders als ein Zoomobjektiv benötigt es keine aufwendige Technik, um die Linsen innerhalb des Objektivgehäuses zu verschieben und so die Brennweite zu verändern. Das steigert die Qualität – insbesondere die Schärfe – der Fotos. Da in Festbrennweitenobjektiven weniger Material verbaut ist als in Zoomobjektiven, bringen diese in der Regel auch weniger Gewicht mit. Weiterer Pluspunkt für die Festbrennweite: Dank ihrer hohen Lichtstärke kommt sie auch mit schlechten Lichtverhältnissen gut zurecht.

Zu den Nachteilen des Objektivs mit Festbrennweite zählen die fehlende Flexibilität und der größere Zeitaufwand, um den richtigen Aufnahmewinkel zu finden. Bei unkontrollierbaren und bewegten Motiven kann dieser Zeitaufwand ein Einfangen des Motivs verhindern oder dafür sorgen, dass der optimale Zeitpunkt für den Shot ungenutzt vorüberzieht.

Vor- und Nachteile von Zoomobjektiven

Zoomobjektiv
Zoomobjektive sind hingegen Allround-Talente. (© 2015 CC: Flickr/Christopher L.)

Musst Du in kurzer Zeit zwischen verschiedenen Brennweiten wechseln, ist der Einsatz eines Objektivs mit Festbrennweite ungeeignet. Hier spielt das Zoomobjektiv seine Stärken aus. Mit diesem kannst Du auf Knopfdruck oder durch das Drehen des Zoomrings das Motiv in Sekundenschnelle näher heranholen und groß in einem kleinen Bildausschnitt abbilden. Dasselbe gilt für Motive, die außerhalb der Reichweite des Fotografen liegen, wie Felsen im Meer oder dem Boxenstopp beim Formel-1-Rennen.

Zusammenfassung

  • Zoomobjektive bieten einen variablen Brennweitenbereich
  • Objektive mit Festbrennweite bieten nur eine Brennweite
  • Den Bildausschnitt eines Objektivs mit Festbrennweite kannst Du nur verändern, indem Du Dich Deinem Motiv näherst oder Dich von ihm entfernst – das schult Deinen Blick
  • Objektive mit Festbrennweite liefern eine bessere Bildqualität
  • Zudem sind sie lichtstärker als Zoomobjektive
  • Objektive mit Festbrennweite wiegen weniger als Zoomobjektive
  • Allerdings sind sie unflexibel und verursachen einen größeren Zeitaufwand beim Positionieren
  • Zoomobjektive bieten einen variablen Bildausschnitt
  • Sie können auch weit entfernte Motive problemlos und in Sekundenschnelle heranholen