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Bald auf dem Fitness-Tracker? Neuer Schweißsensor misst Stress-Level

In der Gesundheits- und Sportüberwachung haben Schweiß-Tracker großes Potenzial. US-Wissenschaftler von der Caltech haben nun einen tragbaren Schweiß-Sensor entwickelt, der das Stresslevel im Körper genau messen kann.

Der Sensor besteht aus Graphen, einem sehr dünnen Material. Er soll den Cortisolspiegel im Körper messen. Dieses Hormon wird bei Stress ausgeschüttet und kann im Schweiß nachgewiesen werden. Konkret enthält der folienartige Sensor kleine "Poren", in denen sich der produzierte Schweiß sammeln kann. Klebt man den Sensor auf die Haut und er erkennt eine hohe Menge Cortisol, kommt es zu einer elektrochemischen Reaktion. Es dauert ungefähr drei Minuten, bis die Information dann auf den Computer oder das Smartphone übertragen wird.

Was Schweiß über den Menschen verrät

Schweiß liefert viele Informationen über Dehydrierung, Stress, Muskelkrämpfe, einen hohen Cholesterinspiegel, Depressionen und sogar über den Blutzuckerspiegel. Die Messung des Cortisolspiegels ist für viele Forscher besonders interessant. Denn ist dieser lange Zeit zu hoch, kommt es zu Bluthochdruck, Schlafstörungen, Typ-2-Diabetes und mehr. Deshalb ist es wichtig, den Stresspegel im Blick zu haben.

Caltech Sensorfullscreen
Der Sensor der Caltech-Forscher besteht aus einem dünnen und hautfreundlichem Material.

Es gibt bereits Fitnesstracker und Smartwatches, die Stress anhand der Herzfrequenz messen wollen. Diese Methode ist jedoch ungenau. Es ist grundsätzlich möglich, Cortisol im Blut nachzuweisen, wobei Wissenschaftler auch diese Vorgehensweise zu invasiv finden. Schon bei der Blutabnahme würde das Stresshormon ausgeschüttet werden und das Ergebnis so verfälschen.

Eine Technologie mit Zukunft?

Der Schweiß-Sensor der Caltech-Forscher arbeitet in Echtzeit und ist massenproduzierbar. Er ist außerdem kostengünstig und nicht invasiv. In Zukunft könnte das Produkt also zur Gesundheitsüberwachung auf den Markt kommen und auch andere Forscher arbeiten auf diesem Gebiet.

Die Wissenschaftler der Northwestern Universität stehen mit ihrem Sensor sogar schon kurz vor dem Verkaufsstart, obwohl sich ihr Produkt auf die Stress-Überwachung während des Sports fokussiert. Schweiß-Tracker gelten als ein Forschungsprojekt mit viel Potenzial. Bereits im April 2017 machten Meldungen die Runde, dass Wissenschaftler der Stanford University und der UC Berkeley ein Wearable entwickelt haben, das über Schweißanalyse Krankheiten diagnostizieren kann.

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