Dolmetscher fürs Kinderzimmer: App "übersetzt" Schreie von Babys

Ratlos? Die App ChatterBaby soll künftig beim Übersetzen von Babyschreien helfen.
Ratlos? Die App ChatterBaby soll künftig beim Übersetzen von Babyschreien helfen. (©Westend61/GettyImages 2018)
Daniela Li Träumt von der "Walker Stalker Cruise" – oder einem Urlaub in Hauros wandelndem Schloss.

Baby, warum weinst Du bloß? Alle Eltern, die sich diese Frage schon einmal gestellt haben, können in Zukunft auf Hilfe durch eine neue App hoffen. ChatterBaby heißt die Anwendung, die zum Dolmetscher im Kinderzimmer avancieren – und Schreie mit einer Genauigkeit von bis zu 90 Prozent identifizieren können soll.

Hat es Hunger oder tut ihm etwas weh? Oder ist mein Baby vielleicht auch einfach "nur" quengelig? Mussten Eltern sich zur Beantwortung dieser Frage bisher auf ihre eigenen Erfahrungen verlassen – oder auf gut Glück alle Varianten durchprobieren – soll eine neue App von Entwicklern der University of California das Ganze in Zukunft vereinfachen. Indem sie dank künstlicher Intelligenz eine Wahrscheinlichkeitsanalyse vorlegt.

App greift auf 2.000 Audiodateien zurück

Damit das funktioniert, fütterten die Entwickler den Algorithmus ihrer App zunächst mit rund 2.000 Audiodateien von unterschiedlichen Babyschreien. Per Computer wurden der Anwendung dann die Unterschiede zwischen Schmerz-, Hunger- und Quengel-Weinen beigebracht.

"Nur Schreie, die unzweifelhaft zugeordnet werden konnten, wurden genutzt, um unseren Algorithmus zu trainieren und er verändert und verbessert sich laufend", erklärt Ariana Anderson, Assistenzprofessorin an der University of California und Leiterin des Projekts gegenüber Digital Trends.

ChatterBaby erkennt Schmerzweinen mit 90 Prozent Genauigkeit

"Wir haben akustische Eigenschaften benutzt, um einen lernfähigen Algorithmus darauf zu trainieren, die wahrscheinlichste Ursache für Babyweinen zu erkennen. Mit unseren Beispielen hat der Algorithmus eine 90-prozentige Genauigkeit, wenn es um Schmerzweinen geht, und insgesamt eine mehr als 70-prozentige Trefferquote", so Anderson.

Zugegeben, für Eltern, die bereits über etwas Erfahrung im Umgang mit Babys verfügen, mag diese Trefferquote kaum besser als die eigene Intuition klingen. Doch gerade frischgebackene Eltern können von der kostenlosen iOS- und Android-App ChatterBaby profitieren. Und Eltern, die vielleicht besondere Bedürfnisse im Umgang mit ihren Babys haben.

Anwendung soll tauben Eltern helfen

So könnten vor allem taube Eltern oder Eltern mit einem eingeschränkten Gehör von ChatterBaby profitieren, indem die App sie über das Weinen ihres Babys und die voraussichtliche Ursache dafür informiert. Auch in der Früherkennung von Autismus könnte die App hilfreich sein.

"Wir glauben, dass die Stimme eines Babys einer von vielen Risikofaktoren sein kann [...]", zitiert das Portal die Wissenschaftlerin. "Indem wir frischgebackenen Eltern den kostenlosen Service unserer App anbieten, können wir eine Verbindung aufbauen und unsere Fähigkeit, Risikofaktoren für Autismus zu identifizieren, verbessern."

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