Schluss mit Brille – dank Nanotechnologie in Augentropfen

Futuristische Augentropfen sollen Nutzer von ihrer Brille befreien.
Futuristische Augentropfen sollen Nutzer von ihrer Brille befreien. (©chombosan/AdobeStock 2018)
Daniela Li Träumt von der "Walker Stalker Cruise" – oder einem Urlaub in Hauros wandelndem Schloss.

Nicht jeder, der eine Brille trägt, ist auch (immer) glücklich mit seinem (Zwangs-)Accessoire. Hilfe soll jetzt in Form ganz besonderer Augentropfen winken. Die versprechen, Fehlsichtigkeit dank Hightech-Inhaltsstoffen reduzieren zu können – und klingen, als wären sie einem Science-Fiction-Film entsprungen.

Erfunden hat die sogenannten Nanodrops ein Team von Wissenschaftlern des Shaare Zedek Medical Center und der Bar-Ilan Universität in Israel rund um Professor Zeev Zalevsky. Die Augentropfen versprechen eine bessere Sicht für kurz- und weitsichtige Brillenträger.

Machen Nanodrops die Brille obsolet?

Nimmt man es genau, sind drei Schritte nötig, um mit den Nanodrops die eigene Sehfähigkeit verbessern zu können. Zuerst misst eine App die Brechkraft des Auges. Von den Ergebnissen ausgehend wird ein Lasermuster erzeugt und auf die Hornhaut des Auges übertragen. Im letzten Schritt müssen sich Nutzer nur noch die speziellen Augentropfen verabreichen und sollen dadurch deutlich besser sehen können, verspricht Prof. Zalevsky im Gespräch mit Digital Trends.

"Die Nanopartikel der Augentropfen setzen sich in das abgetragene Muster auf der Oberfläche der Hornhaut", zitiert das Portal den Wissenschaftler. "Sie verändern den Brechungsindex in diesen Mustern und korrigieren so den Sehfehler des Nutzers." Was den Vorgang aber besonders attraktiv macht: Er kann Zalevsky zufolge ganz einfach zu Hause und ohne medizinische Aufsicht durchgeführt werden.

Augentropfen sorgen für bessere Sicht – aber nur vorübergehend

Auch soll die neue Prozedur deutlich sanfter zum Auge sein, als herkömmliche Laserbehandlungen. Wie Zalevsky weiter betont, wird bei der Behandlung mit Nanodrops nur eine kleine Schicht an der Oberfläche der Hornhaut bearbeitet, wohingegen bei der aktuell gängigen Laserbehandlung meist große Schichten abgetragen werden.

Der einzige Nachteil: Gerade weil die Behandlung weniger invasiv ist, sind die Ergebnisse nicht von Dauer. Die Hornhaut heilt sich vielmehr selbst und sorgt dafür, dass die verbesserte Sicht wieder schwindet. Um weiter von den Erfolgen profitieren zu können, müssen Nutzer die Behandlung daher alle ein bis zwei Monate wiederholen.

Noch ist das Ganze Zukunftsmusik

Bisher sind die Nanodrops noch nicht für den Einsatz am Menschen bereit. Professor Zalevsky und sein Team haben bisher nur Tests an Schweineaugen durchgeführt. Klinische Tests an "echten" Patienten sollen noch im Laufe dieses Jahres folgen und bis in zwei Jahren hoffen die Wissenschaftler Zalevsky zufolge, die Augentropfen zur Marktreife bringen zu können.

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