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"Smart Grid": Wie smarte Technologie beim Stromsparen hilft

Smart Grid – was ist das eigentlich?
Smart Grid – was ist das eigentlich?

Was bedeuten eigentlich "Smart Grid" und "Smart Grid Ready"? Was sind "Smart Meter"? Und noch wichtiger: Was hat all das mit Dir zu tun? Wir haben uns die Technologie hinter diesen Begriffen näher angesehen und erklären Dir, wie sie Dir beim Stromsparen helfen kann.

Einfach erklärt: Was ist Smart Grid eigentlich?

Laut offizieller EU-Definition sind Smart Grids "Stromnetzwerke, die in der Lage sind, Energieflüsse zu überwachen und sich eigenständig an Veränderungen bei Versorgung und Nachfrage anzupassen". So soll auch bei steigendem Anteil an Ökostrom ein stabiles Stromnetzwerk gewährleistet sowie Überlastungen und Ausfällen vorgebeugt werden. Denn: Die natürlichen Stromquellen können keinen exakt gleichbleibenden Energiefluss garantieren. Das aber war zumindest bisher nötig, damit das Stromnetz nicht zusammenbricht.

Für die Funktionsweise heißt das konkret: Erkennt das Smart Grid, dass mehr Strom produziert als benötigt wird, lassen sich einzelne Erzeugeranlagen – etwa Windräder oder Solaranlagen – gezielt drosseln. Zusätzlich kann das Smart Grid mithilfe der sogenannten Smart Meter (dazu später mehr) einen höheren Energieverbrauch durch die Endabnehmer forcieren, um den Überschuss abzubauen. Der Vorteil für Dich als Verbraucher: Du kommst zu diesen Stoßzeiten in den Genuss von besonders günstigem Strom. Denn ist das Angebot größer als die Nachfrage, sinkt der Preis.

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Mithilfe des Smart Grids lassen sich erneuerbare Energien effizienter nutzen und sicher ins Stromnetz integrieren.

Zugleich können Stromversorger bei den erneuerbaren Energien flexibler auf äußere Einflüsse reagieren. Ist etwa starker Wind gemeldet, lassen sich mehr Windräder aktivieren, der überschüssig produzierte Strom kann für später gespeichert werden. Das Gleiche gilt für Solaranlagen. Spielen dann die natürlichen Energielieferanten einmal nicht mit, kann auf den gespeicherten Strom zurückgegriffen werden. Die Technologie des Smart Grids hilft somit, Angebot und Nachfrage optimal aufeinander abzustimmen – und zwar in Echtzeit. Nur so bleibt das Stromnetz stabil.

Auch private Energieerzeuger, also Privathaushalte mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach, lassen sich bei einem Smart Grid einfach in die übergreifende Stromversorgung integrieren.

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Smart Grid: Auch private Solaranlagen lassen sich leicht ins Stromnetz integrieren.

Smart Grid in Deutschland: Die Anfänge sind gemacht

Damit das Konzept des Smart Grids funktioniert, sind intelligente Strommesssysteme nötig. Die auch Smart Meter genannten Geräte messen den aktuellen Stromverbrauch und kommunizieren ihn auf Wunsch in Echtzeit. Die Übertragung erfolgt sowohl über ein Display an den Verbraucher als auch via Internet, Stromleitung und andere Kommunikationswege an die übergeordneten Steuereinheiten der Stromversorger. So helfen die smarten Zähler ebenfalls, Angebot und Nachfrage im Stromnetz aufeinander abzustimmen.

Das 2016 in Kraft getretene "Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende" sieht vor, dass Verbraucher ab 6.000 Kilowattstunden Stromverbrauch pro Jahr verpflichtet sind, ein intelligentes Messsystem einzubauen. Und zwar, soweit es technisch machbar und wirtschaftlich vertretbar ist (§ 29, Absatz 1). Bis 2032 sollen sämtliche Haushalte in Deutschland mit Smart Metern ausgerüstet sein. Smart Meter sind beziehungsweise werden also Pflicht – für so ziemlich jeden und auf eigene Kosten, wie jüngst die Verbraucherzentrale unterstrichen hat.

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Dank Smart Meter kannst Du Deinen Stromverbrauch auf Wunsch in Echtzeit aufs Komma genau einsehen.

Obwohl Du als Nutzer zunächst in Vorleistung gehen musst, macht sich der Umstieg auf einen intelligenten Stromzähler auf lange Sicht bezahlt: Das Gerät ermöglicht Dir eine gezielte Überwachung Deines Energieverbrauchs und sorgt für genauere Abrechnungen. Und den Netzbetreibern hilft es, ein stabiles Stromnetz zu gewährleisten.

Smart Meter sind zudem Voraussetzung dafür, dass intelligente Haushaltsgeräte auf die bereits erwähnten Schwankungen beim Strompreis reagieren oder auf die Reserven der eigenen Photovoltaikanlage ausweichen können. Das erspart Dir etliche Euro auf der Stromrechnung und der Umwelt schädliches CO2.

Was bedeutet "Smart Grid Ready"?

Geräte, die das Label "Smart Grid Ready" oder auch "SG Ready" tragen, können mit den intelligenten Stromzählern kommunizieren. Sie sind in der Lage, von den günstigen Strompreisen zu bestimmten Uhrzeiten zu profitieren. Teilt das Smart Meter beispielsweise Deiner Waschmaschine mit, dass der Strom gerade besonders günstig ist, kann sich das – bereits befüllte und vorbereitete – Haushaltsgerät eigenständig einschalten und die Wäsche zum besonders preiswerten Tarif waschen.

Aktuell sind vor allem Wärmepumpen verschiedener Hersteller wie AEG und Bosch mit dem Smart Grid kompatibel und somit Smart Grid Ready. Besteht ein Überschuss an Energie im intelligenten Stromnetz, speichern die smarten Wärmepumpen diese als Wärme – selbst dann, wenn gerade kein Heizbedarf besteht. Später kannst Du die zum günstigen Strompreis erzeugte Wärme zum Heizen verwenden, ohne auf das Stromnetz zurückgreifen zu müssen.

Auch bei den Haushaltsgeräten tut sich etwas. LG beispielsweise verkündete bereits 2011 die Einführung seiner ersten Smart-Grid-Ready-Kühlschränke der THINQ-Reihe. Miele hat ebenfalls diverse Haushaltsgeräte im Programm, die mit dem intelligenten Stromnetz kompatibel sind, wie das Unternehmen schon 2014 erklärte. Die anderen großen Anbieter ziehen natürlich nach, in den kommenden Jahren dürften die meisten (Haushalts-)Geräte nach und nach Smart-Grid-Ready werden – und somit in der Lage sein, aktiv Stromkosten zu sparen und durch einen sinkenden CO2-Ausstoß die Umwelt zu schonen.

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LG ist nicht der einzige Anbieter, der zunehmend Smart-Grid-Ready-Geräte ins Sortiment aufnimmt.

Zusammenfassung

  • "Smart Grid" bedeutet "intelligentes Stromnetz" und steht für ein Netz, dass intelligent, eigenständig und in Echtzeit auf Veränderungen bei Versorgung und Nachfrage reagieren kann.
  • Das Smart Grid hilft, auch bei steigendem Anteil an Ökostrom ein stabiles Stromnetz zu gewährleisten.
  • "Smart Meter" sind intelligente Stromzähler. Die Geräte sind nötig, damit das Smart Grid funktioniert, und sind/werden bald Pflicht für die meisten Haushalte.
  • Smart Meter messen den Stromverbrauch auf Wunsch in Echtzeit und kommunizieren ihn an Dich und den Stromversorger.
  • Intelligente Stromzähler sind die Voraussetzung dafür, dass smarte Haushaltsgeräte von günstigen Strompreisen profitieren können.
  • "Smart Grid Ready" bezeichnet Geräte, die mit dem intelligenten Stromnetz und Smart Metern kompatibel sind.
  • Smart Grid, Smart Meter und Smart-Grid-Ready-Geräte helfen im Zusammenspiel, erneuerbare Energien effizient zu nutzen und gleichzeitig ein stabiles Stromnetz zu sichern.
  • Durch die intelligente Nutzung kannst Du Deine Stromkosten senken und die Umwelt durch einen niedrigeren CO2-Ausstoß schonen.
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