Technik zum Schlucken: Elektro-Pille spürt Krankheiten im Bauch auf

Daniela Li Träumt von der "Walker Stalker Cruise" – oder einem Urlaub in Hauros wandelndem Schloss.

Es klingt absolut nach Science-Fiction-Film: Einer Gruppe von Wissenschaftlern ist es gerade gelungen, eine elektronische Pille zu entwickeln, die in Deinem Magen-Darm-Trakt nach Krankheitszeichen Ausschau hält. Ihre Ergebnisse liefert die kleine Erfindung dann ganz praktisch direkt aufs Smartphone.

Ersetzt zukünftig eine elektronische Pille invasive Diagnosemethoden wie die Biopsie? Das zumindest ist das Ziel, das eine Gruppe Wissenschaftler des amerikanischen Forschungsinstituts MIT mit ihrer neuen Erfindung verfolgt. Zunächst kann die kleine Pille der Entwickler Blut im Magen-Darm-Trakt aufspüren, doch die Einsatzmöglichkeiten sollen noch viel breitgefächerter sein.

Elektro-Pille erkennt Blut im Magen-Darm-Trakt

"Wir haben einen neuartigen schluckbaren Sensor entwickelt, indem wir lebende bakterielle Sensorzellen zusammen mit Ausleseelektronik in eine kleine Kapsel verpackt haben", erläutert Mitentwickler Phillip Nadeau gegenüber Digital Trends. Diese Zellen seien genetisch so verändert worden, dass sie zu leuchten beginnen, wenn sie Häm-Moleküle registrieren, die etwa auf eine Magenblutung hindeuten.

Das Leuchten wird den Wissenschaftlern zufolge von den in der Pille verbauten Sensoren erkannt und an einen Transmitter wie etwa das Smartphone des Patienten übertragen. Dabei hängt die Helligkeit des von den Zellen erzeugten Leuchtens unmittelbar mit der Menge an Häm-Molekülen zusammen, die die Zellen im Magen-Darm-Trakt feststellen. Und je heller das Leuchten, desto stärker die Signale, die die Elektro-Pille überträgt.

Auch für viele andere Krankheiten geeignet

Während allein dieser Aspekt der Elektro-Pille bereits ziemlich beeindruckend ist, sind die Möglichkeiten des neuen Sensors den Wissenschaftlern zufolge damit noch längst nicht ausgeschöpft.

"Es ist absolut denkbar, Bakterien so zu verändern, dass sie alles Mögliche aufspüren, und in Reaktion darauf Licht produzieren", stellt Co-Entwickler Mark Mimee in der offiziellen Pressemitteilung des MIT klar. "Jeder, der versucht, Bakterien herzustellen, die auf krankheitsverbundene Moleküle reagieren, könnte sie [in unsere Pille] einfügen und wäre sofort bereit, loszulegen." Auch mehrere unterschiedliche Sensor-Bakterien könnten in einer Pille kombiniert werden und so gleichzeitig unterschiedliche Krankheiten erkennen.

Bisher befindet sich die elektronische Pille noch im Entwicklungsstadium und wurde noch nicht am Menschen getestet. Doch die Wissenschaftler sind zuversichtlich, in nicht allzu ferner Zukunft die Diagnostik von Magen-Darm-Trakt-Erkrankungen revolutionieren zu können.

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