TURN ON Innovation: InstaDreamer lässt Dich Deine Träume steuern

Der InstaDreamer soll seinem Träger süße Träume bescheren.
Der InstaDreamer soll seinem Träger süße Träume bescheren. (©Facebook/InstaDreamer 2018)
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Träume sind etwas, das uns nur allzu leicht entgleitet. Doch wenn es einem möglich wäre, sie zu steuern, könnte man während des Schlafes an entfernte Destinationen reisen, ungeahnte Abenteuer erleben oder sogar fliegen. Mit dem Armband InstaDreamer soll das bald Realität werden.

Dank klassischer Konditionierung über Vibration sorgt das Gerät, das derzeit auf Kickstarter beworben wird, des Nachts für Klarträume, die der Schlafende selber ganz nach Wunsch lenken kann.

Pawlowsche Konditionierung im Einsatz

Schlaf-Gadgets, die einem solche Träume ermöglichen sollen, gibt es inzwischen einige, doch sie nutzen wie Neuroon Open zu diesem Zweck meist Licht- oder Audioimpulse. Diese behindern aber laut dem Schweizer Hersteller von InstaDreamer eher den Schlaf. Dieser setzt mit seiner VibraSmart-Technologie stattdessen auf Vibration und verzichtet damit auf eine Schlafmaske mit Verkabelung oder ähnlichem.

Das unauffällige Armband, das optisch an einen Fitness-Tracker erinnert, nutzt die Pawlowsche Konditionierung, um dem Gehirn anzutrainieren zu bemerken, wenn es träumt. Diese klassische Konditionierung, die nach dem russischen Mediziner und Physiologen Iwan Petrowitsch Pawlow benannt wurde, soll durch ein sich wiederholendes Training eine Reflexantwort auslösen.

Dank Vibration zum Klartraum

Dazu gibt InstaDreamer über den Tag und die Nacht versetzt dezente Vibrationen am Handgelenk ab. Immer wenn ein solcher Impuls wahrgenommen wird, soll der Träger prüfen, ob er träumt oder nicht. Wenn er sie schließlich im Traum spürt, soll das seinen Traum schlagartig in einen Klartraum verwandeln – mit allen Möglichkeiten, die das beinhaltet.

Dass das Konzept klappt, beweist angeblich eine Testreihe der Entwickler, bei der 70 Prozent der Nutzer schon innerhalb der ersten drei Nächte nach Verwendung des Wearables einen Klartraum erlebt hätten. Das Kickstarter-Video, in dem das erwähnt wird, lässt jedoch offen, wie viele Menschen an der Testreihe teilnahmen und auch wie lange.

Messung der Vitalwerte unterstützt InstaDreamer

Das Standalone-Gerät misst währenddessen auch Vitalwerte wie Körpertemperatur, Puls und Bewegung, um den perfekten Moment abzupassen, um zu vibrieren und seinem Träger einen Klartraum zu bescheren. Die gesammelten Daten werden an die InstaDreamer-App weitergeleitet, in der der Nutzer Einblicke in seinen individuellen Schlafrhythmus erhält. In der Nacht ist das Armband jedoch nicht mit einer Station oder der App verbunden.

Zusätzlich fungiert der InstaDreamer als Wecker. Nachdem in der App ein Zeitraum festgelegt wurde, in dem Du aufwachen möchtest, wählt das Device selbstständig den Zeitpunkt, an dem Du besonders leicht aus den Federn kommst. Zu diesem Zeitpunkt vibriert das Device. Interessant wäre es hier zu erfahren, inwieweit sich die Vibration für einen Klartraum von der als Wecker unterscheidet. Sonst könnte es schnell passieren, dass man, statt einen Klartraum zu erleben, aus dem Traum ganz erwacht. Aber vermutlich wird die Stärke der Vibration auf die jeweilige Funktion angepasst.

Das Armand selbst, das aus medizinischem Silikon besteht, ist relativ schlicht gehalten. Es lässt sich an die Größe des Handgelenks anpassen und dürfte mit seinen 8 Millimetern Umfang und 21 Gramm Gewicht nicht störend am Handgelenk auffallen. Der Akku des Bandes soll mehrere Wochen ohne Aufladung auskommen.

Kickstarter soll Traum Wirklichkeit werden lassen

Damit der InstaDreamer jedoch in den Handel kommt, wird noch etwas Schützenhilfe gebraucht. Seine Schweizer Erfinder rund um Jean Rausis, ein Forscher im Bereich veränderter Bewusstseinszustände, wollen über die Finanzierung auf Kickstarter die Initialbestellung bei den Fabrikanten in Auftrag geben. Bislang konnte jedoch nur knapp die Hälfte des Finanzierungsziels von gut 30.000 Euro aufgebracht werden.

Unterstützer können sich den InstaDreamer zum Vorzugspreis von 145 Euro in den Farben Pink, Blau, Grün, Schwarz oder Schwarz-Weiß sichern. Sollte die Finanzierung glücken, sollen die Armbänder im Februar 2019 – und damit ziemlich genau zwei Jahre nach der ersten Idee zum Armband – zu ihren neuen Besitzern geschickt werden.

Innovation
Jede Woche Donnerstag nehmen wir ein neues spannendes Crowdfunding-Projekt genauer unter die Lupe und berichten darüber ausführlich in TURN ON Innovation. Vergangene Themen unserer Innovations-Kolumne findest Du in dieser Übersicht.

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