Verbraucherschutz fordert Datenschutz-Standards für Fitness-Tracker

Fitness-Tracker und Co. sammeln mehr Daten als einem vielleicht bewusst ist.
Fitness-Tracker und Co. sammeln mehr Daten als einem vielleicht bewusst ist. (©Fitbit 2018)
Daniela Li Träumt von der "Walker Stalker Cruise" – oder einem Urlaub in Hauros wandelndem Schloss.

Fitness-Tracker und Wearables gehören für viele Menschen längst zum Alltag. Und tatsächlich sind die smarten Armbänder und Co. ziemlich praktisch, wenn es darum geht, einen Überblick über die eigenen Gesundheits- und Fitness-Daten zu erhalten. Doch genau für diese Daten fordern diverse Verbraucherschutz-Behörden jetzt (bessere) Datenschutz-Standards.

Wo Technik im Spiel ist, kann es auch immer wieder zu kleineren und größeren Sicherheitslücken und Fehlern kommen. Immerhin ist kein System perfekt. Regelmäßige Updates der Hersteller sollen bekannt gewordene Probleme lösen. Doch das reicht vielen Verbraucherschutzbehörden noch nicht aus. Nachdem zuvor bereits die Bundesnetzagentur Smartwatches für Kinder ins Visier genommen hatte, stehen jetzt Fitness-Tracker und andere Wearables für Erwachsene im Fokus der staatlichen Aufmerksamkeit.

Datenschutz-Standards und mehr Kontrolle über die eigenen Daten

Während des 5. Verbraucherdialogs setzten sich die Informatikfachbereiche diverser Unis, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, der TÜV Rheinland, mehrere Verbraucherschutzverbände und -behörden und weitere Instanzen mit dem Thema auseinander.

Die erarbeiteten "Handlungsempfehlungen für Anbieter" finden sich in einer mehrseitigen Broschüre wieder und verlangen unter anderem bessere technische Maßnahmen zum Schutz der Nutzerdaten und mehr Sicherheit bei der Datenspeicherung, -übertragung und dem Datenzugriff.

Besonders wichtig sind den Datenschutz-Wächtern dabei Voreinstellungen, die eine maximale Datensicherheit bei jedem Wearable vom Werk ab gewährleisten. Auch eine (bessere) Verschlüsselung und Anonymisierung der Daten bei der Übertragung wird gefordert. Und: Nutzer sollten jederzeit die volle Kontrolle über ihre Daten, deren Verarbeitung und Nutzung haben.

Leichterer Anbieterwechsel

Volle Kontrolle heißt für die Verbraucherschützer aber auch: Wer sein Wearable wechseln und zum Beispiel von Fitbit auf Samsung (oder umgekehrt) umsteigen möchte, sollte eine einfache und kostenlose Möglichkeit haben, seine bisher gesammelten Daten mitzunehmen – oder zumindest vollständig zu löschen.

Alle Empfehlungen des Forums sind (bisher) nicht bindend für die Anbieter von Wearables und Fitness-Trackern in Deutschland und gehen über aktuell geltende Datenschutzgesetze hinaus. Der Grund: Das Forum sieht sich eigenen Angaben zufolge der Vorsorge verpflichtet.

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