Was 'ne Leuchte: Goodtimer bringt Kindern gutes Benehmen bei

Jutta Peters Wartet noch immer auf ihren Brief aus Hogwarts. Erwägt alternativ eine Laufbahn bei den Avengers.

"Positive Verstärkung" lautet das Zauberwort, mit dem Goodtimer arbeitet. Das leuchtende Gadget, das aktuell auf Kickstarter um Unterstützung wirbt, soll Kinder zu besserem Verhalten animieren und Eltern so die Kindererziehung erleichtern. So weit zumindest die Theorie.

Das Prinzip des Goodtimer ist simpel: Hält sich das Kind an die festgelegten Regeln und benimmt sich gut, wird das Gerät, das an eine Sanduhr erinnert, so gedreht, dass das integrierte grüne Licht leuchtet. Ein positiver Klang signalisiert zusätzlich: "So ist es richtig", und das Gadget beginnt, die "gute Zeit" zu tracken. Verstößt der Sprössling gegen Regeln, wird das Gerät gedreht, das Licht erlischt und die getrackte Zeit stoppt.

Eingebautes Belohnungssystem

Das Licht allein soll allerdings nicht den gewünschten Effekt erzielen. Vielmehr geht es darum, dass der Goodtimer eine Art Spielchips ausspuckt, wenn das Licht für eine festgelegte Zeit durchgehend leuchtet. Diese insgesamt 25 wiederverwertbaren Chips haben einen Zahlwert von 1, 2 oder 5 und können von den Kindern gegen Belohnungen eingetauscht werden, die die Eltern im Voraus festlegen. So könnten beispielsweise 5 Punkte gegen eine halbe Stunde Fernsehzeit eingetauscht werden oder 25 Punkte gegen einen Besuch in der Eisdiele. Auf diese Weise soll der Nachwuchs das Gefühl bekommen zu gewinnen, wenn die Regeln eingehalten werden.

"Gute Zeiten" – aber nur für kurze Zeit?

Der US-Hersteller beteuert, den Goodtimer einem vierwöchigen Praxistest unterzogen zu haben, bei dem vor allem bei Kindern zwischen 3 und 10 Jahren eine positive Entwicklung zu beobachten war. Einen Langzeittest gibt es allerdings noch nicht und so bleibt fraglich, wie lange das Gadget wirklich seinen Reiz behält – und ob es nicht doch beim nächsten Wutanfall des Sprösslings einfach in der Ecke landet.

Ein weiterer Haken: Um die "guten Zeiten" fair und transparent zu tracken, braucht jedes Kind sein eigenes Gerät – und das ist mit einem Early-Bird-Preis von 99 US-Dollar (etwa 86 Euro) nicht unbedingt ein Schnäppchen. Immerhin: Der Preis enthält auch einen 24 / 7-Support-Service in Form einer Hotline, die Eltern anrufen können, wenn sie Erziehungstipps von "Experten" einholen möchten.

Sollte die Kampagne auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter erfolgreich sein, wird der Goodtimer 2019 erst einmal nur in den USA ausrollen. Wann die anderen Länder "Erleuchtung" in Sachen Erziehung finden sollen, steht bislang nicht fest.

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